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Haiti
20. Januar 2010 13:23; Akt: 20.01.2010 15:05 Print
UNICEF rät zurzeit von Adoptionen ab
von Blaise Lempen, SDA - Das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) rät derzeit ab von Adoptionen haitianischer Kinder, die nach der Katastrophe keine Informationen über den Verbleib ihrer Familie haben. Oberste Priorität habe nun die Suche nach Angehörigen.
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Kinder sind nach Katastrophen die verletzlichsten Opfer. So auch jetzt in Haiti: Es gebe bereits Berichte über Gewalttaten, sagte UNICEF-Sprecherin Veronique Taveua am Dienstag in Genf. Gemäss Hilfsorganisationen irrten verlassene und hungernde Kinder durch die Strassen von Port-au- Prince (20 Minuten Online berichtete).
Glück im Unglück: Dieser Junge, der beim Erdbeben in Haiti verletzt wurde, fand Aufnahme in einem Spital in Port-au-Prince
Sie müssten nun als erstes ernährt und psychologisch betreut sowie identifiziert werden. Die Hifsorganisationen UNICEF, Terre des Hommes und Save the Children kündigten an, ihre Expertenteams in Haiti zu verstärken.
Angehörigen-Suche an erster Stelle
UNICEF befürchtet, dass kriminelle Kreise die Situation ausnützen und einen Kinderhandel aufziehen könnten. Vor dem verheerenden Beben kam es verschiedentlich zu Kindsentführungen.
Die UNO-Organisation will die Kinder wenn möglich mit ihren Familien zusammenbringen, falls nötig auch mit entfernteren Verwandten, sagte Sprecherin Taveau weiter. Adoption wird erst eine Option «wenn alle anderen Möglichkeiten erfolglos blieben».
Auch Schweiz will beschleunigen
Die USA und mehrere europäische Länder - darunter Frankreich, die Niederlande und Belgien - wollen bereits laufende Adoptionsverfahren mit Haiti beschleunigen.
Die Schweiz sucht ebenfalls nach einer Lösung, um weit fortgeschrittene Adoptionsverfahren voranzubringen. Es handle sich insgesamt um weniger als zehn Fälle, sagte David Urwyler, Leiter der zentralen Adoptionsbehörde des Bundes, auf Anfrage.
Die entsprechenden Abklärungen seien im Gang. Seit dem Beben kommen laut Urwyler nun viele Anfragen bei den zuständigen Stellen für Adoptionen von haitianischen Kindern. Mit Blick auf die unübersichtliche Lage vor Ort habe dies allerdings derzeit keine Priorität.
Kritische Situation in Notlagern
Das Hilfswerk Save the Children zeigte sich besonders besorgt über die Gesundheit und Sicherheit der Kleinkinder und Säuglinge in den Notlagern. Krankheiten könnten sich rasch ausbreiten, sagte der Präsident des Hilfswerks, Charles MacCormack. Die internationale Hilfe sollte dazu führen, dass wie in Indonesien nach dem Tsunami die Lebensbedingungen klar verbessert würden.
Das UNO-Komitee für Kinderrechte rief am Dienstag in Genf dazu auf, Sofortmassnahmen zum Schutz der Kinder zu ergreifen. Sie müssten vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden, auch vor Entführungen, die als Adoption ausgegeben werden.


























