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Dramatische Szenen
14. Oktober 2010 15:20; Akt: 14.10.2010 15:30 Print
Ein 69 Tage langer Albtraum im Zeitraffer
von D. Galka, M. Bangerter - Schrecksekunden, Ungewissheit, Lebenszeichen - dieser Zusammenschnitt der Schicksalsmomente der 33 Bergleute in Chile geht unter die Haut.
Als letzter Kumpel stieg am Mittwochabend der «Kapitän» der Gruppe, Luis Urzúa, aus der Rettungskapsel. In der 22 Stunden und 36 Minuten dauernden Rettungsarbeit wurde ein Kumpel nach dem anderen aus über 620 Metern Tiefe mit der schulterbreiten Kapsel an die Oberfläche gebracht. Dabei hatte es in diesem Drama mit Happy End vor Wochen noch ganz anders ausgesehen.
Bildstrecken «Willkommen im Leben»Zahlen und Fakten zur BergungDrama um verschüttete Bergarbeiter Video
So werden die Männer aus der Mine gerettet
Erster Minenarbeiter gerettet
5. August: Nach einem Grubenunglück in der Mine San José nahe der Stadt Copiapó können sich 33 Überlebende in fast 700 Meter Tiefe in einen Schutzraum retten. Die Bergleute halten sich dort mit etwas Thunfisch in Dosen und Milch am Leben.
6. August: Bergbauminister Laurence Golborne leitet die ersten Schritte der Bergungsarbeiten ein. Durch einen Luftschacht versuchen Rettungskräfte zu den Opfern zu gelangen.
7. August: Felsrutsch im Belüftungsschacht. Die Bergungsaktion wird abgebrochen. Inzwischen eilt Chiles Staatspräsident Sebastián Piñera aus einem Kolumbien-Besuch zum Unglücksort.
8. August: Um die Verschütteten orten zu können, bohren Hilfskräfte mehrere Löcher in die Tiefe.
19. August: Die Hoffnung auf Leben schwindet. Die Bohrmaschine durchbricht zwar die Decke des vermeintlichen Aufenthaltsorts der Kumpel. Doch ein Überlebenszeichen bleibt aus. Denn die Männer sind mittlerweile in einen tiefer liegenden und kühleren Bereich der Mine geflüchtet.
22. August: Helfer an der Oberfläche vernehmen Klopfgeräusche. Die Überlebenden machen sich mit Hämmern an der Bohrmaschine bemerkbar. Der Bohrer wird aus der Tiefe gezogen. Das definitive Überlebenszeichen in Form eines kleinen Zettels mit roten Lettern kommt ans Tageslicht: «Estamos bien en el refugio, los 33» - «uns geht es gut hier unten, allen 33». Die Botschaft geht um die Welt. Drei separate Versorgungsschächte für den Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und Kommunikatonsmitteln werden in Richtung der Kumpel eingelassen.
23. August: Erstmals werden Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente zu den Überlebenden hinuntergelassen. Rund eine Stunde dauert eine Güterlieferung durch einen etwa zehn Zentimeter schmalen Schacht.
Während den ersten 17 Tagen essen die Bergleute nur alle 48 Stunden: Einen halben Keks, zwei Esslöffel Makrele und Thunfisch, eine halbe Tasse Milch, Pfirsichkonserven, Wasser nach Bedarf. Man vermutet, dass sie während der Isolation acht bis neun Kilo an Gewicht verloren haben.
25. August: Chiles Präsident Sebastián Piñera sagt bei einem Dankgebet in der Hauptstadt Santiago, die Rettungsaktion könne bis Weihnachten dauern.
27. August: Erste Videoaufnahmen zeigen die Verschütteten. Die Männer grüssen ihre Familien. Zahlreiche Angehörige campieren seit Wochen am Bergwerk.
31. August: Die mehrfach verschobene Bohrung eines Rettungsschachtes mit einem Spezialbohrer beginnt. Am 5. September startet eine zweite und schnellere Rettungsbohrung.
14. September: Die Frau des eingeschlossenen Ariel Ticona gebärt ihr Baby. Ticona verfolgt die Geburt in einer Videoschaltung mit. Das Mädchen erhält den Namen «Esperanza», was Hoffnung bedeutet.
25. September: Die erste von drei Rettungskapseln steht bereit.
29. September: Angehörige von 27 verschütteten Minenarbeitern beabsichtigen, die chilenischen Behörden auf 27 Millionen US-Dollar zu verklagen.
9. Oktober: Der Bohrer für den Rettungsschacht durchbricht die Decke des Zufluchtsorts der Verschütteten.
13. Oktober: Nacheinander werden die 33 verschütteten Bergarbeiter innerhalb von 24 Stunden mithilfe der Kapsel «Phönix» aus ihrem Verlies gerettet. Jubelrufe der Angehörigen sowie Kameras aus aller Welt begleiten die spektakuläre Aktion.



























