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Warnung vor Kinderhandel in Haiti
19. Januar 2010 06:24; Akt: 19.01.2010 08:06 Print
«Ihre Not hier ist kaum zu erfassen»
Tausende traumatisierte Kinder irren nach dem schweren Erdbeben in Haiti allein durch die Strassen. In Kinderheimen ist die Lage katastrophal und spitzt sich weiter zu, berichteten Helfer und Experten. Viele obdachlose Kinder sind ohne jegliche Betreuung.
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Haiti hat als ärmstes Land Amerikas auch eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt - etwa 40 Prozent der Einwohner sind Statistiken zufolge jünger als 15 Jahre. Das Kinderhilfswerk terre des hommes warnte vor Kinderhändlern und Schleppern. Kinderhändler würden erfahrungsgemäss Notlagen wie jetzt in Haiti ausnutzen, teilte die Hilfsorganisation mit.
USA erlässt Einreise-Erleichterungen für WaisenNach dem verheerenden Erdbeben in Haiti haben die USA vorübergehend die Einreise-Vorschriften für Waisen aus dem Katastrophengebiet gelockert. Dies gab Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Montag bekannt.
Damit solle eine Behandlung der Kinder in den USA erleichtert werden. Die Regelung gelte nur für Waisen, die offiziell für eine Adoption in den USA zugelassen seien. Napolitano betonte jedoch, die vordringlichste Aufgabe sei die Wiederzusammenführung von Familien. (sda)
Nach Angaben des Vereins Haiti-Kinderhilfe muss vor allem den Kindern geholfen werden, die nicht bei ihren Eltern leben, sondern zum Arbeiten in andere Familien geschickt wurden. Sie würden von niemandem gesucht oder versorgt, sagte Stephan Krause, Vorsitzender der Haiti-Kinderhilfe e.V. am Montag der dpa.
Kaum mehr intakte Waisenhäuser
Eine anständige Versorgung könne nur ausserhalb der zerstörten Hauptstadt gewährleistet werden. Es gebe noch einige wenige kaum zerstörte Waisenhäuser.
Die Kinderhilfsorganisation World Vision berichtete am Montag von einem völlig überfüllten Waisenhaus in Delmas im Grossraum Port-au- Prince, in dem Kinder seit zwei Tagen ohne Wasser waren. «Als wir Hilfe brachten, streckten uns dutzende Kinder ihre Arme entgegen.»
Die meisten sind erschöpft, viele leiden unter Krankheiten wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Hautausschlag. Die Waisenhaus-Leitung hatte aus Verzweiflung Wasser aus einem naheliegenden Fluss geholt und es abgekocht», sagte Mitarbeiter James Addis laut Mitteilung.
Ein Mitarbeiter der Organisation Plan International Deutschland e.V., der Trauma-Experte Dr. Unni Krishnan, sagte über die Situation der Kinder: «Wir müssen ihnen psychologische Hilfe geben. Nach dem, was passiert ist, wissen die Mädchen und Jungen nicht, wohin mit ihrer Ungewissheit und Trauer. Sie suchen ihre Eltern und Geschwister - ihre Not hier ist kaum zu erfassen.»
Frankreich will adoptierte Kinder ausfliegen
Frankreich und die Niederlande wollen Kinder schnell ausfliegen, die bereits von Europäern adoptiert wurden, sich aber noch in Haiti aufhalten. Dafür müssten aber alle Papiere in Ordnung sein, sagte Entwicklungsstaatssekretär Alain Joyandet dem Radiosender Europe-1; Zahlen nannte er nicht.
Elternvereinen zufolge laufen jedoch zurzeit 1200 bis 1500 Anträge. Jedes Jahr werden tausende Kinder aus Haiti von ausländischen Eltern adoptiert.
(sda)


























