Überlebende Haustiere

22. März 2011 16:01; Akt: 22.03.2011 16:35 Print

Es gibt in Japan noch Tränen der FreudeEs gibt in Japan noch Tränen der Freude

Viele Tierbesitzer vermissen seit dem Erdbeben ihre Lieblinge. Während für die meisten Hunde und Katzen jede Hilfe zu spät kommt, ist die Freude bei diesen Herrchen umso grösser.

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Dieses Bild bewegte vier Tage nach der verheerenden Naturkatastrophe vom 11. März 2011 die Welt: Die Wiedervereinigung eines Hundebesitzers mit seinem Tier. Glück im Unglück hatte Hündin Shane: Ihr Besitzer hatte knapp noch Zeit, seine Nachbarn und sich selbst in ein Schulgebäude auf einem Hügel zu retten. Wie durch ein Wunder überlebte die Akita-Hündin den Tsunami und fand rund sechs Stunden später den Weg zum Zufluchtsort ihres Besitzers von alleine - obwohl sie noch nie zuvor dort gewesen war, heisst es laut JEARS. Ein Soldat fand inmitten von Trümmern in der arg verwüsteten Stadt Sendai dieses Kätzchen vor. Er werde das junge Tier adoptieren, wenn es besitzerlos bleibe, heisst es in der Bildunterschrift auf der Facebookseite von JEARS. Lucky wurde als eines von rund zwanzig Tieren vom japanischen Tierrettungsdienst JEARS aufgenommen. Nicht nur Hunde und Katzen finden den Weg in die Obhut für Haustiere: Der Tierrettungsdienst nahm vier Sittiche auf, nachdem ihr verzweifelter Besitzer sagte, dass sie traumatisiert seien. Tierarzt Dr. Sasaki mit einem aufgepäppelten Hund in Sendai. Auf dem Weg in die zerstörte Stadt Sendai begegnete ein JEARS-Team dieser Hundebesitzern. Sie sei in Tränen ausgebrochen, als sie die Geschichte von ihr und der ihres Hundes erzählte: Sie liess sich nicht evakuieren, weil man ihr verboten habe, ihren Vierbeiner Yusuke mitzunehmen. Die Besitzerin entschied sich darum, drei Tage lang mit ihm im Haus zu bleiben. Katze Nana wartet auf ihren Besitzer - ob es jemals ein Wiedersehen gibt? Für die meisten Haustiere kam wohl jede Hilfe zu spät.

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Akame Ito war gerade auf dem Heimweg, als die tödliche Flutwelle am 11. März ihren Wohnort Natori verwüstete. Seither fehlte von ihrer Hündin Mei jede Spur. Weil das Haus zerstört worden war, wurde die Hundebesitzerin in einer Notunterkunft untergebracht. Lange Zeit - für sie eine Ewigkeit - bangte sie um ihren geliebten Vierbeiner.

Tage verstrichen, die Hoffnung hatte sie schon fast aufgegeben. Nach rund einer Woche erreichte Akame wie aus dem Nichts die frohe Nachricht: Jemand hatte Mei mitten in den Trümmern gefunden und sich um das verwahrloste Tier gekümmert. Akame kann es noch immer nicht fassen: «Es ist ein Wunder, dass sie zurück ist,» freut sie sich im Videobeitrag von AP Television unten.

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(Quelle: AP Video)


«(…) Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde»: Dass im Zitat von Franz von Assisi ein Körnchen Wahrheit zu stecken scheint, zeigt der rührende YouTube-Clip unten: Ein Hund scheint nicht von der Seite eines anderen, offensichtlich verletzten Artgenossen zu weichen. Gemäss der Beschreibung zum Video seien die beiden mittlerweile wohlauf und würden in einem Tierheim aufgepäppelt.

(Quelle: YouTube/LNeilB2)

Für die Rettung und Suche nach überlebenden Tieren im stark betroffenen Nordosten Japans wurde der japanische Tierrettungsdienst JEARS (Japan Earthquakae Animal Rescue and Support) gegründet. Fotos von geretteten Hunden, Katzen und Kanarienvögeln auf deren Facebookseite bewegen die Community, wie die Anzahl Likes deutlich zeigen. In dieser Diashow finden Sie eine Auswahl bewegender Schicksalsschläge von untergebrachten Haustieren sowie Wiedervereinigungen zwischen Besitzer und Haustier.

Die Nichtregierungsorganisation WorldVets, deren Hauptanliegen die weltweite tierärztliche Versorgung ist, sandte zudem Tierärzte, Futter, Medizin und Käfige ins japanische Krisengebiet und arbeitet eng mit JEARS zusammen.

(dga)