Chile

12. Oktober 2010 17:06; Akt: 12.10.2010 17:38 Print

Bett und Stuhl für 350 FrankenBett und Stuhl für 350 Franken

Rund 1600 Medienleute sind beim chilenischen Bergwerk San José in der Atacama-Wüste eingetroffen, um über die Rettung der verschütteten Bergleute zu berichten.

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Für die Männer wurden grüne Massanzüge mit Reflektoren angefertigt. Sie sind hauteng und atmungsaktiv. Darunter sollen die Bergleute schweissabsorbierende Shirts tragen. Zudem sollen sie warme Handschuhe und Sicherheitsschuhe anziehen und eine Mütze und einen Helm aufsetzen. An den Füssen tragen die Kumpels spezielle Schuhe mit Stahlkappe und Gummisohle. Zur medizinischen Überwachung sollen sich die Minenarbeiter einen Hightech-Gürtel anschnallen, bevor sie in die Kapsel steigen. Der Gürtel checkt die Herzfrequenz, Blutdruck, Puls, Sauerstoffzufuhr und Atmung der Bergleute. Damit die Augen nach wochenlangem Dämmerlicht unter der Erde im grellen Licht an der Oberfläche nicht geschädigt werden, sollen die Bergleute spezielle Sonnenbrillen tragen, die UV-Strahlen blockieren. Drei Tunnels wurden gleichzeitig mit drei verschiedenen Bohrern gegraben. Schliesslich gelang es dem T-130, auch Plan B genannt, als erster zu den Kumpel durchzudringen. Der Schacht misst knappe 66 Zentimeter. Einige Kumpel wurden daher gezwungen, abzunehmen. Zur Bergung sollen drei kameraüberwachte Kapseln gesenkt werden, in denen die Bergleute auch mit den Rettern an der Oberfläche kommunizieren können. Der Aufzug an die Oberfläche dauert ungefähr 15 Minuten. Es wird erwartet, dass diese auf ihrem Weg an die Oberfläche insbesondere in Kurven zehn bis zwölf Mal rotiert. Um den Rettungsschacht wurden 34 Container aufgestellt, in denen die Kumpel die ersten zwei Stunden nach der Bergung verbringen werden. Den Bergleuten stehen fünf Helikopter der chilenischen Armada zur Verfügung, die sie nach der ersten Begegnung mit ihren Angehörigen in ein Spital fliegen werden. Zwei Nächte sollen die Kumpel im Spital von Copiapó verbringen. Erst nach einer gründlichen Untersuchung werden sie entlassen. An der ganzen Rettungsoperation waren schätzungsweise 500 Personen beteiligt. Zwischen 1500 und 2000 Journalisten von lokalen und internationalen Medien sind nach Copiapó gereist, um das Ereignis zu verfolgen. Die gesamte Rettungsaktion dürfte die chilenische Regierung 10 Millionen Franken gekostet haben. Jeder Kumpel darf aus dem Schutzraum eine gewisse Anzahl Objekte mitnehmen. Auch Steine aus 700 Metern Tiefe.

Fakten und Zahlen der Bergung.

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Die meisten haben sich in einem der staubigen Zelten eingerichtet - wer genug zahlt, kann es aber auch edler haben.

Im Zeltlager «Esperanza» gibt es jetzt auch ein «Luxus-Hotel» für den anspruchsvolleren Camper. Im «Atacama-Dome» ist eines der schneeweissen Zelte mit zwei Liegen, Klapptisch und Stuhl für umgerechnet 350 Franken pro Nacht zu haben.

Zelt mit allem Drum und Dran

Inbegriffen sind dafür ein Teppichboden, ein Wasserspender, eine Steckdose und ein mobiler Internetzugang. Das Angebot findet Anklang: Alle sieben Wohnzelte und die zwei Bürozelte waren am Dienstag ausgebucht.

Ausgedacht hat sich die lukrative Geschäftsidee Gino Bianchi Albasini aus der nahe gelegenen Stadt Copiapó. «Normalerweise bieten wir Wüsten- und Bergtouren an und begleiten die Rallye Dakar. Aber hier läuft es auch sehr gut», freute sich der 26-Jährige.

(sda)