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Fukushima
03. Juni 2011 20:36; Akt: 03.06.2011 20:37 Print
Atom-Hase oder natürliche Mutation?
Das auf YouTube aufgetauchte Video eines kleinen Hasen, der ohne Ohren geboren wurde, löst derzeit in Japan grosse Diskussionen aus. Ein Forscherteam hat sich des Falls nun angenommen.
Am 21. Mai erschien auf dem Videoportal YouTube eine Aufnahme eines frisch geborenen Hasen. Schon auf den ersten Blick stockt dem Zuschauer der Atem: Das weisse, knuddelige Tier hat keine Ohren. Sein Besitzer behauptet, in Namie, einer Stadt knapp sieben Kilometer von der Atomanlage Fukushima entfernt zu wohnen. Namie gehört damit zu der 30 Kilometer breiten Gefahrenzone, die nur wenige Tage nach der Katastrophe vom 11. März von der Regierung definiert wurde.
Bildstrecken Atomkatastrophe in Japan Infografik Timeline: Super-GAU in FukushimaSo läuft eine Kernschmelze abDer Kampf gegen den Super-GAUTatsächlich ergaben die Messungen vom 11. Mai, dass Namie einer Atombelastung von 30 μSv/h ausgesetzt war – deutlich über den 10 μSv/h, die in Tomioka oder Narahar gemessen wurden, wo das AKW steht.
Gesicht und Hals «verbrüht»
Der Benutzer «yuunosato» kommentierte sein eigenes Video: «Während die Regierung behauptete, dass keine Gesundheitsschäden entstehen könnten und dass deswegen keine Evakuierung nötig sei, erhielten diejenigen von uns, die in Namie blieben, keine weiteren Informationen über den Ablauf der Dinge.»
Zum Zeitpunkt des Atom-GAUs arbeitete der Mann auf seinem Feld. Als die Strahlungswelle kam, habe er gespürt, wie sein Gesicht und sein Hals «verbrühten», schreibt er weiter. «Ich dachte, ich würde bald sterben.» Zwischendurch hatte er das Gefühl, Mitglieder der nationalen Regierung oder der Präfektur würden ihn zum Schweigen bringen wollen.
Mit Atom-Gras gefüttert
Die Tiere in seinem Gehege habe er in den Wochen danach mit dem Gras aus seinem Garten gefüttert. Irgendwann sei plötzlich das Tier ohne Ohren geboren worden. «Es war die erste Missbildung, die ich unter meinen Hasen gesehen habe. Hasen pflanzen sich rascher fort als Menschen, also kann man sich nun vorstellen, in welchem Zustand unsere Kinder bald auf die Welt kommen könnten.»
Die Kommentare der Betrachter des Videos liessen nicht lange auf sich warten: Viele beschuldigten «yuunosato», absichtlich Panik zu verbreiten. Tiere mit natürlichen Mutationen werde es immer wieder geben, meinten sie. Der Tierbesitzer antwortete daraufhin: «Versteht mich nicht falsch. Ich habe nie explizit behauptet, der Defekt sei wegen den Strahlungen entstanden.»
Das Jungtier wurde nun einem Forschungsteam übergeben. Man werde der Sache nachgehen.
(kle)

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