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Kumpel nach der Bergung
19. Oktober 2010 18:52; Akt: 19.10.2010 18:52 Print
«Wir sind keine Helden, sondern Opfer»
Der chilenische Kumpel Franklin Lobos kann seine Rettung immer noch nicht fassen – schliesslich wäre es günstiger gewesen, ihn mit seinen 32 Kollegen sterben zu lassen.
Einer nach dem anderen melden sich die 33 Kumpel in den Medien zu Wort. Doch nicht alle wollen im Rampenlicht stehen, nachdem sie 69 Tage unter Tage auf ihre Rettung gewartet hatten. Franklin Lobos ist einer von ihnen. Er fühle sich nicht als Held, sagt er im Interview mit den spanische Zeitung «El Mundo». Eher sieht sich der gerettete Kumpel als «Opfer von skrupellosen Minenbesitzern».
Bildstrecken Der Letzte soll das Licht ausschaltenEin Blick in 700 Meter Tiefe - die letzten Bilder«Willkommen im Leben»«Wir haben um unser Leben gekämpft, weil wir Familien haben. Wir sind Opfer dieser Unternehmer, die nicht genug in die Sicherheit ihrer Arbeiter investieren», sagt er weiter. «Die grosse Mehrzahl der Kumpel dachte, die Minenbesitzer würden uns im Schacht sterben lassen», so Lobos. Die Befürchtung seiner Kollegen sei es gewesen, dass sie aus Kostengründen in den Teifen der Mine begraben werden, statt sie zu retten.
FIFA bietet Kumpel einen Job an
Lobos hat keine Hemmungen zuzugeben, dass mehrere Kumpel in den ersten 17 Tagen nach dem Unglück den Mut verloren hatten. Vor allem, nachdem die erste Sonde sie nicht in den Schutzraum erreicht hatte. «Da flossen schon die Tränen, weil wir sahen, wie eine Möglichkeit gerettet zu werden, einfach verschwunden war.»
Der ehemalige Fussballspieler Lobos kann sich vorstellen, wieder in einer Mine zu arbeiten. «Die Mine wollte uns nicht schaden», meint er etwas philosophisch. Zudem hat er ein Angebot der FIFA bekommen, um über seine Erlebnisse zu berichten und Motivationsseminare zu geben. Der frühere Sportler war während der Gefangeschaft im Schacht vom zuständigen Rettungsteam für das körperliche Training seiner Schicksalsgefährten verantwortlich gemacht worden.
Der Ruhm, den die 33 Bergarbeiter nun geniessen, sei von kurzer Dauer, ist Lobos überzeugt. «In 15 Tagen ist alles vorbei.»
(kle)



























