Affäre Gaddafi

10. November 2009 15:59; Akt: 16.11.2009 10:59 Print

Demonstration soll den Geiseln in Libyen helfenDemonstration soll den Geiseln in Libyen helfen

Die beiden Schweizer sind zurück in der Botschaft in Tripolis, aber immer noch Geiseln des libyschen Herrschers Gaddafi. Der öffentliche Druck einer Demonstration soll den beiden helfen. Die Familien müssten aber mitmachen.

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Nach über sieben Wochen das erste Telefongespräch: Moritz Göldi sprach gestern erstmals mit seinem Bruder, der zusammen mit der zweiten Geisel wieder in der Schweizer Botschaft in Tripolis ist. «Es geht ihm physisch sehr gut», sagt Göldi gegenüber 20 Minuten Online. Sein Bruder habe in der Haft keine Misshandlungen erdulden müssen. Obwohl es Göldi offen lässt, ist klar, dass die Haft eine psychische Tortur war. Wie laut Amnesty International jede geheime Haft eine sei.

Demonstration zugunsten der Geiseln

Deshalb will Stéphane Valente mit einer Demonstration auf das Schicksal der beiden Geiseln aufrufen. Der Genfer SVP-Politiker hatte bereits im letzten April eine Manifestation für die beiden Geiseln organisiert. «Ich habe die Familien vor wenigen Tagen angefragt, ob sie mit einer erneuten öffentlichen Kundgebung für die Geiseln einverstanden sind», sagt Valente gegenüber 20 Minuten Online. Noch hat er keine Antwort bekommen. «Es liegt an ihnen, zu entscheiden», sagt der SVP-Politiker. Valente stand in regem E-Mail-Kontakt mit einer Geisel in Tripolis, bevor diese verschleppt wurden. Jetzt hat er wieder eine E-Mail geschickt, aber noch keine Antwort erhalten.

Die Absicht hinter einer öffentlichen Kundgebung ist für Valente klar: «Wir müssen in der ganzen Schweiz eine Welle der Solidarität auslösen, damit Europa auf das Problem aufmerksam wird», sagte er gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung». Zu dieser Taktik, das unerträgliche Schicksal der beiden Geiseln in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, hatten bereits andere Experten geraten. Und auch der Bundesrat hatte klare Worte gefunden, nachdem Libyen seine Versprechen nicht eingehalten hatte (20 Minuten Online berichtete). Möglicherweise konnten die beiden Schweizer auch aufgrund öffentlicher Aufmerksamkeit in die Botschaft zurückkehren. Unter anderem hatte Amnesty International mit einem Brief bei den libyschen Behörden interveniert.

Geiseln vor der Botschaft ausgeladen

Die beiden Schweizer Geiseln waren Mitte September an einen unbekannten Ort gebracht worden, wo sie keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten. Am Montagvormittag brachte ein Auto die beiden Geiseln, die seit Juli 2008 nicht aus Libyen ausreisen dürfen, zur Schweizer Botschaft. Die beiden Schweizer seien ausgeladen worden, und das Auto sei sofort wieder davongefahren, berichtete das Westschweizer Radio RSR unter Berufung auf diplomatische Quellen. Mit der Rückkehr der Geiseln in die Botschaft stehen die Bemühungen um eine Rückkehr der beiden Schweizer wieder auf Feld 1. Öffentliche Solidaritätsbekundungen könnten aber eine Freilassung beschleunigen.

(mdr)

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  • ich am 10.11.2009 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Selber bezahlen

    Die Geiseln sollen zwar frei kommen, aber die ganze Aktion mit dem hin und her fliegen sollte den beiden in Rechnung gestellt werden. Schliesslich wurde dies bis jetzt alles mit unseren Steuergeldern finanziert...

  • Pi am 10.11.2009 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    demonstrieren? wieso?

    Zwei ehrenwerte Geschäftsleute betreiben ehrenwerte Geschäfte mit ehrenwerten Geschäftspartnern aus dem Dschugel, pardon, aus der Wüste. Und jetzt fallen sie auf die Schnauze, na und? Ist docj eine interne ABB-Angelegenheit und nicht eine des Steuerzahlers!

  • Martina am 10.11.2009 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Demo in Libyen

    So eine Demo für die "Geiseln" finde ich gut. Aber bitte veranstaltet diese in Tripolis und nicht in Bern. Selbst wenn man wollte, könnte die Schweiz in keiner Art und Weise Druck auf Libyen ausüben. Wissen wir ja seit Monaten. Ghaddafi wäre aber sicher sehr hellhörig wenn in Tripolis demonstriert würde...