USA

01. September 2010 22:28; Akt: 02.09.2010 07:39 Print

Nach dem Krieg die Probleme zu HauseNach dem Krieg die Probleme zu Hause

Nach mehr als 4400 toten US-Soldaten und Kosten von einer Billion Dollar beenden die USA den Irakkrieg und wenden sich den «eigenen» Problemen zu.

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Nach dem Abschluss des Kampfeinsatzes sei jetzt die Hauptaufgabe, die amerikanische Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Nach sieben Jahren und fünf Monaten erklärte Obama den immens teuren Irakkrieg offiziell für beendet. Die Kriegskosten von über 1000 Milliarden Dollar hätten zur enormen Schuldenlast der USA beigetragen, sagte er am Dienstagabend in einer Rede an die Nation (Ortszeit).

Das Land müsse sich nun den eigenen Problemen zuwenden und die marode US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Der Führungsanspruch der USA lasse sich dauerhaft nur durchsetzen, wenn es dem Land ökonomisch gut gehe, sagte Obama in der knapp 18- minütigen Rede.

Zwei Monate vor den Kongresswahlen Anfang November machte er klar, in dieser «Zeit grosser Unsicherheit für viele Amerikaner» werde er sich jetzt vorrangig um die schwierige Wirtschaftslage im eigenen Land kümmern.

Hoher Preis bezahlt

«Die Vereinigten Staaten haben einen hohen Preis dafür bezahlt, die Zukunft des Iraks in die Hände seines Volkes zu legen», fügte Obama hinzu. «Wir haben unsere jungen Männer und Frauen geschickt, um enorme Opfer im Irak zu bringen, und gewaltige Summen in Übersee ausgegeben, während wir zu Hause ein knappes Budget hatten.»

Dies habe notwendige Investitionen im eigenen Land verknappt und zu Rekordschulden beigetragen. «Wir haben mehr als eine Billion Dollar im Krieg ausgegeben, häufig finanziert mit geliehenem Geld aus dem Ausland», sagte er. «Das hat Investitionen in unsere eigene Bevölkerung verknappt und zu Rekordschulden beigetragen.»

Kommentatoren werteten dies als deutliche Kritik an Vorgänger George W. Bush. Obama hatte den von seinem republikanischen Vorgänger begonnenen Krieg im Irak von Anfang an abgelehnt. Der Abzug der Kampftruppen aus dem Zweistromland war eines der zentralen Wahlversprechen Obamas.

Verantwortung in Händen der Iraker

Die Zukunft ihres Landes liege nun in den Händen der Iraker, sagte der US-Präsident. Dort wartet die Bevölkerung allerdings auch fast ein halbes Jahr nach der Parlamentswahl im März immer noch auf eine neue Regierung. Obama räumte ein, dass es nach wie vor Gewalt im Irak gebe. Auch der Kampf gegen das Terrornetz Al-Kaida gehe weiter.

Deshalb bleiben nach dem Abzug der Kampftruppen rund 50 000 US- Soldaten im Land, um irakische Sicherheitskräfte auszubilden und bei Anti-Terror-Einsätzen zu unterstützen. Sie sollen bis Ende 2011 abziehen.

Neuer Kommandant

Vizepräsident Joe Biden verkündete bei einer Zeremonie auf dem US- Stützpunkt Camp Victory nahe Bagdad den offiziellen Beginn der als Stabilisierungseinsatz bezeichneten Mission «New Dawn» (Morgendämmerung). Der bisherige Kommandant der US-Streitkräfte im Irak General Raymond Odierno übergab das Kommando an seinen Nachfolger General Lloyd Austin.

Die USA hatten den Irak-Krieg im März 2003 ohne UNO-Mandat begonnen. Die offizielle Begründung war die Behauptung Washingtons, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Diese Waffen wurden allerdings nie gefunden. Der Krieg kostete nach Angaben des Pentagon mindestens 112 000 irakischen Zivilisten das Leben.

(sda)