Sportlicher Kumpel

08. November 2010 07:25; Akt: 08.11.2010 12:10 Print

Von der Mine an den New York MarathonVon der Mine an den New York Marathon

Edison Peña, einer der im vergangenen Monat geretteten chilenischen Bergmänner, hat am Sonntag den New York Marathon erfolgreich beendet.

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Edison Peña beendete am 7. November 2010 erfolgreich den New York Marathon. Mit fünf Stunden, 40 Minuten und 51 Sekunden unterbot Peña sogar sein selbstgestecktes Ziel, die 42,2 Kilometer lange Strecke in etwa sechs Stunden zu laufen. Die Ziellinie überquerte der 34-Jährige in eine chilenische Flagge gehüllt. Peña hatte das Rennen kurzzeitig unterbrechen müssen, um seine geschwollenen Knie mit Eisbeuteln versorgen zu lassen. Noch vor drei Wochen war der Bergarbeiter in der Mine in der Atacama-Wüste verschüttet. Nach seiner Rettung erzählte er in einem Interview, welchen Frust er verspürte, eingeschlossen zu sein. Der Elektriker hatte sich in den Kopf gesetzt, «den Berg zu besiegen». So besessen war er, dass sich die Ärzte und Psychologen ernsthafte Sorgen um sein psychisches Wohlbefinden machten. Peña rannte zunächst mit einer Stirnlampe durch den Stollen. «Aber die ging manchmal aus und ich stand im Dunkeln. Das ist das Schlimmste für mich», erzählt er. Mit den Wochen nahm Peñas Obsession zu und er schleppte sogar schwere Karren mit sich durch die schwarzen Gänge. Seine Freundin und das Rettungsteam schickten ihn durch den Versorgungsschacht ein Paar Turnschuhe und einen Fotoapparat, ... ... damit Peña die beängstigende Schwärze dokumentieren konnte. Die anderen Männer machten sich immer wieder auf, die Mine zu erkunden und einen Ausgang zu suchen. «Es war aussichtslos. Irgendwann stand man wieder vor einer Wand aus Fels.» Edison Peña fotografierte sich mit einigen seiner Kollegen. Aber nicht mit allen. Einige, wie zum Beispiel der kamerageile Mario Sepúlveda, ärgerten ihn. Peña glaubte in seiner Verzweiflung, der Berg halte ihn gefangen. Er habe gehört, wie der knisternde Fels zu ihm sagte: «Du wirst sterben, du wirst langsam sterben, und du wirst nichts dagegen tun können.» Auch Kumpel Victor Segovia berichtet Einzelheiten des Martyriums unter Tage: «Immer wieder hat irgendeiner geweint. Auch ich.»

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Mit fünf Stunden, 40 Minuten und 51 Sekunden unterbot Edison Peña sogar sein selbstgestecktes Ziel, die 42,2 Kilometer lange Strecke in etwa sechs Stunden zu laufen. Peña gehörte zu den 33 Männern, die 69 Tage in rund 700 Metern Tiefe nach einem Felssturz in einem Bergwerk in der Atacama-Wüste eingeschlossen waren.

Die Ziellinie überquerte der 34-Jährige in eine chilenische Flagge gehüllt. Peña hatte das Rennen kurzzeitig unterbrechen müssen, um seine geschwollenen Knie mit Eisbeuteln versorgen zu lassen.

Im Auto mitfahren statt selber zu laufen?

«In diesem Marathon habe ich gekämpft», sagte der Bergmann nach dem Wettkampf. «Ich kämpfte mit mir selbst, ich kämpfte mit meinen Schmerzen, aber ich schaffte es bis zur Ziellinie», sagte Peña, der wie die 32 anderen Überlebenden des Minenunglücks als chilenischer Nationalheld gilt. Seine eigene Überwindung solle eine Ermutigung für alle Menschen sein, ihre Schmerzen zu überwinden.
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(Quelle: APTN-Video)

Während der wochenlangen Rettungsbohrungen hatte Peña angefangen, unermüdlich durch die Gänge der Mine auf und ab zu joggen. Als die Organisatoren des New York Marathons davon hörten, wollten sie ihn als Ehrengast einladen. Vielleicht könne er das Zielband halten oder im warmen Auto die Strecke abfahren, erläuterte die Präsidentin der New York Road Runners, Mary Wittenberg, die Überlegungen. «Ganz ehrlich, es kam uns gar nicht in den Sinn, dass er vielleicht selber laufen wollte», sagte Wittenberg. Genau das wollte Peña aber - und er machte es am Sonntag wahr.

(dapd)