Kritik an Ahmadinedschad

13. September 2010 17:22; Akt: 13.09.2010 17:27 Print

Iranischer Diplomat flieht nach FinnlandIranischer Diplomat flieht nach Finnland

Ein iranischer Diplomat hat seine Arbeit aus Protest gegen die eigene Regierung gekündigt und will in Finnland Asyl beantragen.

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«Ahmadinedschad repräsentiert den Iran nicht»: Hossein Alisadeh. (Bild: Reuters)

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«Ich kann diesen Wahlbetrug nicht akzeptieren. Die Situation wird schlimmer, weil meine Mitmenschen noch immer getötet werden», sagte der 45-jährige Hossein Alisadeh am Montag vor Journalisten in Helsinki. Dort war er seit zwei Jahren als Diplomat tätig gewesen, nun sei er «ein politischer Dissident».

Zwar habe er keine politischen Ambitionen, er wolle aber Mitglied der in Europa beheimateten oppositionellen Grüne-Welle-Bewegung werden. Die Bewegung war nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni 2009 entstanden. Die Opposition hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad vorgeworfen, durch Wahlbetrug seine Wiederwahl gesichert zu haben. Bei den anschliessenden Strassenprotesten nahm die Polizei unzählige Menschen fest.

«Ahmadinedschad ist nicht mehr der iranische Führer und repräsentiert das Land auch nicht», sagt Alisadeh. «Nehmt ihn nicht ernst.» Seine Kritik liesse ihn nun um die Sicherheit seiner Frau und seiner Kinder fürchten, sagte der 45-Jährige. Er werde deshalb die finnische Regierung um Asyl bitten. Derzeit leben rund 2500 Iranische Immigranten in dem skandinavischen Land.

(dapd)