Erdbeben in Haiti

19. Januar 2010 13:13; Akt: 19.01.2010 13:55 Print

Die neue Schule ist nur noch Schutt und AscheDie neue Schule ist nur noch Schutt und Asche

Aufbau, Zerstörung, Wiederaufbau: Zu diesem ewigen Zyklus scheint das von Naturkatastrophen heimgesuchte Haiti verdammt zu sein. Ein trauriges Beispiel ist die Schule St. Gerard, die nach vielen Mühen erst am 13. Dezember 2009 eingeweiht worden war.

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Es ist – so könnte man die Geschichte Haitis beschreiben – die reinste Sisyphusarbeit: Kaum ist man fertig, stürzt das mühevoll Aufgebaute wieder in sich zusammen. Auch auf die Schule St. Gerard trifft dies zu: Das Gebäude wurde erst vor gut vier Wochen eingeweiht. Die Schule sollte 1200 Strassenkinder aufnehmen, ihnen eine Chance geben.

«Ich höre immer noch den Lärm des Einweihungsfestes», erzählt Pfarrer José Miguel Haro von der spanischen Nichtregierungsorganisation «Acoger y compartir», die sich am Bau der Schule beteiligt hatte. Vater Haro denkt an die 300 Kinder, die an jenem fatalen Nachmittag des 12. Januar unter den Trümmern begraben wurden. Er habe noch das Bild der strahlenden Kinder in ihren neuen Uniformen und mit den vollgestopften Rucksäcken vor Augen.

Die Waisenkinder sind in Gefahr

Und doch betont der Geistliche im Interview mit «El Mundo», wie wichtig es sei, jetzt nach vorne zu blicken. Er wolle trotz allem die Schule wieder so rasch wie möglich aufbauen. «Jetzt hat es Hunderte von Waisenkindern, die durch die Stadt streunen. Sie sind in Gefahr, von kriminellen Banden aufgegriffen zu werden. Und wenn das passiert, dann erwartet sie ein noch schrecklicheres Schicksal», sagt er.

Gerade jetzt dürfe man nicht den Kopf hängen lassen: Die Leute sollten lernen, «den Alltag zwischen den Trümmern» zu meistern. Und «die internationale Gemeinschaft hat nun die Aufgabe, den Leuten zu helfen, nicht nur auf kurze Dauer mit Wasser und Essen, sondern mit Arbeitsstellen», fordert er.

(kle)