Eric Stauffer

13. Dezember 2010 17:45; Akt: 13.12.2010 18:01 Print

Wegen Gaddafi-Plakat droht KnastWegen Gaddafi-Plakat droht Knast

Der Parteipräsident des «Mouvement Citoyens Genevois» (MCG) muss bei einer Verurteilung mit bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen. Der Gaddafi-Clan klagt wegen einer Werbung der umtriebigen Partei.

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Diese Abstimmungswerbung hat das Mouvement Citoyens Genevois (MCG) per E-Mail verschickt. Mit der Überschrift «schnellstmöglich wegputzen» ein Bild eines Hochdruckreinigers im Einsatz (in Anspielung auf eine berüchtigte Aussage des französichen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Jugend in den Vororten), darunter ein Bild von Muammar Gaddafi mit der Überschrift «er will die Schweiz zerstören». (Bild: AFP)

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Der Präsident des rechtspopulistischen Mouvement Citoyens Genevois (MCG) ist am Montag von der Bundesanwaltschaft verhört worden. Ein Plakat mit dem Konterfrei des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi hatte Eric Stauffer ein Strafverfahren wegen Beleidigung eines fremden Staates eingebracht.

Libyen hatte im November mit einem Gesuch verlangt, gegen Stauffer vorzugehen. Dieser zeigte sich allerdings vom Verfahren unbeeindruckt. Mit Ausnahme der Angaben zu Namen und Wohnort machte er vor der Bundesanwaltschaft keine Aussagen, wie sein Anwalt Soli Pardo am Montag auf Anfrage sagte.

Das MCG beurteile den Artikel 296 im Strafgesetzbuch (StGB) zur öffentlichen Beleidigung eines fremden Staatsoberhauptes als «schweren Verstoss gegen die freie Meinungsäusserung», erklärte Stauffer selbst vor den Medien in Bern. «Nicht einmal die Bundesräte geniessen in der Schweiz ein solches Privileg», stellte er fest.

«Er will die Schweiz zerstören»

In die Bredouille gebracht hatte Stauffer ein Plakat seiner Partei im Vorfeld der Abstimmungskampagne zur SVP-Ausschaffungsinitiative. Unter einem Foto Gaddafis stand zu lesen: «Er will die Schweiz zerstören.»

Gegen Ende Oktober gelangte die Genfer Regierung an die Bundesanwaltschaft, welche in der Folge die vorläufige Beschlagnahmung der Gaddafi-Plakate verfügte. Das Bundesstrafgericht stützte Mitte November den Entscheid.

Stauffer droht unter Umständen eine happige Strafe: Artikel 296 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe für Personen vor, die einen «fremden Staat in der Person seines Oberhauptes (...) öffentlich beleidigen».

Offensive statt Schuldbekenntnis

Statt eines Schuldbekenntnisses vor der Bundesanwaltschaft geht die Genfer Partei allerdings selbst in die Offensive: Das MCG habe bei den eidgenössischen Räten eine Petition zur Aufhebung des StGB-Artikels 296 lanciert, sagte Stauffer. Rund zehn Parlamentarier, die dem MCG nahestünden, hätten die Petition unterschrieben.

Der MCG-Präsident erhob auch happige Vorwürfe gegen die Bundesbehörden: Die Schweiz selbst habe Libyen dazu gebracht, gegen ihn eine Beschwerde einzureichen, sagte er. Seit Beginn der Affäre Gaddafi verfolgten die Schweizer Behörden eine unterwürfige Politik. Die Bundesanwaltschaft wollte zum Verfahren keine Stellung nehmen.

(sda)

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  • Verbieten am 14.12.2010 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Marco

    Die rechtspopulistischen Mouvement Citoyens Genevois (MCG) sowie alle Rechtsextremen Parteien sollten trotz Demokratie verboten werden. Dazu gehört auch die SVP.

  • Rico Blaser am 14.12.2010 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Staatsoberhaupt?

    Moment mal. Das Staatsoberhaupt von Libyen ist je jure Herr Muhammad Abul-Quasim al-Zwai. Herr G. ist zwar de facto noch immer der "Führer der Revolution" aber er ist offiziell seit 1979 nicht mehr Staatsoberhaupt.

  • Chris am 13.12.2010 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Wow ich kanns nicht glauben. Ich bin ja nicht SVP Anhänger oder so, aber eine Beleidigung von diesem irren Psychopathen ist ja SOWAS von legitim. Dass man Ghüddaffi jetzt auch noch in Schutz nimmt, zeugt von riesiger Armut. Schweizer Politiker wurden in Lybien auch permanent beschmutz, also was soll das bitte??!