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13. Oktober 2010 13:38; Akt: 13.10.2010 15:44 Print
Das andere Gesicht der Rettung
von Karin Leuthold - Die spektakulärste Rettungsaktion der Geschichte wird begleitet von Jubel und Tränen. Doch als die Gruppe der «psychisch Schwächsten» an der Reihe ist, steigt die Nervosität.
Als Florencio Avalos aus der Kapsel hinaussteigt, verbreitet sich Jubel unter den Anwesenden. Sie applaudieren und fallen sich in die Arme. Avalos selber wirkt zunächst etwas verunsichert, dann umarmt er seine Frau Monica und seinen Sohn Bairon. Chiles Präsident Sebastian Piñera hält nach der Ankunft von Avalos eine emotionale Rede. Er beschreibt, wie schön es ist, Avalos' Söhne ihren Vater begrüssen zu sehen, insbesondere den kleinen Bairon. «Ich sagte Florencio, ich habe nicht oft einen Sohn seinem Vater so viel Liebe zeigen sehen.»
Bildstrecken Eine beängstigende FahrtZahlen und Fakten zur Bergung Video
Der erste Minenarbeiter ist befreit
Durch dieses Loch müssen sie durch
Live dabei:
Nach 69 Tagen in einem 620 Meter tiefen Schacht werden am 13. Oktober die 33 eingeschlossenen chilenischen Bergarbeitern geborgen worden. 20 Minuten Online sendet live.
Es ist die grosse Erlösung, das Wunder von Copiapó. Tränen fliessen. Als der junge Jimmy Sanchez aus der Kapsel hervorschaut, ändert sich allerdings das Bild. Dem 19-Jährigen sieht man sofort an: 69 Tage Abgeschiedenheit setzten ihm zu. Er wirkt angeschlagen, erschöpft. Doch das ist kein Zufall. Sanchez gehört zur Gruppe der «psychisch Schwächsten». Zu jener Gruppe also, die einen Rückschlag bei der Bergung am schwierigsten verarbeiten könnten. Es sind die Sorgenkinder der 33 Verschütteten. Auch Mario Gomez gehört dazu. Der Gesundheitszustand des 63-Jährigen wird als prekär eingestuft. Für seine Bergung trägt er eine Sauerstoff-Vollmaske. Den Angehörigen steht die Anspannung im Gesicht.
Spektakel, Sorgen und Ängste
Besonders auffallend auch der Ausdruck von José Ojeda, der als siebter Kumpel den Stollen verlässt. Verspannt und mit verstörtem Blick fiel er seiner Nichte in die Arme. Die Helfer mussten ihm helfen auf die Bahre zu steigen. Und Claudio Yañez verliess nach einer langen Umarmung mit seiner Frau kommentarlos das Gelände.
Es ist das andere Gesicht der spektakulärsten Rettungsaktion in Chile. Das Gesicht der Sorgen und Ängste, das erst vorüber ist, wenn der letzte Kumpel gesund aus dem Loch gezogen wurde. Es ist nicht das grosse Spektakel, wie etwa bei Mario Sepúlveda veranstaltet wurde. Euphorisch und fast ausser sich vor Freude umarmte er das gesamte Rettungsteam. Als ihn einer darauf aufmerksam machte, dass da noch seine Frau Elvira stehe, die er vielleicht begrüssen wolle, sagte er: «Ach, die werde ich jetzt noch lange genug sehen.» Sepúlveda, der schon im Schutzraum für die Videodokumentation zuständig war, gibt Minuten nach seiner Rettung als Einziger ein Interview. Juan Illanes witzelte bei seiner Ankunft, er könne doch vor so vielen Leuten seine Frau nicht küssen. Wenige Hemmungen hatte er hingegen bei Ministern und Rettungshelfern.
Die geistig Schwachen lächeln kaum
In der dritten Phase sollen die «psychisch Stabilen» kommen. Vielleicht ist dann wieder mit freudigen Gesichtsausdrücke zu rechnen. Als Mario Gomez aus der Kapsel stieg, kniete er nieder und betete. Dann sagte er: «Ich habe es geschafft!»
Der erste Kumpel ist gerettet:
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So werden die 33 Bergarbeiter geborgen:
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Alle 114 Kommentare






























Super, dass es geklappt hat alle zu
retten und das erst noch viel früher, als erwartet! Was ich nicht ganz verstehe ist das mit den Sonnenbrillen. Die hatten dort unten zwar kein Sonnenlicht, aber doch auch helle Scheinwerfer. Zudem sind sie alle lebendig, das heisst, der Pupillenreflex ist vorhanden und die Pupillen verengen sich bei hellem Licht. Übrigens kommen ja auch Babys nicht mit Sonnenbrillen auf die Welt und die haben vorher noch gar nie Tageslicht gesehen. War wohl eher dafür gedacht, dass sie nicht "blöd" aussehen durch das Zusammenkneifen der Augen auf den Fotos und Videos, wenn sie den Schacht verlassen.
Die Krönung wäre eine Versöhnung
zwischen Chile und Bolivien.
DAS WUNDER VON CHILE - 3
Allergrösster Respekt gebührt ebenfalls den 33 Verschütteten, welche 69 lange Tage untertags ohne Sonnenlicht ausharren mussten. Ihnen und ihren Angehörigen wünsche ich von Herzen alles Gute und dass sie irgendwann und irgendwie dieses traumatische Erlebnis verkraften und verarbeiten können und wieder in ein einigermassen geregeltes und normales Leben zurückfinden werden!