Chile

19. Oktober 2010 08:21; Akt: 19.10.2010 08:37 Print

Kumpel fordern Entschädigung für KollegenKumpel fordern Entschädigung für Kollegen

Einige der geretteten Bergarbeiter in Chile haben Entschädigungen für ihre Kollegen gefordert, die nicht in der Unglücksmine verschüttet worden waren. Bisher haben nur fünf von ihnen eine neue Stelle gefunden.

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«Wer holt uns aus dem Loch?», fragen sich einige der arbeitslosen Mineure. Andere behaupten, Präsident Piñera habe während der Bergungsaktion nur eine Show abgahalten. (Bild: REUTERS/Carlos Vera)

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«Bitte unterstützt unsere Kollegen, denn auch sie haben Rechte. Ich rufe die Unternehmer auf, Entschädigungen zu zahlen, denn auch die Kollegen haben Familien, die sie ernähren müssen», sagte Omar Reygadas am Sonntag.

Er war vergangenen Mittwoch nach mehr als zwei Monaten unter Tage zusammen mit 32 weiteren Kumpeln gerettet worden. Die meisten Arbeiter der Mine, die nicht eingeschlossen worden waren, sind noch immer arbeitslos.

Nach Angaben des Gewerkschafters Javier Castillo haben 266 Arbeiter der Mine in der Atacama-Wüste bisher keine Arbeitspapiere erhalten. Das Bergbauunternehmen San Esteban, das die Mine betrieb, sei zahlungsunfähig und könne deshalb auch die mit der betriebsbedingten Kündigung verbundenen Entschädigungen nicht auszahlen.

Arbeitslos

Bisher hätten nur fünf frühere Arbeiter der Mine, die seit dem Unglück am 5. August geschlossen ist, eine neue, besser bezahlte Arbeit angenommen und damit auf die Entschädigung verzichtet, sagte Castillo. Alle anderen seien arbeitslos.

Die Geretteten selbst bekommen einen Lohnersatz aus einem Notfallfonds für Arbeiter, die einen Arbeitsunfall erlitten haben. Ihre Familien hatten zudem Ende September eine Entschädigungsklage angekündigt.

Nach Angaben von Castillo brachte die Mine vor dem Unglück monatlich Gewinne von etwa 300 Millionen Pesos (600'000 Franken) ein. Castillo forderte den Staat auf, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter ihre Entschädigung erhalten und neue Arbeit suchen könnten.

Hilfe zugesagt

Präsident Sebastián Piñera hatte auf die Frage nach staatlichen Hilfen geantwortet: «Wenn wir die Kumpel in der Tiefe nicht allein gelassen haben, dann werden wir sie auch an der Oberfläche nicht allein lassen.»

Konkrete Zusagen machte der Staatschef, der inzwischen auf Europareise ist, nicht. Piñera kündigte jedoch eine massive Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in Minen an.

(sda)