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Flüchtlingsansturm
22. Januar 2010 07:53; Akt: 22.01.2010 09:57 Print
Haitianer flüchten – wohin, ist egal
Zu Tausenden strömen sie zum Hafen von Port-au-Prince, mit Taschen, Koffern oder einfachen Plastiksäcken. Verzweifelte Haitianer wollen dem Elend entkommen – in ihrem Land haben sie alles verloren. Doch das Tor zu den USA bleibt geschlossen.
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«Jeden Haitianer, den wir auf hoher See aufgreifen, werden wir in den Militärstützpunkt Guantánamo bringen – ohne Ausnahme.» Die USA haben eine scharfe und klare Flüchtlingspolitik angekündigt. Man werde keinen einzigen Haitianer aufnehmen, der über illegale Wege versuche, in das nordamerikanische Land einzureisen.
Glückskette sammelt weiterAuch nach dem Nationalen Spendentag ist das Spendenkonto der Glückskette weiter offen. Die Glückskette und ihre Schweizer Partnerhilfswerke bereiteten sich vor, in den kommenden Monaten Unterstützung zu leisten.
Diese werde sich von der Nothilfe bis zum Wiederaufbau erstrecken, teilte die Glückskette am Mittwoch mit. Die Glückskette finanziere bereits mehrere Hilfsprojekte in dem als ärmsten Land der westlichen Hemisphäre geltenden Land.
Für Spenden: Postkonto 10-15 000-6 mit Vermerk «Haiti» oder im Internet auf www.glueckskette.ch.
Doch die Verzweiflung lässt alle Warnungen verhallen: Tausende obdachlose Haitianer versuchen mit allen Mitteln, die Hauptstadt Port-au-Prince zu verlassen. Viele suchen ein neues Leben im Inneren der Insel, andere wollen die US-Militärschiffe stürmen, die vor der Küste vor Anker liegen.
Handys verraten die US-Armee
Der spanischen Tageszeitung «El Mundo» sagte ein Marineoffizier der USS Carl Vision, das Schiff – das normalerweise tagsüber sechs Kilometer vor der Küste kreuze – habe sich seit Samstag bis zu 30 Kilometer weit vom Ufer entfernen müssen, weil verzweifelte Haitianer auf das Schiff gekommen seien, um nach Essen oder Zuflucht zu betteln. Sie mussten alle zurückgeschickt werden.
Von offizieller Seite wurde der Vorfall nicht bestätigt. Es ist jedoch eine Tatsache, dass die Schiffe nun nachts in weiterer Entfernung patrouillieren: Journalisten an Bord der USS Carl Vision sollen noch vor wenigen Tagen Empfang auf ihren Handys gehabt haben. Jetzt nicht mehr.
USA warten nicht mit offenen Armen
Inzwischen unterstützt die US-Luftwaffe die Marine: In Helikoptern fliegen sie über Port-au-Prince und verbreiten eine Tonbandaufnahme des haitianischen Botschafters in Washington. Auf kreolisch warnt er seine Landsleute vor den Konsequenzen solcher Aktionen: «Ich sage euch ganz ehrlich: Glaubt nicht, dass ihr in den USA mit offenen Armen erwartet werdet. Ihr werdet zurückgewiesen und wieder hierher geschickt.» Die gleiche Botschaft wird auch noch auf Flugblättern über der Stadt abgeworfen.
(kle)


























