Chile

24. Oktober 2010 23:42; Akt: 25.10.2010 11:42 Print

Der sportliche Kumpel nimmt an Triathlon teilDer sportliche Kumpel nimmt an Triathlon teil

Knapp zwei Wochen nach seiner Rettung hat einer der 69 Tage lang verschütteten Bergleute in Chile am Sonntag an einem Triathlon teilgenommen.

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Edison Peña beendete am 7. November 2010 erfolgreich den New York Marathon. Mit fünf Stunden, 40 Minuten und 51 Sekunden unterbot Peña sogar sein selbstgestecktes Ziel, die 42,2 Kilometer lange Strecke in etwa sechs Stunden zu laufen. Die Ziellinie überquerte der 34-Jährige in eine chilenische Flagge gehüllt. Peña hatte das Rennen kurzzeitig unterbrechen müssen, um seine geschwollenen Knie mit Eisbeuteln versorgen zu lassen. Noch vor drei Wochen war der Bergarbeiter in der Mine in der Atacama-Wüste verschüttet. Nach seiner Rettung erzählte er in einem Interview, welchen Frust er verspürte, eingeschlossen zu sein. Der Elektriker hatte sich in den Kopf gesetzt, «den Berg zu besiegen». So besessen war er, dass sich die Ärzte und Psychologen ernsthafte Sorgen um sein psychisches Wohlbefinden machten. Peña rannte zunächst mit einer Stirnlampe durch den Stollen. «Aber die ging manchmal aus und ich stand im Dunkeln. Das ist das Schlimmste für mich», erzählt er. Mit den Wochen nahm Peñas Obsession zu und er schleppte sogar schwere Karren mit sich durch die schwarzen Gänge. Seine Freundin und das Rettungsteam schickten ihn durch den Versorgungsschacht ein Paar Turnschuhe und einen Fotoapparat, ... ... damit Peña die beängstigende Schwärze dokumentieren konnte. Die anderen Männer machten sich immer wieder auf, die Mine zu erkunden und einen Ausgang zu suchen. «Es war aussichtslos. Irgendwann stand man wieder vor einer Wand aus Fels.» Edison Peña fotografierte sich mit einigen seiner Kollegen. Aber nicht mit allen. Einige, wie zum Beispiel der kamerageile Mario Sepúlveda, ärgerten ihn. Peña glaubte in seiner Verzweiflung, der Berg halte ihn gefangen. Er habe gehört, wie der knisternde Fels zu ihm sagte: «Du wirst sterben, du wirst langsam sterben, und du wirst nichts dagegen tun können.» Auch Kumpel Victor Segovia berichtet Einzelheiten des Martyriums unter Tage: «Immer wieder hat irgendeiner geweint. Auch ich.»

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Edison Peña war nach eigenen Angaben in seiner Zeit unter Tage in seinen Bergarbeiterstiefeln täglich fünf bis zehn Kilometer in den unterirdischen Gängen gelaufen. Nach der Bergung wurde er eingeladen, am Triathlon Piedra Roja in Chicureo teilzunehmen, 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago.

Peña lief in einer Staffel mit zwei Lokalmatadoren eine Strecke von 10,5 Kilometern. Er trug dabei die Startnummer 33, in Erinnerung an die Zahl der verschütteten Kumpel. «Laufen bedeutet Spannungen abzubauen, den Kopf freizukriegen, sich der chaotischen Gedanken zu entledigen», erklärte Peña. Wichtig sei es, um ein Ziel zu kämpfen, unabhängig von den Hindernissen, die den Weg dorthin erschwerten.

(dapd)