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Jahrestag in Chile
06. August 2011 08:32; Akt: 06.08.2011 11:14 Print
Kumpel erinnern an das Grubenunglück
Die 33 Grubenarbeiter harrten 69 Tage unter der Erde aus, bis sie gerettet wurden. Ein Jahr danach laden sie zum Gottesdienst. Und warten immer noch auf ihr Geld.
Mit einem Gottesdienst hat Chile am Freitag an das Unglück vor einem Jahr in der Kupfermine San José erinnert. Die 33 Kumpel wurden in 700 Meter Tiefe verschüttet und konnten erst nach 69 Tagen wieder an die Erdoberfläche gebracht werden.
Die Kumpel posieren mit den chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera.(Bild: Reuters)
Infografik
Grubenunglück in Chile
Video
Ausstellung über die verschütteten Kumpel
An der Gedenkfeier nahmen 27 der insgesamt 33 Verschütteten mit ihren Familien, viele ihrer Retter sowie Staatschef Sebastián Piñera und Bergbauminister Laurence Golborne teil. «Aufgrund ihres Einsatzes stehen heute keine 33 Kreuze in der Wüste», dankte der Schichtleiter vom 5. August 2010, Luis Urzúa, den Rettern.
Die Kumpel hatten in weitgehender Dunkelheit und bei Temperaturen von weit über 30 Grad in der Mine in der Atacama-Wüste überlebt. 17 Tage lang wussten sie nicht, ob sie jemals gerettet würden.
Mitte Oktober wurden die Arbeiter einzeln in einer Rettungskapsel durch einen 66 Zentimeter schmalen und 622 Meter tiefen Schacht in die Freiheit gebracht. Die Kupfermine ist seit der Bergung geschlossen.
Am Schluss der Zeremonie überreichte Piñera den berühmten Zettel mit der in grossen roten Buchstaben verfassten Nachricht «Uns geht es gut in unserem Rückzugsort. Die 33» an José Ojeda.
Dank der durch eine Sonde übermittelten Botschaft Ojedas erfuhr die Welt am 22. August, dass alle das Minenunglück überlebt hatten. Ojeda will den Zettel dem Regionalmuseum von Atacama übergeben.
Festnahmen am Rande der Feier
Am Rande der Gedenkfeier wurden zwei Frauen festgenommen, die gegen die chilenische Bildungspolitik protestierten. Bei neuen Protesten gegen Mängel im Bildungswesen waren am Donnerstag landesweit mehr als 870 Menschen festgenommen worden.
Schwerpunkt der Demonstrationen war die Hauptstadt Santiago de Chile, wo die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen hunderte Studenten, Schüler und Lehrer vorging. Die Vorschläge der Regierung zur Beilegung des Konflikts lehnten die Studenten am Freitag als nicht ausreichend ab.
Warten auf Entschädigung
Nach dem anfänglichen Wirbel nach der spektakulären Rettung ist es inzwischen ruhiger um die Bergleute von Copiapó geworden. Die meisten leben immer noch in der Nähe der Mine, doch die wenigsten arbeiten noch dort.
Sie halten sich mit Gelegenheitsjobs und Spenden über Wasser. Mitte Juli reichten 31 Kumpel Klage gegen die Regierung ein, sie machen sie für die geringen Sicherheitsstandards der Mine verantwortlich und fordern
Ende des Streiks in Escondida
Ein 14-tägiger Streik in der weltgrössten Kupfermine Escondida im Norden Chiles ging unterdessen zu Ende. Die Bergarbeiter einigten sich mit ihrem Arbeitgeber auf Boni für das gute Geschäftsjahr 2010, wie ein Gewerkschaftssprecher mitteilte.
(sda)



























