Das Wunder von Chile

15. Oktober 2010 17:45; Akt: 15.10.2010 18:17 Print

Der Letzte soll das Licht ausschaltenDer Letzte soll das Licht ausschalten

von Karin Leuthold - Nach der erfolgreichen Rettung der 33 chilenischen Kumpel, haben in Copiapó die Aufräumarbeiten begonnen. Zeit eine Bilanz zu ziehen.

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Der letzte soll das Licht ausschalten - die Aufräumarbeiten im «Camp der Hoffnung» haben begonnen.

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Die Rettung der 33 Kumpel war nicht nur ein technologischer Erfolg. Dahinter steckt ein Wunder der Solidarität, sind sich die Chilenen einig. Die erfolgreiche Aktion sei «der Beweis, dass - wenn sich die Menschen einen und alles geben, um Leben zu retten - das Leben mit Leben zurückzahlt», ist der chilenische Schriftsteller Hernan Rivera Letelier überzeugt. In einem Kommentar erinnert er an die Hunderte von Kreuzen, die die Wüste von Atacama beschmücken. Jedes einzelne steht in Erinnerung an einem verunglückten Mineur.

Diesmal habe man sich aber die Kreuze ersparen können, gratuliert Letelier. Für die Mehrheit der Chilenen ist der Grund des Erfolgs klar: Man hat schnell reagiert und man hat alle nötigen Ressourcen eingesetzt. Derselben Meinung ist Hector Oyarza, Planungsleiter beim grössten Staatsminenunternehmen Codelco. «Sobald die Familien vom Unglück erfuhren, meldeten sie sich bei der Regierung. Dort reagierte man sofort darauf», sagt er im Gespräch mit 20 Minuten Online.

Alles wird besser

Vielleicht hat das Unternehmen San Esteban, zu dem die Unglücksmine San José gehört, einen Fehler begangen: Sie habe zu viele Stunden gewartet, bis sie die Ernsthaftigkeit der Verschüttung begriffen, so der Mineur. Alles in allem gibt er dem Unternehmen aber keine so schlechte Note: «Man muss zugeben, dass sie nicht so arm ausgerüstet waren, wie es in den Medien oft dargestellt wurde. Immerhin haben die Vorräte für 33 Männer während 17 Tagen ausgereicht. Im Schutzraum hatten sie einen medizinischen Vorratskasten. Sogar Netzmaschen waren dabei.»

Als die Aktion gestartet war, hat nicht nur die Regierung alles daran gesetzt, um die Kumpel zu retten. Auch private Unternehmen haben zum Teil anonym mit Maschinen, Geld und Materialen zur Bergung beigetragen. «Das Volk hat sich vereint», sagt Oyarza. «Wir haben alle dafür unseren Beitrag geleistet.» Es sei aber vor allem den Verschütteten zu danken, dass das Unglück einen Happy End fand: «Sie haben nie die Hoffnung aufgegeben.»

Diese Situation soll sich nicht wiederholen, versicherte Chiles Präsident Sebastian Piñera nachdem der letzte Kumpel rauskam. Oyarza glaubt fest daran: «Man wird in Zukunft die Sicherheitsmassnahmen ernster nehmen. Dafür wird der Präsident sorgen. Ich bin davon überzeugt.»