Nach dem Erdbeben

14. Januar 2010 12:13; Akt: 14.01.2010 13:39 Print

Schweizer spenden grosszügig für HaitiSchweizer spenden grosszügig für Haiti

Das verheerende Erdbeben in Haiti hat eine Solidaritätswelle ausgelöst: Die Schweizerinnen und Schweizer haben bereits in den ersten 24 Stunden rund 350 000 Franken gespendet. Für nächste Woche hat die Glückskette einen Aktionstag geplant.

Bildstrecke im Grossformat »
Ein dritter Schweizer Hilfsflug brachte am 25. Januar weitere 105 Tonnen Hilfsgüter in das Katastrophengebiet. 400 000 Menschen sollen wegen katastrophaler hygienischer Zustände aus den Zeltstädten in Port-au-Prince nach ausserhalb umgesiedelt werden, wie die haitianische Regierung am 21. Januar bekannt gab. In den Massengräbern werden jeden Tag tausende Leichen beigesetzt. Die US-Luftwaffe wirft Hilfsgüter über Haiti ab. Und so sieht ein Abwurf von unten aus. Ein Helikopter des Flugzeugträgers USS Carl Vinson bringt Hilfsgüter, die von Haitianern und Uno-Mitarbeitern in Empfang genommen werden. US-Helikopter nehmen beim Flughafen von Port-au-Prince Güter auf, um sie in der Stadt abzusetzen. Peruanische Uno-Blauhelmsoldaten sorgen für Ordnung bei einer Nahrungsmittelverteilung durch dominikanische Helfer. Haitianer kämpfen um Essenspakete während einer Verteilung durch die Uno. Ein Polizist stellt einen jungen Plünderer inmitten der Ruinen. Ein jordanischer Polizist der Uno bedroht Haitianer mit einem Tränengasgewehr. Die Haitianer betteln um Arbeit vor einem Haupteingang zum Flughafen von Port-au-Prince. US-Soldaten patroullieren durchs Zentrum von Port-au-Prince. US-Soldaten nach ihrer Landung am Flughafen von Port-au-Prince. Plünderer in einer Einkaufsstrasse der haitianischen Hauptstadt. Plünderung und Anarchie in Port-au-Prince. Mit dem Messer gehen die Menschen aufeinander los, um sich Essen und anderes zu ergattern. Wer nicht entkommen kann, wird von der Polizei festgenommen. Plünderungen in Port-au-Prince. Apokalyptische Zustände in der Hauptstadt von Haiti. Verzweiflung schlägt in Wut um. Auf dem Flughafen von Port-au-Prince geht nichts mehr. 200 Evakuierte werden mit der C-17 Globemaster nach Orlando in Florida geflogen. Ein haitianischer Polizist verhaftet einen mutmasslichen Plünderer in Port-au-Prince. Türkische Retter bei der Arbeit auf den Trümmern eines eingestürzten Supermarktes in Port-au-Prince. Zusammen mit amerikanischen Kollegen gelang es ihnen am 17. Januar drei Menschen nach fünf Tagen lebend zu bergen. Die Menschen rennen in Scharen zu einem US-Helikopter, der am 16. Janaur Wasser abwirft. Vor den Ausgabestellen für Nahrungsmittel und Trinkwasser bilden sich jeweils lange Schlangen. Sicherheitskräfte müssen haben alle Hände voll zu tun, um dort die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ärzte aus aller Welt kümmern sich unter widrigsten Bedingungen um die Versorgung der Verletzten. Glücklich ist, wer in Port-au-Prince wenigstens ein (Zelt-)Dach über dem Kopf hat. Hunderttausende müssen seit Tagen unter freiem Himmel schlafen, wie diese Verletzen vor dem General Hospital in Port-au-Prince. Immer häufiger kommt es in der Hauptstadt Haitis zu Plünderungen, oft bandenmässig organisiert. Auch im Kampf um Nahrungsmittel kommt es vermehrt zu Gewaltausbrüchen. Wer Essen hat, lebt in Port-au-Prince gefährlich. Der erste Schweizer Hilfsflug (hier bei der Beladung auf dem Flughafen Zürich) ist am 16. Januar in Haiti gelandet. 30 Tonnen Hilfsgüter an Bord sollen Menschen helfen. Auf dem Flugzeugträger USS Carl Vinson werden Helikopter mit Hilfsgütern beladen. Ein verletzter Amerikaner wird auf die Carl Vinson zur Pflege gebracht. Die Plätze in Haiti sind auch drei Tage nach der Katastrophe mit Leichen übersät. Ganze Strassenzüge liegen in Schutt. Mit blossen Händen wird in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Überall zerstörte Gebäude. Menschen flüchten aus der zerstörten Stadt. Trinkwasser ist zum raren Gut geworden. Leichen, so weit das Auge reicht. Menschen suchen nach ihren vermissten Verwandten und Bekannten. Der Präsidentenpalast ist nur noch eine Ruine. Luftaufnahmen von Port-au-Prince zeigen das unglaubliche Ausmass der Zerstörung. Auch die Kathedrale wurde weitgehend zerstört. Kein Stein blieb auf dem anderen. US-Soldaten entladen Flugzeuge mit Hilfsgütern in Port-au-Prince. Leichen liegen überall herum. Leute schlafen auf offener Strasse. Helfer bergen einen Toten. Leichen werden an die Strassenränder gelegt. Häuser sind einfach umgekippt. Google Earth zeigt Satellitenbilder vor und nach dem Erdbeben. Die Zerstörung ist unfassbar. Wie viele Menschen unter den Trümmern begraben wurden, war am 13. Januar noch nicht klar. Der haitianische Ministerpräsident Jean-Max Bellerive befürchtete, es könnten über 100 000 sein. Überlebende irrten durch die Strassen. Hilfe war am ersten Tag nur sehr spärlich vorhanden. Hilfesuchende beim Gebäude von Medecins Sans Frontières. Der haitianische Musiker Wyclef Jean trifft am Mittwoch in Port-au-Prince ein. Er hatte zur Hilfe aufgerufen. Ein verletztes Kind wird medizinisch betreut. Fieberhafte Suche nach Verschütteten. Verängstigte Menschen sammeln sich in den Strassen von Port-au-Prince. Ein Verletzter wartet auf medizinische Hilfe. Schockierte Bewohner von Port-au-Prince inmitten der Trümmer. Viele Kinder wurden verletzt. Der Präsidentenpalast in Port-au-Prince ist eingestürzt. So sah der Palast vor dem Erdbeben aus. Ein Mann, der in den Trümmern der Universität von Port-au-Prince eingeklemmt ist, ruft nach Hilfe. Ein Haus in Thomassin, 19 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt, ist in sich zusammengebrochen. Menschen versuchen Erbebenopfer zu bergen. Eine Grafik des Geologischen Instituts der USA zeigt die Verteilung der Erdbebenstärken (rot = starke Schäden zu erwarten; danach abnehmend über gelb = leichte zu erwartende Schäden bis türkis, keine Schäden zu erwarten). Notdürftige Versorgung der Verletzten in Port-au-Prince. Hier im Hotel Villa Créole. Die Zerstörung ist bei vielen Häusern total. Die Leute flüchten auf die Strassen. Ein verletzter Junge wird verarztet. Die Menschen wurden vom Erdbeben völlig überrascht. Diese Frau konnte aus den Trümmern gerettet werden. Eine verletzte Frau wird von Helfern weggebracht. Der Schaden an den Gebäuden ist enorm, hier das Hotel Créole. Amerikanische Rettungskräfte machen sich zum Abflug bereit. Feuerausbruch nach dem Erdbeben. Ganze Strassenzüge in Port-au-Prince sind verwüstet. Wie viele Todesopfer das Erdbeben gefordert hat, war Stunden später noch unklar. Ein völlig zerstörtes Haus in Port-au-Prince.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Während sich die internationalen Helfer durch die Trümmer von Porte-au-Prince kämpfen und Chaos, Zerstörung und fehlender medizinischer Infrastruktur trotzen, zeigen sich die Schweizerinnen und Schweizer solidarisch. Die Glückskette hat in den ersten 24 Stunden der Sammelaktionen für Haiti bereits 350 000 Franken zusammengetragen. «Angesichts der fehlenden Informationen ist das sehr viel», sagt Sprecherin Priska Spörri. Die Leute würde sich sehr solidarisch zeigen, obwohl erste Bilder der Katastrophe und deren Folgen erst spät publik wurden.

Doch das Armenhaus der westlichen Hemisphäre wird noch viel mehr Mittel benötigen, um Zerstörung, Hunger und Obdachlosigkeit zu überwinden. Das haitianische Rote Kreuz erklärte, die Organisation sei zwar gewohnt, mit Katastrophen in derart verarmten Ländern umzugehen. Die Situation in Haiti habe sie jedoch überwältigt. «Es gibt einfach zu viele Menschen, die Hilfe benötigen», sagte ein Sprecher. Ausserdem gebe es keine Medizin mehr. Die Glückskette bereitet deshalb für kommende Woche einen Aktionstag vor, wie Spörri sagt. Die Vorbereitungen seien in vollem Gange, wann genau der Spendentag stattfinde sei noch schwierig zu sagen. «Im Moment laufen die Abklärungen mit der SRG und den Telefonzentralen.»

Bis zuletzt unklar gewesen, wer Hilfe leisten kann

Die Lage in Haiti setzt aber auch die Glückskette vor Schwierigkeiten: Die Kommunikation ins Katastrophengebiet sei nur sporadisch mögilch. «Wir haben bis vor kurzem nicht gewusst, wer überhaupt operativ tätig ist vor Ort», sagt Spörri. Ohne einen Partner vor Ort, der die Spenden einsetzen könne, bringe alles Geld nichts. Doch das Problem ist gelöst: Am Donnerstagmorgen hat die Glückskette eine Telefonkonferenz mit mehreren Hilfswerken durchgeführt, die Einsatzkräfte können helfen. «Die Caritas verteilt bereits erste Zelte und Wolldecken», so Spörri. Nun sei klar: Sobald man die Spenden hat, kann man mit der Hilfe loslegen. Spenden sind sowohl über das Glückskette-Konto als auch über die Webseite möglich.

Hilfswerke erhöhen Soforthilfe auf drei Millionen

Bereits jetzt wurde der von der Glückskette und ihren Partnern gesprochene Betrag für die Soforthilfe auf rund drei Millionen Franken erhöht. Helvetas stellte am Donnerstagmorgen 300 000 Franken für die Erdbebenopfer zur Verfügung, nachdem das Hilfswerk in der Nacht erstmals mit dem Schweizer Programmleiter in Port-au-Prince, Bernhard Zaugg, Kontakt aufnehmen konnte, wie die Nachrichtenagentur ddp berichtet.

Gemäss Zaugg «herrscht in der Hauptstadt das nackte Chaos». Er habe Gewissheit, dass alle Helvetas Mitarbeitenden im Land wohlauf seien, eine gemeinsame Lagebeurteilung sei aber noch nicht möglich gewesen. Mehr Geld gab es am Donnerstagmorgen auch von der Caritas Schweiz. Diese verdoppelte ihren ursprünglich zugesicherten Betrag von 250 000 auf 500 000 Franken.

(amc/dapd)