Gerettet!

14. Oktober 2010 06:57; Akt: 14.10.2010 11:44 Print

Chile atmet aufChile atmet auf

Es ist vollbracht: Nach einer knapp 24-stündigen Rettungsaktion haben alle 33 Bergleute den Erdboden wieder unter den Füssen. Das Protokoll einer Wiedergeburt.

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Die Show ist vorbei: Als Allerletzter steigt Retter Manuel Gonzalez am frühen Morgen des 14. Oktober 2010 in die Rettungskapsel. Er verbeugt sich vor der Kamera und verabschiedet sich von über einer Milliarde Zuschauer, die das Drama verfolgt hatten. Die Bergungsaktion in der Gold- und Kupfermine San José hat damit ihr endgültiges Ende gefunden. Das Unternehmen dauerte insgesamt knapp 24 Stunden. Alle 33 verschütteten Bergleute sind erfolgreich geborgen worden. Die sechs Rettungshelfer, die sich zu den verschütteten Bergleuten in Chile begeben hatten, warten noch darauf, hinaufgeholt zu werden. Als letzter Bergarbeiter entstieg Schichtleiter Luis Alberto Urzua der schmalen Rettungskapsel. Urzua, Kumpel Nummer 33, sagte nach seiner Rettung: «Wir haben getan, worauf die gesamte Welt gewartet hat.» Der Vorletzte: Ariel Ticona war in unterirdischer Gefangenschaft Vater geworden. Seine Tochter erhielt den Namen Esperanza (Hoffnung). Pedro Cortez wird als 31. gerettet. Bald ist alles vorbei. Der 30. Kumpel: Raúl Bustos Ibáñez überlebte im Februar das Erdbeben in Chile. Der Wasserbauingenieur verlor aber seine Stelle in einer Werft und begann im Bergwerk San José zu arbeiten. Der Vorarbeiter war während den 69 Tagen zuständig für den Wasservorrat. Nummer 29: Juan Carlos Aguilar war der Aufseher einer der drei Schichten. Kumpel Nummer 28. Richard Villarroel Godoy, 27 Jahre. Der Mechaniker arbeitete seit zwei Jahren unter Tage. Der frühere Profi-Fussballer Franklin Lobos Ramírez ist der 27. gerettete Kumpel. Er fuhr täglich die Bergarbeiter im Bus zur Arbeit. Claudio Acuña ist Kumpel Nummer 26. Der Fussballfan will seine Freundin nach der glücklichen Rettung heiraten. Langes Bangen bei der Familie Avalos: Renán wurde als 25. gerettet. Sein Bruder Florencio wurde viele Stunden zuvor als erster geborgen. José Henríquez González ist Kumpel Nummer 24: Der 54-Jährige ist seit 33 Jahren verheiratet, arbeitet 33 Jahre in der Mine. Er formte eine Gebetsgruppe unter Tage und galt als geistlicher Führer während den über zwei Monaten in der Tiefe. Der 23. Kumpel: Carlos Bugueño Alfaro, 27 Jahre alt: War vor der Minenarbeit Wachmann. Nummer 22. heisst Samuel Ávalos. Der 43-Jährige war Strassenverkäufer und hoffte in der Mine auf ein besseres Schicksal. Kumpel Nummer 21: Yonni Barrios. Der «Krankenpfleger» unter Tage, genannt auch «Dr. House». An der Oberfläche wartet ein turbulentes Privatleben auf ihn: Seine Frau und seine Liebhaberin lernten sich während der Wochen des Bangens kennen. Empfangen wurde er von der Geliebten. «Danke für alles!» Pablo Rojas reisst die Arme in die Höhe, lässt sich feiern. Er entstieg als Neunzehnter der Kapsel. Ein Danke in den Himmel: Esteban Rojas geht als Minenarbeiter 18 in die Geschichte ein. Nach seiner Ankunft kniet er nieder und betet. Er ist zurück im Leben. Omar Reygadas, als Siebzehnter aus der Tiefe gerettet, wurde in Copiapó zum vierten Mal verschüttet. Sein Bruder war bei der Bergung von Reygadas mit der Kamera hautnah dabei. Minenarbeiter Nummer 16 hat es geschafft. Daniel Herrera fällt seiner weinenden Mutter in die Arme. Herrera war als Lastwagenfahrer eingesetzt, als die Mine einstürzte. Der bolivianische Präsident Evo Morales war auch zur Mine gekommen, um den einzigen Ausländer unter den Geretteten - den Bolivianer Carlos Mamani- zu treffen. Jose Ojeda, 2.v.l., Mario Gomez, Claudio Yanez, und Carlos Mamani, steigen aus dem Helikopter, der sie nach ihrer Rettung ins Spital von Copiapó brachte. Victor Segovia (mit rotem Helm), als Fünfzehnter aus der Mine gezogen, ist der Bohrexperte der Gruppe - und ein sensibler Mann. «Er schreibt sehr gerne und kann sich so am besten ausdrücken», sagte seine Ex-Frau den Medien. Als Nummer 14 ist Victor Zamora aus der Kapsel gestiegen. Er ist der inoffizielle Witzbold der Gruppe. An seine Frau schrieb er einmal, dass er glücklich sei in über 600 Metern Tiefe – so müsse er nicht jeden Tag duschen. Als dreizehnter Mann wurde Carlos Barrios ans Tageslicht geholt. Wie seine Kameraden wurde auch er beim Verlassen der Rettungskapsel mit Jubel, Applaus und «Chi, Chi, Chi - Le, Le, Le»-Rufen begrüsst. Edison Peña ist Kumpel Nummer Zwölf: Zuerst nimmt der 34-Jährige seine Frau in die Arme und bedankt sich bei den Rettern, dass sie ihn hier lebendig herausgeholt haben. Kumpel Nummer Elf ist draussen: Jorge Galleguillos wurde am 13. Oktober zum dritten Mal aus der Mine San Jose gerettet. Der grosse Moment für Alex Vega und seine Angehörigen ist da: Der zehnte Kumpel ist oben angekommen. Der älteste Kumpel ist gerettet: Mario Gomez, das «Sorgekind» des Rettungsteams ist um 12.59 Uhr an der Oberfläche angekommen. Noch während er abtransportiert wird, reckt Mario Gomez die Faust. Er hat es geschafft. 12:04 Uhr schafft es auch Kumpel Nummer acht an die Oberfläche: Claudio Yáñez Lagos sieht abgekämpft, aber glücklich aus. Daumen hoch: Er hat seiner Freundin versprochen sie zu heiraten, sobald er aus der Mine raus ist. Lange und innig umarmt er seine Tochter und seine Freundin (im Hintergrund). Er wollte ursprünglich noch diesen Monat mit dem Job in der Mine aufhören, der Unfall kam ihm dazwischen. José Ojeda kommt als siebter Kumpel an die Erdoberfläche. Trotz allem sieht der Gerettete im ersten Moment nicht glücklich aus. Er kämpft mit seinen Emotionen. Jubel bei der Familie von Osman Araya: Der 30-jährige Vater von vier Kindern ist frei. Kumpel Nummer Sechs ist wohlauf und überglücklich. Florencio Avalos bei seiner Ankunft im Spital von Copiapó. Auch Mario Sepúlveda ist dabei. Avalos und Sepúlveda, die ersten beiden geretten Kumpel, wurden mit dem Helikopter ins Spital geflogen. Dort sollen sie gründlich untersucht werden. Nach der fünften Bergung wird die Kapsel für Reparaturarbeiten herausgezogen. Auch die Sauerstoffflaschen im Inneren der Kapsel werden ausgewechselt. Das bange Warten geht weiter: Um 9.20 Uhr sind erst fünf von 33 Kumpels an der Oberfläche. Nummer fünf ist oben: Jimmy Sanchez. Der 19-Jährige war der jüngste Kumpel unter Tage. Die 69 Tage unter der Erde hat er offenbar gut weggesteckt: Er ist locker und unterhält sich belustigt mit den Helfern. Vater und Sohn wieder vereint: Jimmy Sanchez wird von Papa begrüsst. Nummer Vier ist oben: Carlos Mamani. Er ist überglücklich und bedankt sich bei allen Helfern. Der Bolivianer Carlos Mamani ist der einzige Ausländer in der Mine gewesen. Florencio Avalos wird nach der ersten Begrüssung in seinem Container medizinisch betreut. Auch Mario Sepulveda, der zweite gerettete Kumpel, wird untersucht. Um 07.09 Uhr wurde Juan Illanes an die Oberfläche geholt. Er scheint äusserlich bester Gesundheit. Dennoch wird er nach der ersten Begrüssung auf eine Trage geschnallt und von Sanitätern zur Erstuntersuchung gefahren. Mario Sepulveda ist der zweite gerettete Kumpel. Um 06.10 Uhr Schweizer Zeit wurde er an die Oberfläche gezogen. Überglücklich nimmt er unter dem Applaus der Umherstehenden seine Frau in den Arm. Dann verteilt er aus der Tiefe mitgebrachte Geschenke. Der 31-jährige Florencio Avalos erreichte mit Hilfe einer Rettungskapsel unter dem Jubel von zahlreichen Angehörigen die Erdoberfläche. Die rund vier Meter lange Kapsel mit einem Durchmesser von 53 Zentimeter brachte ihn kurz nach Mitternacht Ortszeit (05.12 Uhr Schweizer Zeit) an die Oberfläche. Avalos wirkte beim Aussteigen aus der Kapsel ruhig und bei guter Gesundheit. Als erstes umarmte er Familienangehörige, dann auch den chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera, der am Rettungsschacht auf ihn gewartet hatte. Anschliessend begab er sich zur ärztlichen Kontrolle. Die Rettungsaktion war am Dienstag Ortszeit wegen zusätzlich notwendiger Installationen und Tests zunächst um zwei Stunden verschoben worden. Bei der ersten unbemannten Testfahrt wurde die Kapsel leicht beschädigt, so dass sich die Rettungsaktion weiter verzögerte.

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Adrian Eng
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Es ist vollbracht: Mit dem 54-jährigen Luis Urzúa Iribarren ist der letzte Kumpel in Sicherheit. Als Chef der Minenarbeiter bestieg er als letzter die Rettungskapsel.
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Der zweitletzte Kumpel hat es auch geschafft! Während er eingeschlossen war, wurde er Vater: Nun sieht der 29-jährige Ariel Ticona Yañez endlich zum ersten Mal seine Tochter Esperanza (Hoffnung). Ticona ist dreifacher Vater. Der 29-jährige und seine Frau verlieren bei der Begrüssung beide den Helm.
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Auch Pedro Cortés Contreras ist wieder oben. Der Der 25-jährige kann seine Tochter endlich wieder in die Arme schliessen.
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Kumpel Nummer 30 ist zurück: Der 40-jährige Raúl Bustos Ibáñez ist gerettet. Nach dem Erdbeben vom Februar hat er nun auch das Grubenunglück in San José überlebt. Er war während den 69 Tagen zuständig für den Wasservorrat.
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Der 49-jährige Juan Carlos Aguilar Gaete, ist wieder an der Oberfläche. Er war einer der Schichtaufseher.
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Es folgen jetzt noch Juan Aguilar, Raúl Bustos, Pedro Cortés, Ariel Ticona und Luis Urzúa. Dann ist die gigantische Rettungsaktion vollendet.
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Richard Villaroel entsteigt der Rettungskapsel! Er ist Kumpel Nummer 28. Seine Mutter Antonia beschreibt Richard Villarroel als «ein Kind im Körper eines Erwachsenen». Sie habe das Telefon auflegen müssen, als sie das erste Mal mit ihm sprach: «Er hat so stark geweint, dass ich es nicht ausgehalten habe.» Richard Villarroel war vor zwei Jahren aus seinem Heimatdorf in den Norden gezogen. «Ein bisschen zum Abenteuer, ein bisschen um Geld zu verdienen», erzählt seine Mutter. «In einem Brief bat er mich, dass ich ihn um alles in der Welt nicht alleine in der Grube lassen solle.» Im November soll Villarroel zum ersten Mal Vater werden.
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Noch sechs Bergleute - Richard Villarroel, Juan Aguilar, Raúl Bustos, Pedro Cortés, Ariel Ticona und Luis Urzúa - sind unten.
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Franklin Lobos ist frei! Als 27. steigt er aus der Kapsel. Franklin Lobos ist der Fussball-Star. Der ehemalige Stürmer der chilenischen Nationalmannschaft ist heute 52 und hat zwei Töchter. Vor fünf Jahren hatte er seine Sportlerkarriere beendet und war als Minenarbeiter tätig. Die schwierige Zeit seit dem Unglück machte aus dem eher kargen Ehemann einen Romantiker: «Früher hat er mir nie gesagt, dass er mich liebte. Heute tut er es», sagt seine Frau Cori etwas verlegen. Ihr Mann könne endlich «das Schöne, das er in sich trägt, rausbringen.»
23:56
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Die spektakuläre Rettungsaktion geht in die Schlussphase. Noch warten sieben Minenarbeiter auf ihre Rettung. Wenn die Arbeiten in diesem Tempo weiter gehen, wird der letzte Kumpel um drei Uhr Nachts Schweizerzeit aus der Rettungskapsel steigen. Der nächste ist der ehemalige Fussballstar Franklin Lobos.
23:51
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Der 26. Kumpel ist gerettet! Der Sprengspezialist Claudio Acuña hatte erst zwei Tagen vor dem Einsturz in der Mine San José zu arbeiten begonnen. Seine Freundin weiss von den Träumen des 34-Jährigen. «Er wollte lernen, mit den schweren Maschinen umzugehen und auf der Laufbahn einen Schritt weiterkommen. Mit dem Geld wollten wir dann einmal ein Haus am Meer kaufen, wo die Luft reiner ist.»
23:26
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Renán Avalos ist der 25. Kumpel an der Oberfläche! Der 29-jährige Avalos hat erst im März begonnen, in der Mine San José zu arbeiten - dank einer Empfehlung seines zwei Jahre älteren Bruders Florencio Avalos, mit dem er seit dem 5. August eingeschlossen ist. Weil Renán ein begeisterter Reiter ist, haben seine Freunde ihm ein Video von seinen Pferden aufgenommen und es in den Schutzraum geschickt."
23:06
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Noch fehlen 9 Kumpel. Sie müssen immer noch in der Tiefe auf die rettende Kapsel warten. Geht es aber in diesem Tempo weiter, so sind auch sie bald bei ihrer Familie. Momentan werden die Kumpel im Halb-Stunden-Takt nach oben gezogen.
22:59
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Kumpel 24 kann seine Familie in die Arme nehmen, er hat es geschafft! José Henríquez ist der geistige Führer der Gruppe. «Das ist der Mann, der uns allen spirituell sehr geholfen hat», stellt ihn Mario Sepulveda im ersten Video aus der Tiefe vor. Henriquez hat im Jahr 1986 bereits einen Minenrutsch erlebt, als er mit seinem Vater und einen Bruder schlief. Damals entkamen sie knapp nur in den Unterhosen bekleidet. Die Kumpel, die ihre Sachen sammelten, wurden alle getötet. Seinen Töchtern, die seit Wochen am Mineneingang warten, schrieb er im ersten Brief: «Geht nach Hause, das dauert hier noch eine gute Weile.»
22:32
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Carlos Bugueño, Kumpel Nummer 23, ist oben! Der 27-jährige Bugueño war sich der Risiken der Minenarbeit wohl bewusst. Er nannte seinen Arbeitgeber zum Witz «Schlachthof San Esteban». Trotzdem glaubte er, mit einem Job als Bergarbeiter würde er seinen Traum vom Einfamilienhaus am ehesten verwirklichen können. Die Sorge um sein Geld liess ihn nicht los. In seinem ersten Brief an seine Mutter schrieb er: «Hol meinen Rucksack aus der Garderobe, da ist mein ganzer Lohn drin.»
22:06
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Auch Kumpel Nummer 22 hat es geschafft! Samuel Avalos und seine Frau Ruth wohnen seit 21 Jahren zusammen. Das Paar hat drei Kinder (18, 9 und 2), doch geheiratet haben sie nie. «Ich war es, die sich nicht binden wollte», sagte Ruth. «Aber jetzt, nach all dem was passiert ist, ist mir danach und ich schrieb Samuel einen Brief, in dem ich ihn bat, mich zu heiraten.» Als die Familie in der Stadt wohnte, sei der 43-jährige Samuel immer wieder in Alkohol- und Drogensucht abgedriftet, verriet sie. Darum hatte sie einen Verwandten gebeten, ihm einen Job in der Mine zu besorgen. Das neue Umfeld sollte ihn von der Sucht abhalten. Auf ihrem Heiratsantrag erhielt Ruth eine knappe Antwort: «Wenn ich draussen bin, reden wir weiter.»
21:42
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Auch Kumpel Nummer 22 hat es geschafft! Samuel Avalos und seine Frau Ruth wohnen seit 21 Jahren zusammen. Das Paar hat drei Kinder (18, 9 und 2), doch geheiratet haben sie nie. «Ich war es, die sich nicht binden wollte», sagte Ruth. «Aber jetzt, nach all dem was passiert ist, ist mir danach und ich schrieb Samuel einen Brief, in dem ich ihn bat, mich zu heiraten.» Als die Familie in der Stadt wohnte, sei der 43-jährige Samuel immer wieder in Alkohol- und Drogensucht abgedriftet, verriet sie. Darum hatte sie einen Verwandten gebeten, ihm einen Job in der Mine zu besorgen. Das neue Umfeld sollte ihn von der Sucht abhalten. Auf ihrem Heiratsantrag erhielt Ruth eine knappe Antwort: «Wenn ich draussen bin, reden wir weiter.»
21:33
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Geschafft! Mit Yonni Barrios ist Kumpel Nummer 21 glücklich auf der Erdoberfläche angekommen. Er beschert gleich doppeltes Glück. Barrios wurde mit seinen Frauengeschichten zum unfreiwilligen Hauptdarsteller einer südamerikanischen Telenovela. Wenige Tage nach dem Unglück weinten gleich zwei Frauen um ihn: Marta Salinas, seit 28 Jahren seine Ehefrau, und Susana Valenzuela, mit der er seit Monaten eine Affäre hatte. Beide Frauen sind im Camp anwesend. Der ausgebildete Krankenpfleger war während der gesamten Zeit im Schutzraum eine Schlüsselfigur. Er war Ansprechpartner des Ärzteteams und derjenige, der seine Kollegen impfte und medizinisch betreute.
21:21
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Die Rettungsaktion in der chilenischen Wüste hat auch die USA nicht unberührt gelassen. Präsident Barack Obama verfolgte die Rettung für einige Zeit im Fernsehen. Der US-Präsident habe die Aktion als «immens inspirierend» empfunden, sagte Sprecher Robert Gibbs. Vor allem das Wiedersehen zwischen den Vätern und Kindern habe Obama berührt. Der US-Präsident sprach von einer «Geschichte mit einem Happy End».
21:11
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Die Rettungsaktion schreitet zügig voran. Derzeit warten noch 13 Kumpel unten auf die Rettung. Zudem befinden sich auch noch sechs Helfer in 700 Metern Tiefe. Ein sechster Rettungshelfer soll noch nach unten gebracht werden. Die Retter werden zuletzt wieder nach oben gezogen.
21.00
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Dario Segovia feiert um Punkt 21.00 Uhr seine Wiedergeburt. «Die Mine weint», pflegte er seinen Angehörigen zu sagen. Darum wollte er nach 40 Jahren als Bergarbeiter den Job an den Nagel hängen und mit dem gesparten Geld einen Gemüseladen eröffnen. Am Tag des Unglücks hatte er bereits 7 Tage à 12 Stunden hinter sich. Er hätte frei gehabt, aber man bot ihm Extrastunden an. 70 Tage später endete seine längste Schicht.
20:29
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Pablo Rojas hat es geschafft. Er wird als Minenarbeiter Nummer 19 in die Bücher eingehen. Umgehend bedankt er sich bei den Helfern, fällt ihnen in die Arme, herzt sie. «Danke für alles», sagt er überglücklich. Seine Frau beschrieb ihn als ruhigen Zeitgenossen. «Mich hat es sehr überrascht, dass er auf den Videos so viel lacht und sogar singt», wunderte sich Ximena. Rojas habe zwei grosse Träume, erzählte sie weiter: Dass der gemeinsame 21-jährige Sohn sein Medizinstudium beendet. Und er will einmal durch die Wüste reisen, nachdem es geregnet hat. «Hier regnet es nur alle acht, neun Jahre. Wenn das aber passiert, dann blüht die ganze Wüste und es ist wunderschön. Ich hoffe, er kanns bald wieder sehen.» Der Weg zurück zur Normalität hat begonnen.
19:50
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Auch Rojas, ein Jesus-Shirt über den Schultern, kniet zuerst nieder und spricht ein kurzes Gebet. Dann nimmt er seine Frau in die Arme.
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Estebam Rojas ist oben angekommen. Schon aus der Kapsel lässt er verlauten, dass es ihm gut gehe.
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Am Tag des Unglücks hätte Rojas eigentlich frei gehabt. Doch weil er einen Tag kompensieren musste, ging er dennoch zur Arbeit.
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Der 44-jährige Esteban Rojas ist seit 25 Jahren mit seiner Yessica verheiratet – aber nur standesamtlich. In einem Brief aus dem Schutzraum machte er ihr deshalb einen Heiratsantrag: «Wenn ich nach oben komme, gehen wir das Hochzeitskleid kaufen und heiraten kirchlich.»
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Esteban Rojas Carrizo wird der nächste sein, der wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen wird – natürlich in der Rettungskapsel mit dem symbolischen Namen «Phönix II».
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Die gesundheitlich Angeschlagenen sind alle schon oben. Die 16 Mineure, die unten noch warten müssen, werden zu der Gruppe der «Starken» gezählt.
19:17
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Die Rettungskapsel ist auf Herz und Nieren geprüft worden, grössere Schäden wurden nicht festgestellt. Die Operation kann also weitergehen.
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Die eindrücklichsten Bilder der Rettung können Sie in der laufend aktualisierten Diashow begutachten.
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Der chilenische Minenminister wendet sich an die Medien. Er sei sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Operation, aufatmen könne man aber erst, wenn der Letzte der 33 Mineure oben angekommen sei.
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Die Rettungskapsel ist immer noch an der Oberfläche und wird derzeit von Spezialisten inspiziert. Dies entspricht dem Vorgehen, das vor Stunden von den chilenischen Behörden kommuniziert wurde. Einzelteile werden ersetzt, bevor der «Lift» wieder nach unten gelassen werden kann.
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Auch der Hinweis auf seinen bevorzugten Fussball-Verein darf nicht fehlen: Omar Reygadas hält eine Flagge des Klubs «Colo-Colo» in die Höhe, bevor er wieder in der Dunkelheit der Sanitätscontainers verschwindet.
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Die Bibel in der Hand, kniet er auf den Boden und hält einen Moment inne.
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Verfolgt von mehreren Videokameras von Familienangehörigen kommt Omar Reygadas an die Erdoberfläche. Er scheint in guter körperlicher Verfassung zu sein und scherzt bereits beim Ausstieg aus der Kapsel.
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In der Stadt Copiapó, von wo auch Reygadas herkommt, gab der Bürgermeister heute schulfrei, damit Kinder und Eltern die Rettungsarbeiten am Fernseher verfolgen konnten.
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Der 56-Jährige wuchs in unmittelbarer Umgebung der Mine auf. Es wird ihn also ein grosser «Fanclub» an der Erdoberfläche erwarten.
18:16
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In seinen 30 Jahren als Mineur hat Reygadas schon einiges erlebt. So war er bereits dreimal in einer Mine eingeschlossen. Einmal konnte er sich sogar selbst aus der misslichen Lage befreien.
18:04
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Das Riesenrad, auf das alle Augen gerichtet sind, steht still. Will heissen: Der nächste Mineur steigt in über 600 Metern Tiefe in die Rettungskapsel. Es handelt sich um Omar Reygades Rojas.
17:54
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Nun ist also praktisch die Hälfte der 33 seit August eingeschlossenen Mineure in Sicherheit. Die hochkomplexe Rettungsaktion läuft bis anhin im wahrsten Sinn des Wortes «wie am Schnürchen».
17:51
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Herrera macht sich auf die obligate Umarmungs-Tour auf, jeder will den Mineur beglückwünschen.
17:43
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Mutter und Sohn sind wiedervereint. Sie hat sich für den grossen Moment auch eine Sonnenbrille angezogen – wohl, um die Tränen zu verbergen.
17:36
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Der 27-Jährige gilt als «Mamas Knuddelbär». Seiner Mutter: «Ich sagte immer zu ihm, er solle bei mir bleiben, bis er sein eigenes Nestchen gebaut hat.»
17:32
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Daniel Herrera, der 16. auf der Rettungsliste, ist auf dem Weg nach oben.
17:25
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Die ganze Rettungsaktion könnte deutlich weniger lang dauern als ursprünglich angekündigt. Die chilenische Behörden gehen davon aus, dass der letzte Kumpel noch am Mittwoch (Ortszeit) das Tageslicht sehen wird. Man rechne noch mit sieben bis acht Stunden.
17:20
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Chiles Präsident Piñera blickt mit Hoffnung in die Zukunft: «Hoffentlich wird der Geist dieser Bergleute immer mit uns sein. Dieses Land ist zu grossen Dingen fähig.» Er versprach eine komplette Reform der Bergbaubranche, einen besseren Schutz der Bergleute und strengere Sicherheitsrichtlinien.
17:11
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Das Rad bewegt sich nach links, die Rettungskapsel ist also auf dem Weg in die Tiefe. 18 Kumpels warten noch auf ihre Rettung.
17:08
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Er bedankt sich als erstes bei Regierungschef Piñera und erzählt, dass sie die präsidialen Briefe in der Mine immer mit viel Aufmerksamkeit gelesen hätten.
17:06
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Es ist vollbracht für Victor Segovia. Der Bohrexperte erblickt zum ersten Mal seit 69 Tagen wieder Tageslicht - wenn auch nur durch eine Schutzbrille.
17:04
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Die Staatsmänner der Welt stehen Schlange, um der chilenischen Regierung zu gratulieren. Derzeit telefoniert Piñera gerade mit dem venezuelanischen Machthaber Hugo Chavez.
16:59
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Segovia plant, nach der Rettung seine Erlebnisse zu Papier zu bringen. Das Interesse am geplanten Buch dürfte riesig sein.
16:57
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Victor Segovia ist der Bohrexperte der Gruppe. Doch hinter der starken Maske verbirgt sich ein sensibler Mann. «Er schreibt sehr gerne und kann sich so am besten ausdrücken», sagte seine Ex-Frau den Medien.
16:53
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Die Kapsel hat den Rettungsschacht in 620 Meter soeben verlassen. Sein «Insasse»: Victor Segovia Rojas.
16:39
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Auch die Schweiz freut sich mit den geretteten Mineuren: Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten ist erleichtert, «dass bei der Bergung bislang alles plänmässig verlaufen ist».
16:34
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Kurioses Intermezzo vor laufender Kamera: Der abtretende brasilianische Präsident Lula rief den bolivianischen Präsidenten Morales zur Gratulation auf sein Mobiltelefon an, der den Anruf sogleich an den chilenischen Präsidenten Piñera weiterleitete.
16:31
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Die Umstehenden verstummten alle, als Zamora seine Frau eine gefühlte Minute lang in die Arme schloss.
16:30
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Victor Zamora ist an der Oberfläche! Seine Frau kann es nicht fassen, ihren Mann wieder zu sehen.
16:28
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Zamora ist der inoffizielle Witzbold der Gruppe. An seine Frau schrieb er einmal, dass er glücklich sei in über 600 Metern Tiefe – so müsse er nicht jeden Tag duschen.
16:26
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In der Zwischenzeit laufen die Rettungsbemühungen für den 14. Kumpel auf Hochtouren. Es handelt sich um den Victor Zamora Bugueño.
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Piñera sagt, dass er tief berührt gewesen sein, als einer der chilenischen Mineure zum bolivianischen Präsidenten gesagt habe: «Wir haben gut auf deinen Landsmann Carlos Mamani aufgepasst.»
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Sein Amtskollege, Chiles Präsident Piñera, bedankt sich bei Morales für das ausgesprochene Vertrauen und spricht von einer magischen Nacht: «Heute hat das Leben über den Tod gesiegt.»
16:02
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Der bolivianische Präsident Evo Morales richtet sich an die Öffentlichkeit. Er bedankt sich bei der chilenischen Regierung für die geleistete Arbeit und spricht in Anlehnung an den bolivianischen Mineur Mamani von einem historischen Moment: «Dieses Ereignis wird Chile und Bolivien noch näher zusammenbringen.»
15:57
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Im Gegensatz zu vorhergehenden Rettungen wurde die Phoenix-Kapsel gleich nach Barrios Empfang wieder in die Tiefe gelassen. Will man den Rettungs-Rhythmus erhöhen?
15:54
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Carlos Barrios steigt aus der Kapsel, begleitet von Chile-Schlachtrufen. Er macht einen guten Eindruck und bricht in Tränen aus, als er einen Angehörigen umarmt.
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Die Liftfahrt des 13. Mineurs scheint einwandfrei geklappt zu haben, die Kapsel wird sichtbar.
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Barrios ist in der Gruppe nicht sonderlich beliebt. Er war oft schlecht gelaunt, aufbrausend und cholerisch. Sogar seine Mutter räumt ein: "Vermutlich hat er da unten die Steine mit den Füssen weggeräumt und den Rest des Tages mit verschränkten Armen in einer Ecke gesessen.»
15:38
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Carlos Barrios Contreras wurde ausgewählt, als 13. in die enge Kapsel zu steigen. Glück oder Pech?
15:32
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Die weltweite Anteilsnahme an der Rettungsaktion ist gewaltig, wie ein Blick auf Twitter zeigt. Chiles Präsident Piñera hat kurzerhand ein Bild von sich mit einem der geretteten Mineure hochgeschaltet. Andere User befürchten dagegen, dass im Zug der weltweiten Berichterstattung die anderen Minenunglücke in Vergessenheit geraten.
15:30
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Rescue-Watching macht müde. Die Spitzen aus Politik und Militär gönnen sich in Erwartung des 13. Mineurs eine Teepause.
15:17
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In der Zwischenzeit übt der erste Gerettete, Florencio Ávalos, Kritik an der Minenführung: «So kann es nicht weitergehen!»
15:14
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Mit erhobener Faust verschwindet er wieder in der Dunkelheit – derjenigen des Sanitätscontainers, wo er sich langsam an die Bedingungen der Erdoberfläche gewöhnen wird.
15:13
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Edison Peña nimmt natürlich zuerst seine Frau in die Arme und bedankt sich bei den Rettern, dass sie ihn hier lebendig herausgeholt haben.
15:11
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Die Kapsel wird sichtbar und die Umstehenden stimmen einmal mehr zum Schlachtruf «Chi-Chi-Chi-Le-Le-Le» an.
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Während der chilenische Präsident weiterhin alle umstehenden Personen herzt, kramt die Frau von Peña eine Videokamera hervor, um den speziellen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Ein denkwürdiges Home-Video ist garantiert.
15:02
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Edison Peña ist ein grosser Elvis-Fan. Laut seinem Vater kann er jedes einzelne seiner Lieder auswendig. Lassen wir uns überraschen, ob er bei seiner Ankunft an der Oberfläche ein kleines Ständchen gibt.
14:57
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Fernando Peña ist aus Liebe Mineur geworden. Nachdem der 34-jährige aus der Hauptstadt Santiago die 43-jährige Angélica Alvarez kennengelernt hatte, zog er zu ihr in die Provinz nach Copiapó. Angélica besorgte ihm schliesslich die Stelle in der Mine.
14:48
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Edison Peña Villaroel steigt als Nächster in die Kapsel. Er war zu Beginn einer der verzweifeltsten Mineure und hatte keine Hemmungen, im ersten Video aus der Tiefe seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen: «Ich will hier sofort raus», sagte er damals mit ernster Mine. Nun geht sein Wunsch endlich in Erfüllung.
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Die Präsidenten Morales und Piñera haben unterdessen den Bolivianer Mamani am Krankenbett besucht. Er war guter Dinge, trägt aber noch immer eine Spezialbrille, um seine Augen mit dem ungewohnten Licht nicht zu überfordern.
14:42
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Nun warten noch 22 Mineure auf die Rettung aus 620 Meter Tiefe. Sie hoffen, dass nicht plötzlich Komplikationen mit der Kapsel auftreten. Eine Alternative gibt es nämlich nicht – die beiden Ersatzkapseln haben sich als untauglich erwiesen.
14:39
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In einem Brief teilt Galleguillos mit, wie er den Moment des Einsturzes in der Mine erlebte. Er habe sich gerade noch vor den herunterstürzenden Steinen retten können, die Staubwolke habe ihn aber fast erblinden lassen.
14:34
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Jorge Galleguillos trug bei der Rettung ein T-Shirt mit der Aufschrift: «Danke Gott»
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Der Applaus ist gross, Jorge Galleguillos scheint etwas mitgenommen von der ungewöhnlichen Liftfahrt. Der chilenische Präsident ruft ihm «Grande Galleta» zu und umarmt ihn sogleich.
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Phoenix II ist an der Oberfläche, Jorge Galleguillos wird in diesen Sekunden aus der Kapsel steigen.
14:26
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Auch der bolivianische Präsident Evo Morales streckt seinen Kopf in den Rettungsschacht. Er zeigt sich im Gespräch mit seinem chilenischen Amtskollegen Piñera beeindruckt von der technischen Meisterleistung, die in den letzten Wochen vollbracht wurde.
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Der Bohrspezialist Galleguillos liebte seinen Job über alles. Seit 40 Jahren ist als Bergarbeiter tätig und sammelte in seiner Freizeit spezielle Mineralsteine.
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Auch Jorge Galleguillos war schon vor dem Unglückstag skeptisch gegenüber den Sicherheitsmassnahmen in der Mine. Sein Sohn erinnert sich an zwei Unfälle, die sein Vater im letzten Jahr hatte: «Er lag im Spital und in den Betten links neben ihm und gegenüber lagen zwei weitere Kumpel von San José. Man hätte die ganze Abteilung des Spitals nach der Mine nennen können. Aber in seinem Alter, wo sollte er sonst eine Stelle finden?»
14:08
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Jorge Galleguillos ist der Nächste, der demnächst in die Kapsel steigen wird. Galleguillos ist gesundheitlich nicht in bester Verfassung, scheinbar fürchtet er sich vor der Fahrt im äusserst engen Rettungsschacht.
14:01
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Die Kapsel wird schon wieder nach unten gelassen. Laut dem chilenischen Gesundheitsminister Jaime Manalich geht die Bergung der Männer schneller vonstatten als zunächst angenommen. Dies, weil die Rettungskapsel entgegen den Erwartungen nicht rotiere.
13:57
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Die Umarmung mit seiner Frau war äusserst innig. Für sie endet mit dem heutigen Tag ein «monatelanger Albtraum».
13:53
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Vega scheint in guter Verfassung. Trotzdem wird er nun wie alle anderen Mineure zuvor in einen Sanitätscontainer geführt, um sich an die Umgebungsbedingungen anzupassen.
13:51
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Der grosse Moment für Alex Vega und seine Angehörigen ist da, er ist oben angekommen.
13:46
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Die Frau von Alex Vega hatte ihn oft gebeten, den Job in der Mine aufzugeben. Er missachtete ihren Wunsch, weil sie gerade ein Haus am bauen sind und das Geld brauchten.
13:42
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Die ersten der befreiten Minenarbeiter sind mittlerweile per Helikopter im Spital eingetroffen. Dort werden sie für zwei Tage zur Beobachtung bleiben. Falls nötig, werden weitere Massnahmen eingeleitet.
13:39
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Der Vater von Alex Vega ist Notarzt und änderte seinen Namen, um bei der Rettung zu helfen. Eigentlich wären Familienangehörige nicht zugelassen.
13:35
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Das Rad dreht sich, Alex Vega ist auf dem Weg nach oben.
13:33
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Die Kapsel ist im Rettungsschacht angekommen. Alex Vega wird für die ungemütliche Fahrt in die Freiheit vorbereitet.
13:27
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Der 31-jährige Mechaniker pflegte nach jedem Tag in der Mine seine Mutter anzurufen. Nicht so am Abend des 5. August. Ana Salazar befürchtete schon das Schlimmste und kann nun kaum erwarten, ihren Sohn wieder in die Arme zu schliessen.
13:24
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Der nächste Glückliche heisst Alex Vega Salazar. Er wird in rund 20 Minuten in die Rettungskapsel steigen dürfen.
13:20
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Das Rad bewegt sich wieder im Gegen-Uhrzeigersinn. Die Kapsel ist also wieder auf dem Weg in die Tiefe.
13:16
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Dem einzigen Bolivianer unter den 33 Kumpel, Carlos Mamani, wurde ein besonderes Geschenk in Aussicht gestellt: Wenn es sein Gesundheitszustand erlaubt, darf er im Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales zurück in die Heimat fliegen.
13:13
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Die Rettungskapsel wird derzeit untersucht, bevor sie wieder in die Tiefe hinabgelassen werden kann. Laut dem chilenischen Gesundheitsminister findet nach jedem achten Rettungsgang zudem ein besonderer Sicherheits-Check statt, bei dem auch verschiedene Teile der Kapsel ersetzt werden.
13:10
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Mario Gomez hat über 50 Jahre Minenerfahrung. Nun hat er seiner Frau aber versprochen, dass er damit aufhöre.
13:06
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Zuvor aber rufen die Umstehenden noch einmal laut «Mario, Mario!» Noch auf der Bahre reckt er daraufhin die Faust, wie um zu sagen: «Ich habe es geschafft!»
13:05
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Er wird - in eine dicke Decke eingemummelt und mit Sauerstoffmaske auf dem Gesicht - mit der Bahre abtransportiert.
13:04
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Erneut umarmt er daraufhin seine Frau. Alle sind überglücklich, dass er die Rettung scheinbar so gut überstanden hat.
13:04
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Danach kniet er nieder und betet.
13:03
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Er umamrt seine Frau lange.
12:52
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Auch Gomez ist oben.
12:57
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Mario Gomez ist an der Oberfläche angekommen!
12:47
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Das Führungsrad der Aufzugkabine bewegt sich nach rechts. Mario Gomez ist auf dem Weg nach oben. Gebannt erwarten die Helfer die Ankunft des 64-jährigen, dem es gesundheitlich nicht gut geht.
12:41
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Erfahrung überzeugte nicht: Noch einen Monat vor dem Unglück hatte Gomez seinen Vorgesetzten erzählt, dass die Mine jeden Moment einstürzen könnte. Er habe ihnen sogar alternative Tunnelgrabungen vorgeschlagen, für den Notfall. Eine Antwort auf seine Anliegen habe er nie erhalten.
12:33
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Mit 63 Jahren ist Gomez der älteste Kumpel unter den Verschütteten. Für seine Bergung wurden besondere Sicherheitsmassnahmen getroffen. Unter anderem wird er eine Sauerstoff-Vollmaske tragen.
12:30
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Der nun zur Rettung anstehende Claudio Gomez Heredia ist im Hinblick auf den Gesundheitszustand das Sorgenkind unter den Minenarbeitern. Er leidet unter einer Staublunke und hohem Blutdruck.
12:27
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Mittlerweile ist es taghell in Chile.
12:25
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Der neunte in der Rettungs-Reihenfolge ist mario Gomez Heredia, der in der Grube auf seinen Aufstieg vorbereitet wird.
12:21
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Noch während der Gesundheitsminister vor Medienvertreter eine Erklärung zum Zustand der Kumpel abgibt, ist die Kapsel erneut auf dem Weg nach unten.
12:09
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Der Gesundheitsminister erklärt, dass alle befreiten Minenarbeiter die nächsten Tage sehr genau untersucht würden - Kardiologen, Dermatologen und andere Experten werden den Gesundheitszustand der Kumpel begutachten und die notwendigen Massnahmen einleiten.
12:06
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Trotz seiner ausgemerkelten Erscheinung wirkt Yanez vital und grüsst noch von der Gahre aus in die Kamera.
12:06
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Die gesamte Familie ist am Schachtrand erschienen, um den Lebenspartner und Vater in Empfang zu nehmen.
12:05
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Lange und innig umarmt er seine Freundin, mit der er zwei Töchter hat.
12:04
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Der ausgemerkelt erscheinende Minenarbeiter ist der erste, für den die Sicherheitsbrille wichtig wird, da sich die Sonne blicken lässt.
12:04
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Auch Claudio Yanes Lagos hat es sicher an die Oberfläche geschafft.
12:02
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Wie so viele andere trieb die die Aussicht auf ein besseres Leben in die dunkle Mine. Diese Entscheidung bezahlte er mit 69 Tagen seines Lebens.
12:01
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Der 34-Jährige hatte die Stelle in der Mine nur angenommen, weil ihm ein unbefristeter Arbeitsvertrag angeboten wurde.
11:57
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Während langsam die Morgendämmerung in der Atacama-Wüste anbricht, befindet sich Claudio Yanez Lagos auf dem Weg in die herbei gesehente Freiheit.
11:50
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«Hört auf Unsinn zu reden», sagt einer der Helfer in der Grube im Spass. «Man hört alles was wir sagen.»
11:46
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«In der Mine verdiene ich doppelt so viel wie auf dem Bau», erklärte er Yanez seiner Frau. «Sobald ich unsere Schulden beglichen habe, höre ich auf», hatte er ihr versprochen. Das wäre diesen Monat passiert. Er hatte Pech.
11:42
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Die Kapsel ist wieder am Ende der Grube angekommen. Claudio Yanez Lagos ist der achte von 33 Minenarbeiter, die sich in die Enge Kapsel quetschen müssen, um aus Grube ausfahren zu können.
11:40
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Zum Schaudern: Wenn das Drahtseil gegen die Führungsschinen schlägt, erklingen im Camp Esperanza bedrohliche Geräusche, die bei den Beobachtern ein ungutes Gefühl erzeugen.
11:27
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Die Kapsel befindet sich wieder auf dem Weg in die Tiefe. Sie wird über ein etwa 2,5 cm dickes Stahlseil nach unten gelassen.
11:26
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Wie auch die Kumpel zuvor wird er umgehend zum Ärzteteam gebracht, dass eine Erstanalyse vornimmt, bevor es danach in Richtung Spital weiter geht.
11:25
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Auch um seinen Gesundheitszustand gibt es Spekulationen. Er ist einer der Minenarbeiter, der schon im Vorfeld anlass zu Sorgen gab.
11:25
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Kann es noch nicht fassen: Trotz allem sieht der Gerettete im ersten Moment nicht glücklich aus. Er kämpft mit seinen Emotionen.
11:24
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José Ojeda umarmt seine Nichte Elisabth und drückt sie fest.
11:23
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Und wieder ertönt das «Che-Che-Che, Le-Le-Le» für den Pragmatiker im grünen Rettungsanzug.
11:23
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Die Helfer befreien ihn aus der Rettungskapsel.
11:22
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Der 47-jährige José Ojeda ist oben.
11:15
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Am Rettungsschacht wartet die 26-jährige Nichte des erfahrenen Minenarbeiters José Ojeda mit Spannung. Die Sirene ertönt. Die Nerven sind angespannt wie Drahtseile.
11:03
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In den Phasen des Abtauchens der Rettungskapsel bis zu ihrer Rückkehr an die Oberfläche herrscht ausserhalb des abgesperrten Bereichs eine gespenstische Stille.
10:59
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Jubel, Tränen und Erleichterung im Camp Esperanza: Die Operation «San Lorenzo» läuft bislang fast reibungslos.
10:57
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Das Rad dreht sich erneut nach links. Es zeigt, dass die Kapsel auf dem Weg in die Tiefe ist. Während dieser Zeit wird rund um den Rettungsschacht kräftig gearbeitet. Man hört lautes Hämmern.
10:56
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Der 47-jährige Ojeda arbeitet seit 27 Jahren als Bergarbeiter. Nachdem er vor acht Jahren seine Frau und vor zwei Jahren seine Schwester verloren hatte, kümmert er sich um deren Tochter. «Mein Onkel liebt seinen Job», sagt die 26-jährige Elisabeth.
10:54
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Als nächstes darf sich José Ojeda auf seine Freiheit freuen. Er ist der Autor jener Zeile, die am 22. August ganz Chile berührte: «Alle 33 sind im Schutzraum. Uns geht es gut».
10:52
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An der ganzen Rettungsoperation sind schätzungsweise 500 Personen beteiligt.
10:49
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Ausserdem werden die Datenleitungen gecheckt. Zur medizinischen Überwachung wird den Minenarbeitern vor dem Einstieg in die Kapsel ein Hightech-Gürtel umgeschnallt. Der Gürtel checkt die Herzfrequenz, Blutdruck, Puls, Sauerstoffzufuhr und Atmung der Bergleute.
10:48
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Wieder wird an der Kapsel gearbeitet. Nach jedem Gang werden die Sauerstoffflaschen ausgetauscht.
10:47
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Jubel, Jubel und nochmal Jubel: Die Rettungsaktion wird von den Anwesenden gefeiert. Über 2000 Journalisten und zig Schaulustige haben sich vor der Mine versammelt. Sechs Kumpels sind in Sicherheit und das Volksfest voll im Gange. Noch harren aber 27 Mineure unter Tage aus.
10:40
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Osmán Araya ist frei!
10:32
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Lange, beovr die Kapsel in der dunklen Röhre sichtbar wird, können sich Helfer und der Minenarbeiter durch Zuruf verständigen.
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Die Sirene ertönt. Sie kündigt die nahende Kapsel an. Nur noch etwa 50 Meter ist sie von der Oberfläche entfernt.
10:30
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Chiles Staatschef Sebastian Piñera ist außer sich vor Freude. Er bezeichnete die Rettungsaktion als «ohne Vergleich in der Geschichte der Menschheit».
10:28
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Alle Augen sind während des Aufstiegs der Kapsel auf ein Rad mit zwei Metern Durchmesser gerichtet. Es ist über der Aufhängevorrichtung der Rettungskabine angebracht und führt das Drahtseil der Kabine. Mit jeder Umdrehung ist der nächste Minenarbeiter seiner Freiheit einige Meter näher. Dieses Rad wird zum untrüglichen Zeichen für alle Beobachter, dass die Rettung vorwärts geht.
10:25
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Alle Augen sind während des Aufstiegs der Kapsel auf ein zwei Meter im Durchmesser grossen Rades über der Aufhängevorrichtung der Rettungskabine gerichtet. Mit jeder Umdrehung ist der nächste Minenarbeiter seiner Freiheit einige Meter näher. Dieses Rad wird zum untrüglichen Zeichen für alle Beobachter, dass die Rettung vorwärts geht.
10:24
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Und wieder ist rund 15 Minuten lang das Rattern des Dieselmotors, der die Mini-Kabine am Stahlseil in die Höhe zieht, zu hören.
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Doch zunächst zählt für den Minenarbeiter, der kein Blatt vor den Mund nimmt, nur eins: Die etwas über 600 Meter nach oben heil überstehen.
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Osmán Araya ist auf dem Weg in die Freiheit. Er wird nach seiner Befreiung verbal weiter scharf in Richtung der ehemaligen Grubenbesitzer schiessen.
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  • Peschä am 15.10.2010 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Super, dass es geklappt hat alle zu

    retten und das erst noch viel früher, als erwartet! Was ich nicht ganz verstehe ist das mit den Sonnenbrillen. Die hatten dort unten zwar kein Sonnenlicht, aber doch auch helle Scheinwerfer. Zudem sind sie alle lebendig, das heisst, der Pupillenreflex ist vorhanden und die Pupillen verengen sich bei hellem Licht. Übrigens kommen ja auch Babys nicht mit Sonnenbrillen auf die Welt und die haben vorher noch gar nie Tageslicht gesehen. War wohl eher dafür gedacht, dass sie nicht "blöd" aussehen durch das Zusammenkneifen der Augen auf den Fotos und Videos, wenn sie den Schacht verlassen.

  • Hoffnungsvoller Leser am 14.10.2010 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Die Krönung wäre eine Versöhnung

    zwischen Chile und Bolivien.

  • Andrea Mordasini, Bern am 14.10.2010 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    DAS WUNDER VON CHILE - 3

    Allergrösster Respekt gebührt ebenfalls den 33 Verschütteten, welche 69 lange Tage untertags ohne Sonnenlicht ausharren mussten. Ihnen und ihren Angehörigen wünsche ich von Herzen alles Gute und dass sie irgendwann und irgendwie dieses traumatische Erlebnis verkraften und verarbeiten können und wieder in ein einigermassen geregeltes und normales Leben zurückfinden werden!