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News-Ticker vom Mittwoch
16. März 2011 18:03; Akt: 17.03.2011 06:23 Print
US-Atombehörde berichtet von «extremer Strahlung»
Der Chef der US-Nuklearbehörde behauptete, Reaktor 4 sei trocken und die Strahlungswerte «extrem erhöht». Japan dementiert und hält die Lage für stabil.
Aurel Stevens
| 03:51 | Japan und USA rücken zusammen: Der japanische Premierminister Naoto Kan und US-Präsident Barack Obama haben sich in einem 30-minütigen Telefongespräch beraten. Laut dem Weissen Haus hat Obama Japan uneingeschränkte Hilfe zugesichert. |
| 03:43 | Japan will die Kontrolle über die Reaktoren des AKW Fukushima 1 in drei Schritten wiedergewinnen: In einem ersten Schritt sollen die kritischen Reaktorblöcke aus der Luft und vom Boden aus gekühlt werden. Mit dem Einsatz der Wasserwerfer wird am Donnerstagmorgen (Schweizer Zeit) gerechnet. Danach soll die Stromleitung verlegt werden. Und schliesslich soll die elektrische Kühlung etabliert werden, wie ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde erläuterte. |
| 03:37 | Durchzogenes Resumée aus Helikopter-Einsatz: Ein Militärhubschrauber habe über Reaktorblock 3 mindestens vier Ladungen Wasser abgeworfen, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Kazumi Toyama. Möglicherweise habe sich jedoch ein Grossteil des Wassers bereits in der Luft zerstreut. |
| 03:26 | Nach den Hubschraubern werden jetzt elf Wasserwerfer vor dem AKW in Stellung gebracht. Sie sollen neben dem Reaktor 3 vor allem den Nachbarblock 4 kühlen, wie der TV-Sender NHK berichtete. Dort ist das Dach nämlich noch teilweise intakt und ein Kühlversuch mit Helikoptern erscheint wenig vielversprechend. Das Wasser aus der Luft und vom Boden soll die Temperatur im Kraftwerksinnern der havarierten Anlagen senken. Die Brennelemente in Reaktor 3 enthalten auch hochgiftiges Plutonium und liegen teilweise frei. Die wichtige innere Reaktorhülle des Blocks 3 sei möglicherweise beschädigt, hatte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch berichtet. Später hiess es, die Hülle sei intakt. Die Angaben der Behörden sind seit Tagen oft widersprüchlich. |
| 03:01 | Ansturm au Jodpillen und Messgeräte: Verrückt - in den USA sind Jodpillen komplett ausverkauft. Der grösste Hersteller Anbex liess verlauten, die Lager seien leer. Tatsächlich könnte eine radioaktive Wolke die USA am nächsten Freitag erreichen. Die Strahlenbelastung wird aber minim sein. Auch in Russland rissen die Menschen den Apothekern die Vorsorgepillen aus den Händen. Die «Financial Times» berichtete am Mittwoch, dass in Deutschland Strahlenmessgeräte ausverkauft seien. Allerdings werden Geigerzähler normalerweise auch in überschaubaren Stückzahlen produziert. Immerhin: Der Elektronik-Riese Conrad sagte dem Blatt, die Vorbestellungen lägen «im Hunderterbereich». |
| 02:47 | Die IAEA hat neue, gesicherte Daten über Verletzte unter den AKW-Mitarbeitern publiziert. Sie basieren auf japanischen Angaben vom Mittwoch: - 2 Tepco-Mitarbeiter seien verletzt - 2 weitere Arbeiter von Zulieferfirmen seien verletzt, einer mit gebrochenen Beinen, einer sei mit unbestimmten Verletzungen ins Spital gebracht worden - 2 Personen gelten als vermisst. - 2 Personen seien «plötzlich erkrankt» - 2 Mitarbeiter des Kontrollzentrums wurden hospitalisiert - 4 weitere Arbeiter wurden bei einer Explosion am letzten Freitag verletzt - 11 Mitarbeiter wurden bei einer Explosion am 14. März verletzt - 17 Arbeiter mussten wegen radioaktiver Partikel im Gesicht dekontaminiert werden. Sie seien keiner grossen Strahlendosis ausgesetzt worden. - 1 Mitarbeiter sei einer «erheblichen» Strahlendosis ausgeliefert worden. Er wird abgesondert behandelt. - 2 Polizisten hätten dekontaminiert werden müssen - eine unbestimmte Anzahl Feuerwehrleute wurde möglicherweise Strahlung ausgesetzt. Sie werden beobachtet. |
| 02:41 | Laut NHK haben die Helikopter bereits wieder abgedreht. Die Piloten sollen wohl der Strahlungsbelastung so kurz wie möglich ausgesetzt werden. Zuvor schütteten die Chinook-Maschinen nochmals viel Wasser über Reaktor 3. |
| 02:30 | Zwei Helikopter kreisten über den Anlagen und warfen Wasser über dem Reaktor 3 unf 4 ab, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstagmorgen (Ortszeit) live zeigte. Jeder der Helikopter kann Angaben des Fernsehsenders zufolge 7,5 Tonnen Wasser fassen. Mehrmals ergoss sich ein riesiger Schwall über den Block 3, dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. |
| 02:12 | Die japanischen Streitkräfte haben am Donnerstag die Bewässerung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wieder aufgenommen. Von Militärhubschraubern sei Wasser zur Kühlung der Brennstäbe im Reaktorblock 3 abgeworfen worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der TV-Sender NHK zeigte derweil Live-Bilder des Kernkraftwerks vom Donnerstagmorgen. Die Crew filmte die beschädigten Reaktorblöcke aus 35 Kilometern Entfernung. Aus den Reaktoren 2, 3 und 4 steige weisser Rauch auf. Aus Reaktor vier strömten konstant Schwaden Richtung Meer. Die Reaktoren 2 und 4 stiessen aus den beschädigten Wänden immer wieder Rauch oder Dampf aus, berichtet der Sender. |
| 01:53 | Offizielle Opferzahlen nach oben korrigiert: Die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer nach der Naturkatastrophe in Japan steigt ebenso wie die Zahl der Vermissten weiter. Insgesamt 4377 Tote hat die Polizei inzwischen verzeichnet, wie der japanische TV-Sender NHK am Donnerstagmorgen berichtete. Zusammen mit den Vermissten ergebe sich inzwischen sogar die Zahl von 13 400 Opfern. Stündlich schwinden die Chancen, in den vom Beben und den Riesenwellen verwüsteten Gebieten noch Menschen lebend zu retten. Die Lage in den Notunterkünften im Nordosten Japans wird bei winterlichen Temperaturen immer angespannter. |
| 01:45 | Nach dem Hearing im US-Kongress hat der Chef der US-Nuklearbehörde NRC, Gregory Jaczko, Journalisten Red und Antwort gestanden. Nach seinem alarmierenden Bericht, die Brennstäbe im Reaktor 4 seien komplett ungekühlt, werden seine Aussagen gespannt aufgenommen. Japan hatte die Aussagen umgehend dementiert (siehe Eintrag von 21:50 Uhr). Jaczko sagte gemäss dem britischen Guardian, er habe seine Informationen von Mitarbeitern in Japan. 11 NRC-Spezialisten sind im Katastrophengebiet vor Ort und stehen in Kontakt mit ihren japanischen Kollegen. «Ich hoffe, diese Informationen sind falsch», sagte Jaczko. |
| 01:34 | Die japanische Zentralbank schoss sofort weitere 5000 Milliarden Yen (rund 57 Milliarden Franken) ein. Seit Montag wurden 32 000 Milliarden Yen, also rund 375 Milliarden Franken, in die Wirtschaft gepumpt. |
| 01:17 | Am Mittwoch konnte die Tokioter Börse dank massiver Geldspritzen im Plus schliessen. Am Donnerstag eröffnete sie mit einem Minus von 1.98 Prozent. Minuten später lagen die Verluste bereits bei über 3 Prozent. |
| 01:13 | Am Mittwoch konnte die Tokioter Börse dank massiver Geldspritzen im Plus schliessen. Am Donnerstag eröffnete sie mit einem Minus von 1.98 Prozent. Minuten später lagen die Verluste bereits über 3 Prozent. |
| 00:59 | Die IAEA hat auf ihrer Homepage neue Strahlungswerte bekanntgegeben. Im Reaktor 4 betrug die Temperatur demnach am Montag und am Dienstag 84 Grad Celsius. Für Mittwoch lagen keine Daten vor. Normal ist eine Temperatur von unter 25 Grad. In den Reaktoren 5 und 6 stieg die Temperatur seit Montag auf 60 bzw. 62 Grad. Beunruhigend ist, dass nicht einmal die internationale Aufsichtsbehörde Kenntnis der genauen Wasserstände in den Abklingbecken hat. |
| 00:00 | Am Donnerstag soll erneut versucht werden, mit Militär-Helikoptern Wasser auf den Reaktor 3 zu schütten. Ein erster Versuch war am Mittwochmorgen gescheitert, weil die Strahlenbelastung rund um das AKW Fukushima 1 zu hoch war. |
| 22:49 | Die Evakuierung der Gegend um das japanische Atomkraftwerk Fukushima Eins wird nach Informationen des japanischen Fernsehsenders NHK ausgeweitet. Wegen der Gefahr radioaktiver Verstrahlung müssen weitere 28 000 Menschen in der Präfektur Fukushima ihre Häuser verlassen. Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon zu überfüllt, um neue Atom-Flüchtlinge aufzunehmen, meldete der Sender. Deshalb würden die Menschen jetzt auch auf umliegende Präfekturen verteilt. |
| 22:18 | Leicht verstrahlte Maschine in München gelandet: Am Flughafen München ist am Mittwoch bei einem Flugzeug vom Typ Boeing 777 der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA), das gegen 16.00 Uhr mit der Flugnummer NH 207 in München gelandet war, eine gegenüber der Umgebung leicht erhöhte Strahlung an der Aussenhaut festgestellt worden. Bei den anschließenden Messungen der Kabine und des Frachtraums gab es dagegen keinerlei Auffälligkeiten. Nach Prüfung durch die Experten wurde die betreffende Maschine am Abend mit Zustimmung der Behörden für den Rückflug nach Tokio freigegeben. |
| 21:53 | Lage verschlechtert sich in Reaktor 5: Laut Kyodo News ist jetzt auch der Wasserstand im Reaktor 5 bedenklich gesunken. Die Situation wird intensiv überwacht. Die Probleme bei Reaktor 4 hatten ebenfalls mit rasch sinkenden Kühlwasserständen begonnen. Allerdings wurde Reaktor 4 von Explosionen in den nahe gelegenen Reaktoren 1, 2 und 3 in Mitleidenschaft gezogen. Die Reaktoren 4, 5 und 6 waren zum Zeitpunkt des Erdbebens und des Tsunami ausser Betrieb. Allerdings droht auch von den dort vorhandenen Brennelementen Gefahr, wenn sie nicht ausreichen gekühlt werden. |
| 21:50 | Die japanische Atomsicherheitsbehörde und der Kraftwerkbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) dementierten, dass die Wassermenge in dem Abklingbecken abgenommen habe. Die Lage an Reaktor 4 sei «stabil», sagte ein Sprecher. Die US-Atomregulationsbehörde NRC hatte zuvor behauptet, dass sich wegen fehlenden Wassers die Strahlung «extrem erhöht» habe (siehe Eintrag von 19:53 Uhr). |
| 21:35 | Apple verschiebt Markteinführung des neuen iPad in Japan: Wegen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan kommt das neue iPad später in die Läden. Das teilte Apple am Mittwoch mit. Verkaufsstart für das iPad 2 sollte eigentlich am 25. März sein. An diesem Tag soll der Tablet-Computer auch in mehr als 20 weiteren Ländern in die Läden kommen, darunter auch in der Schweiz. |
| 21:05 | Auch US-Energieminister Steven Chu zeigte sich unzufrieden mit dem Informationsfluss über die Geschehnisse in Japan. «Wir hören widersprüchliche Berichte darüber, was genau in den verschiedenen Reaktoren passiert, die nun in Gefahr sind», sagte er in einer Anhörung im US-Kongress. Zuvor hatte sich schon IAEA-Chef Yukiya Amano - selbst Japaner - frustriert über die teils widersprüchlichen Informationen gezeigt. |
| 20:00 | Hoffen auf neue Stromleitung: Eine neue Stromleitung, die den Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima 1 abwenden könnte, ist nach Angaben der Betreiberfirma fast fertig. Ein Sprecher von Tokyo Electric Power Co. (Tepco) sagte am Donnerstagmorgen (Ortszeit), die Leitung solle «so schnell wie möglich» in Betrieb genommen werden. Die neue Leitung könnte das angeschlagene Kühlsystem in der Atomanlage wieder in Gang bringen und so eine drohende Kernschmelze verhindern. |
| 19:45 | Die US-Atomregulationsbehörde NRC schlägt Alarm: Es befinde sich kein Wasser mehr im Abklingbecken Reaktor 4. Man glaube deshalb, dass sich die Strahlungswerte in der Umgebung des Reaktors «extrem erhöht» hätten. Das schränke die Möglichkeiten für weitere Kühlmassnahmen möglicherweise ein. Gregory Jaczko, der Chef der Behörde, sagte während einer Anhörung vor dem US-Kongress weiter, dass die NRC einen weit grösseren Sicherheitsradius als die Japaner empfohlen hätte. Tatsächlich ist die japanische Evakuierungszone lediglich 20 Kilometer gross. US-Soldaten müssen hingegen einen Abstand von 80 Kilometern einhalten. Die USA seien nicht von erhöhten Strahlungswerten bedroht, sagte Jaczko weiter. |
| 19:34 | Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat den Energiekonzern EnBW schriftlich angewiesen, die Kernkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 vom Netz zu nehmen. Mit der Anordnung werde das von der Bundesregierung verfügte Moratorium umgesetzt, wonach die bundesweit sieben ältesten Atomkraftwerke für drei Monate ihren Betrieb einstellen, teilte das Ministerium mit. «Wir gehen davon aus, dass die EnBW bereits dabei ist, die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Reaktoren zeitnah herunterzufahren», sagte ein Ministeriumssprecher. |
| 19:13 | USA vorsichtiger als Japan: Die US-Soldaten im Rettungseinsatz in Japan sind angewiesen worden, mindestens 80 Kilometer Abstand vom Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi zu halten. Ausserdem werden die Truppen vor Einsätzen mit Strahlenschutz-Medikamenten versorgt. Derzeit halten sich 17 000 Soldaten der US-Marine an Bord von 14 Schiffen vor der Küste Japans auf, wie Pentagon-Sprecher Oberst Dave Lapan sagte. Wie viele Soldaten von anderen Einheiten der US-Streitkräfte darüber hinaus an dem Hilfseinsatz beteiligt sind, konnte er nicht sagen. |
| 18:40 | Die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Katastrophe drückt die Börsen in Europa und den USA nochmals ins Minus gedrückt. Der SMI erholte sich zu Handelsstart nur für kurze Zeit von den starken Verlusten der vergangenen Sitzungen und schloss 1,3 Prozent tiefer auf 6021,55 Punkten. Der deutsche Dax schloss 2 Prozent tiefer bei 6513 Punkten - das sind -7.8 Prozent seit Beginn der Erdbeben-Krise. In den USA schlossen Dow-Jones, S&P 500 und Nasdaq rund 1 Prozent tiefer. |
| 18:33 | Japans Autohersteller werden nach dem Erdbeben und dem Tsunami ihre Werke auch weiterhin geschlossen halten. Toyota kündigte an, seine Produktion in Japan noch bis Dienstag kommender Woche ruhen zu lassen. Zum einen gebe es Probleme mit der Beschaffung der Bauteile, zum anderen seien einige Mitarbeiter nach der Erdbebenkatastrophe noch nicht in der Lage, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, teilte der Konzern mit. Die Produktion ruht seit Montag. Nissan wird die Produktion in zwei Fabriken morgen und am Freitag wieder aufnehmen - zumindest so lange der Vorrat für die Autoteile hält. Drei weitere Nissan-Werke bleiben noch geschlossen. |
| 18:23 | Die Äusserungen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger (siehe Eintrag von 17:58) lösten offenbar grösste Besorgnis aus. Oettingers Büro erklärte daraufhin, der Kommissar stütze seine Einschätzung auf Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde, der EU-Delegation in Tokio und auf Medienberichte. |
| 18:15 | Axpo-Chef Karrer prophezeit höhere Strompreise: Die AKW-Katastrophe in Japan hat auch Folgen für den Schweizer Strommarkt. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Strompreise steigen. Davon muss man ausgehen», sagt Heinz Karrer, Chef des Energiekonzerns Axpo, im Interview mit der «Handelszeitung». Für den Chef des grössten Stromkonzerns in der Schweiz ist bereits heute klar, dass die Finanzierung von neuen Kernkraftwerken schwieriger werde. «Das ist überhaupt keine Frage.» Lesen Sie hier den ganzen Artikel. |
| 17:58 | EU-Energiekommissar Günther Oettinger befürchtet «in den kommenden Stunden weitere katastrophale Entwicklungen» in den japanischen Unglücksreaktoren. Das Kraftwerk Fukushima sei «ausserhalb einer fachmännischen Kontrolle», sagte der deutsche Kommissar am Mittwochnachmittag vor einem EU-Parlamentsausschuss in Brüssel. Zumindest ein Reaktormantel sei beschädigt, sagte Oettinger, und «in einer Art Interimslagerlagern mehrere Tonnen nuklearer Müll herrenlos unter freiem Himmel». Er zeigte sich besorgt über die «unglaublichen Bordmittel», mit denen in der Anlage gearbeitet werde. Zur Kühlung der Brennelemente würden Wasserwerfer eingesetzt, nachdem man zunächst wie bei einem Waldbrand versucht habe, Wasser mit Hubschraubern zu bringen. «Ich bin mir sicher, dass wir noch nicht am Ende dieser tragischen und weitreichenden Katastrophe angelangt sind», sagte Oettinger. Für die Menschen auf der Insel bestehe «sicherlich eine Gefahr für Leib und Leben». Man müsse befürchten, dass die Entwicklung «in Gottes Hand liegt». |
| 17:39 | Seit Montag kann die Schweizerische Post an ihren Schaltern keine Briefe und Pakete mehr für Japan annehmen. Die Sendungen können nicht mehr transportiert werden, weil die Flugzeuge dorthin Kerosin für den Hin- und Rückflug tanken müssen und weniger zuladen können. Zudem hätten auf den verbleibenden Flügen die Hilfsgüter Priorität, sagte Postsprecher Mariano Masserini. Man versuche, eine Lösug zu finden. Die angestauten Sendungen nach Japan - insgesamt ungefähr 1500 Kilogramm - seien heute auf eine Alternativflugroute von Zürich via München nach Osaka geschickt worden. Am Freitag werde man wissen, ob diese Logistikkette funktioniere. |
| 17:31 | IAEA-Chef kritisiert Japan: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat die Situation im Atomkraftwerk Fukushima 1 als «sehr ernst» bezeichnet. Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen. Danach wolle er eine Sondersitzung des Gouverneursrats, dem IAEA- Leitungsgremium, einberufen, sagte der 63-Jährige Japaner am Mittwoch in Wien. Am liebsten wolle er bereits am Donnerstag aufbrechen, so Amano. Der Japaner hatte zuvor die Regierung seines Heimatlandes aufgefordert, seiner Behörde mehr Informationen über die Atomkrise nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zur Verfügung zu stellen: «Es gibt zu viele Elemente, die wir noch nicht wissen.» Nach Angaben von Amano sind die Radioaktivitätswerte im Raum Tokio leicht angestiegen. Sie seien aber nicht schädlich für die menschliche Gesundheit. |
| 17:20 | Ein Mann aus Neuseeland, der bereits vom Erdbeben in Christchurch eine interaktive Grafik gemacht hat, hat nun auch ein Replay für das Japan-Beben angefertigt. Es zeigt die Vorbeben, das massive Hauptbeben und die beängstigende Zahl an Nachbeben in Japan. |
| 17:05 | Spionageflugzeug auf öffentlicher Mission: Das US-Militär will am Donnerstag mit einem unbemannten Aufklärungsflugzeug des Typs «Global Hawk» das Katastrophengebiet überfliegen, um einen genaueren Überblick zu gewinnen. Das Spionageflugzeug ist mit Infrarot-Sensoren ausgerüstet, die endlich einen vagen Blick ins Innere der Reaktorgebäude erlauben sollen. |
| 16:54 | Der Bundesrat ist tief betroffen über die Ereignisse in Japan, wie Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey am Mittwoch vor den Medien in Bern erklärte. Die Regierung drücke allen Betroffenen das Beileid und die Anteilnahme aus. Auf Schweizer Todesopfer in Japan gibt es keine Hinweise, wie Calmy-Rey sagte. Von den 1890 gemeldeten Schweizer in Japan konnten 1592 kontaktiert werden, berichtet unser Bundeshaus-Redaktor Lukas Mäder. |
| 16:45 | Wir haben den Artikel aktualisiert, in dem der Zustand der einzelnen Reaktorblöcke beschrieben ist. |
| 16:26 | Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News berichtet, dass der Wasserwerfer beim Reaktor 4 des AKW Fukushima-1 eingetroffen ist. |
| Video | Die japanische Botschaft hat die rund 8000 Japaner in der Schweiz kontaktiert, um ihnen den Zugang zu sicheren Informationen über ihre Familien in Japan zu ermöglichen, erklärt Japans Gesandter Yasushi Fukagawa, im Video-Interview. (Video: Keystone) |
| 15:48 | Helden werden im Netz gefeiert: 50 Arbeiter trotzen der Angst und arbeiten trotz Lebensgefahr in den beschädigten Reaktoren. Auf Twitter erhalten die «tapferen 50» hunderte Unterstützungsbekundungen. Auf ihnen ruhen die wohl letzten Hoffnungen, dass die Lage nicht weiter eskaliert. Seit Beginn der Katastrophe sind fünf Arbeiter gestorben. 22 weitere wurden verletzt und zwei werden vermisst, schreibt die «New York Times». Die Europäische Gruppe für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) hat angeboten, japanische Notfalltechniker, die an den Reaktoren von Fukushima verstrahlt werden, zu behandeln. 500 Zentren für Knochenmarktransplantation in 27 europäischen Ländern wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Sie könnten 200 bis 300 Patienten behandeln, sollte es nötig werden. |
| 15:40 | Deutschland krebst zurück: Nach ihrer Kehrtwende in der Atompolitik lässt die deutsche Bundesregierung die Zukunft der 17 deutschen Kernkraftwerke völlig offen. Die für die kommenden drei Monate anberaumte Sicherheitsüberprüfung aller Reaktoren erfolge mit «neuen Fragestellungen» und «ohne Tabus», hiess es. Die daraus folgenden Konsequenzen seien noch nicht abzusehen. Offen ist bereits heute wieder, ob die abzuschaltenden ältesten sieben Meiler auf Dauer vom Netz bleiben. |
| 15:34 | Im Nordosten Japans, dem eigentlichen Katastrophengebiet, erschweren die angekündigten Schneeschauer die Rettungsarbeiten. «Wir können gerade mal 40 Meter weit gucken», beschreibt ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes die Wetterlage. Als wäre die Lage nicht schon schlimm genug, liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Das schlechte Wetter behindert die Brandbekämpfer und erschwert die Bergung der Opfer, deren Überlebenschancen mit jeder Minute sinken. Andererseits, so hofft man, könnten die Niederschläge die Ausbreitung der Radioaktivität bremsen. |
| 14:53 | Ein Spritzenwagen mit Wasserkanone soll eingesetzt werden, um das Abklingbecken von Reaktor 4 aufzufüllen. Damit soll verhindert werden, dass die in dem Becken gelagerten gebrauchten Brennstäbe überhitzen, berichtete der Fernsehsender NHK. Der Reaktor war zur Zeit des Erdbebens am Freitag wegen Wartungsarbeiten ausser Betrieb. Am Dienstag kam es jedoch zu einer Explosion, anschliessend brach beim Abklingbecken ein Feuer aus. Der Brand konnte von der US-Armee gelöscht werden. Da ein Teil der Brennelemente nicht mehr von Wasser bedeckt waren, bemühen sich seitdem die Behörden, das Wasserniveau wieder anzuheben, um eine Kernschmelze zu verhindern. Am Mittwochmorgen brach erneut ein Feuer aus, das jedoch von allein erlosch. |
| 14:51 | Die japanische Regierung hat die maximal zulässige Strahlenbelastung für Mitarbeiter in Atomanlagen mehr als verdoppelt. Das Ministerium für Arbeitsgesundheit begründete dies mit der Notwendigkeit, eine Verschlimmerung der Lage zu verhindern. Die Erhöhung des Grenzwerts von 100 auf 250 Millisievert sei «unter den Umständen unvermeidbar». |
| Video | Der Gesandte Yasuhi Fukagawa hat in der japanischen Botschaft in Bern der Schweiz für die Katastrophenhilfe seinen Dank ausgesprochen. Die Schweiz hatte in Japan bis heute ein 23 Mitglieder umfassendes Team mit neun Suchhunden im Einsatz. (Video: Keystone). |
| 14:05 | Laut französischer Regierung könnte das Unglück in Japan noch schlimmer werden als die nukleare Katastrophe von Tschernobyl. Während einer Kabinettsitzung hat Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet eines der schlechtest möglichen Szenarien vorgestellt. «Das schlimmste Szenario ist möglich und sogar wahrscheinlich im Umfeld des Atomkraftwerks in Fukushima», sagte Kosciusko-Morizet nach der Sitzung. «Zur Zeit ist das Risiko gross, dass die Schutzhülle des Reaktors 2 durchbrochen wird, wahrscheinlich auch die Hülle des Reaktors 3». Die französische Umweltministerin erwähnte desweiteren die Gefahr einer Entwässerung der Reaktoren. Diese sollten bedeckt sein, was nun nicht mehr der Fall sei. «Das alles kann zur Freisetzung von Radioaktivität führen, die viel grösser wäre als die zu Beginn des Unfalls registrierte», fuhr Kosciusko-Morizet fort. |
| 13:44 | China hat die Bewilligung weiterer Kernkraftwerke vorerst ausgesetzt. Die Sicherheitsstandards in bestehenden und den im Bau befindlichen AKWs müssten überprüft werden, hies es nach einer Kabinettssitzung. |
| 13:27 | Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi am Mittwochmittag: In vier der sechs Blöcke (1-4) gibt es weiter gravierende Probleme mit der Kühlung des Reaktorkerns und der Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente. Möglicherweise sind bereits zwei Sicherheitsbehälter bei Explosionen beschädigt worden. In zwei Abklingbecken droht eine Überhitzung mit Gefahr von weiteren Bränden und Freisetzung von Radioaktivität. |
| 12:10 | Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Experten-Hotline für Fragen zu den Reaktorunfällen in Japan eingerichtet (031 322 97 28). Das Angebot wird ergänzt mit einem Katalog der häufigsten Fragen und Antworten auf der Internetseite des BAG. |
| 12:07 | Selbst bei einem Super-GAU in Fukushima wird es nach Einschätzung von Greenpeace nicht zu weiträumigen atomaren Verseuchungen wie nach Tschernobyl kommen. In dem ukrainischen Meiler sei durch die Graphit-Brennstäbe und durch die Bauweise ein Kamineffekt entstanden, der die Radioaktivität hoch in die Atmosphäre geschleudert habe, sagte Greenpeace-Atomexperte Jan Haverkamp. Dies sei in Japan ausgeschlossen. Aber weil bei einem Super-GAU in Fukushima I keine Wolke hoch aufsteigen werde, «würde die Radioaktivität in der näheren Umgebung höher sein als in Tschernobyl. Und die Region ist viel dichter bevölkert». |
| 11:50 | Der AKW-Betreiber TEPCO habe ein Foto von Reaktorgebäude 4 veröffentlicht. Auf dem Foto vom Dienstag war zu erkennen, dass die äußere Gebäudewand eingestürzt war. Im vierten Stockwerk sei ein acht Meter breites Loch zu sehen, hieß es. In der Außenwand des Reaktorgebäudes wurde NHK zufolge ein weiteres acht Meter breites Loch bestätigt. |
| 11:45 | Die japanische Regierung hat den Level der radioaktiven Bestrahlung, dem Arbeiter in Fukushima ausgesezt sein dürfen, mehr als verdoppelt. Sie beträgt nun in Notfällen neu 500 Millisivert pro Stunde, berichtet der japanische TV-Sender NHK. Der Internationale Standard beträgt nur 25o Millisievert pro Stunde. |
| 11:40 | Der weisse Rauch, der am Mittwochmorgen aus dem Reaktorblock 3 stieg, könnte Wasserdampf sein, teilte der AKW-Betreiber TEPCO mit. |
| 11:35 | Die Behörden der Präfektur Ibaraki, südlich von Fukushima, teilte mit, die Strahlung habe am späten Morgen das 300-fache des Normalen betragen. Der Anstieg der Radioaktivität sei vermutlich auf das Ablassen von Druck und damit von Gasen und radioaktiven Elementen aus dem Reaktor 2 zurückzuführen. |
| 11:08 | Die japanischen Atomanlagen seien starken Beben nicht gewachsen, wird ein Experte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer diplomatischen US-Depesche vom Dezember 2008 zitiert. Das berichtet die britische Zeitung «Daily Telegraph» unter Berufung auf die Enthüllungsplattform Wikileaks. Vergangene Erdbeben hätten aufgezeigt, dass in manchen Fällen das Grunddesign der Anlagen nicht geeignet sei, stärkeren Erdstössen zu widerstehen. Japan hatte auf die Hinweise mit dem Bau eines Notfallschutzzentrums reagiert. Die Anlagen selbst blieben aber laut «Telegraph» nur für Erdbeben der Stärke 7 gewappnet. |
| 10:44 | Scheinbar gibt es jetzt auch Probleme mit den Reaktoren 5 und 6 im AKW Fukushima-Daiichi. Betreiberin Tepco sagt, man pumpe Wasser in die Reaktorblöcke. Die Temperatur sei seit dem Morgen gestiegen. |
| 10:18 | Nach dem Kursrutsch der vergangenen Tage sind die Aktien an der Schweizer Börse dank guter Vorgaben aus Übersee fester in den Handel gestartet. Nach 10 Uhr stand der Swiss Market Index (SMI) 0,5 Prozent im Plus, nachdem er gestern 2,8 Prozent verloren hatte. |
| 10:14 | Das Schweizer Rettungsteam in Japan hat am Mittwoch zunächst noch gearbeitet und seine Arbeiten abgeschlossen. Japanische Teams übernehmen nun die Aufgaben, wie Toni Frisch, Leiter des Katastrophenhilfekorps, gegenüber Radio DRS erklärte. |
| 10:03 | Der japanische Kabinettsekretär Yukio Edano sagt an einer Medienkonferenz, die zur Zeit gemessene Strahlung sei nicht sehr hoch. Menschen, die sich in der 20 Kilometer-Sperrzone mehrere Stunden oder gar Tage aufhielten, würden nicht geschädigt. Die Arbeiter, die zuvor wegen hoher Strahlung evakuiert worden waren, sind gemäss CNN wieder zum Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi zurückgekehrt. Gegenwärtig seien 180 Menschen bei der havarierten Anlage, sie könnten aber nicht zu den Reaktoren. |
| 10:00 | Der Sprecher des japanischen Premierministers, Noriyuki Shikata, präzisiert auf CNN, mit dem über dem Katastrophen-AKW abgeworfenen Wasser wolle man die Reaktoren kühlen. |
| Video | Helikopter bekämpft Brand in AKW |
| 09:33 | Die Fluggesellschaft Swiss hat erstmals ein aus Japan kommendes Flugzeug auf Radioaktivität getestet. Das Ergebnis: Die Maschine wies keinerlei Verstrahlung auf. Bei den Passagieren sei keine Messung durchgeführt worden, weil man nicht habe annehmen müssen, dass die Menschen verstrahlt seien. Diese Messungen will die Swiss bis auf Weiteres nun bei jeder Maschine aus Japan durchführen. |
| 09:15 | Der Bürgermeister der japanischen Stadt Koriyama hat die Weltgemeinschaft um Hilfe bei der Versorgung der Menschen gebeten, die aus dem Umkreis des AKW Fukushima geflohen sind. 9000 Evakuierte seien derzeit in Notunterkünften in der 50 Kilometer westlich des schwer beschädigten Atomkraftwerks gelegenen Stadt untergebracht, sagte Masao Hara der Nachrichtenagentur AFP. 200 davon befänden sich in einem Baseball-Stadium. «Wir brauchen dringend Kraftstoff, Leicht- und Schweröl, Wasser und Essen», sagte Hara. «Am allermeisten brauchen wir Treibstoff, weil wir nichts ohne ihn machen können. Wir können uns nicht warmhalten und die Wasserpumpen nicht betreiben.» |
| 09:09 | Im Leitungswasser der Region Fukushima wurden laut der Agentur Kyodo Cäsium 137 und Jod 131 nachgewiesen. Eine Gesundheitsgefahr bestehe aber nicht. |
| 08:48 | Die japanische Notenbank setzt ihre Unterstützung des heimischen Bankensystems auch am Mittwoch mit einer massiven Finanzspritze fort. Die Notenbank pumpte laut der Nachrichtenagentur Kyodo 5 Billionen Yen in die Märkte (56.5 Milliarden Franken) und kündigte weitere Hilfen über 8,8 Billionen Yen für den Donnerstag und Freitag an. Insgesamt stellte die Notenbank damit seit Ausbruch der Krise 55,6 Billionen Yen zur Verfügung (630 Milliarden Franken). |
| 08:41 | Der japanische Kaiser Akihito spricht angesichts der dramatischen Lage zur Nation. Er sei «zutiefst betroffen», sagte er am japanischen Fernsehen. |
| 07:48 | Offenbar bereitet die japanische Armee einen weiteren Versuch vor, das havarierte AKW mit Helikoptern aus der Luft zu löschen. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Agentur Reuters. Zuletzt habe es auch geheissen, der Atomanlagen-Betreiber Tepco wolle eine Strasse zum Reaktor 4 bauen, in dem es seit Dienstag immer wieder gebrannt hatte. Ein besserer Zugang für die Feuerwehr könnte die Löscharbeiten erheblich erleichtern. |
| 07:28 | Über dem Reaktor 3 im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt nach Fernsehberichten weisser Rauch auf. Es wird befürchtet, dass die Reaktorhülle beschädigt ist. Es könne sich aber auch um Wasserdampf handeln. Im Reaktorblock 4 war zuvor erneut Feuer ausgebrochen. Wenig später waren jedoch keine Flammen mehr zu sehen. Weil die Strahlung dramatisch angestiegen war, mussten sämtliche Arbeiten vorübergehend eingestellt werden - auch die Kühlung. Zur Zeit ist unklar, ob die Arbeiten wieder aufgenommen wurden oder immer noch ruhen. |
| 07:10 | «Spiegel Online» berichtet unter Berufung auf den staatlichen japanischen Sender NHK, mindestens 1,6 Millionen Haushalte seien noch immer ohne fliessendes Wasser, und alleine im Nordosten Japans 850'000 ohne Strom. Weitere von NHK genannte Zahlen: 76'000 Gebäude wurden beschädigt, mindestens 6300 weitere komplett zerstört. Mindestens 440'000 Menschen sind in 2400 Notunterkünften untergebracht. Es mangele teilweise an Wasser und Essen. |
| 07:05 | Die Börse in Tokio schliesst zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Erdbebens vom Freitag wieder im Plus. Die Aktienkurse verzeichneten am Mittwoch kräftige Avancen. Der Nikkei-Index notierte am Ende 5,68 Prozent höher. |
| 06:51 | Wegen der vorübergehenden Abschaltung der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke müssen die Energieunternehmen nach Berechnungen des Experten Wolfgang Pfaffenberger von der Jacobs University Bremen mit Umsatzeinbussen von mehr als einer halben Milliarde Euro rechnen. Dies geht aus einer Blitzanalyse hervor, die Pfaffenberger für Spiegel Online erstellt hat. Für seine Berechnungen habe Pfaffenberger den aktuellen Grundlastpreis für Strom von rund 5,3 Cent pro Kilowattstunde und eine eher konservativ angesetzte Schätzung der Stromproduktion in den einzelnen Meilern vewendet, schreibt der Onlinedienst. Aktuell stillstehende Kraftwerke und ohnehin geplante Reaktor-Revisionen bis zum Auslaufen des Moratoriums seien in die Berechnungen einbezogen worden. Experten in den zuständigen Ministerien gehen von aufwendigen Sicherheitschecks aus - und davon, dass tatsächlich alle sieben Reaktoren fast die vollen drei Monate vom Netz genommen werden. |
| 06:14 | Nach dem Strahlungsaustritt aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi erwarten die Nachbarstaaten Japans keinen sofortigen Anstieg der Radioaktivität. Im Osten Russlands seien bislang keine erhöhten Strahlenwerte gemessen worden, teilte das russische Katastrophenschutzministerium am Dienstag mit. Auch Singapur meldete keine ungewöhnlichen Veränderungen des Strahlungsniveaus. Es komme nun vor allem auf Windstärke und -richtung an, sagte Atomexperte Jae Moo Sung von der Hanyang Universität in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Im Falle einer Kernschmelze könnte nach seiner Einschätzung jedoch auch die koreanische Halbinsel verstrahlt werden. Angekündigter Regen und Schneefall im Norden Japans könnten eine Verbreitung der radioaktiven Strahlung verhindern, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. |
| 06:13 | Ein starkes Erdbeben hat die Gegend östlich der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. Das Beben der Stärke 6,0 ereignete sich vor der Küste der Präfektur Chiba, wie die japanische Wetterbehörde mitteilte. Demnach lag das Zentrum des Erdbebens in zehn Kilometern Tiefe. Auch in Tokio waren die Erschütterungen lange zu spüren. Es wurde keine Tsunami-Warnung ausgelöst. |
| 06:05 | Nach einem Anstieg der Strahlenbelastung wird die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt, teilte der japanische Kabinettssekretär Yukio Edano mit. Zuvor war über dem AKW erneut Rauch aufgestiegen, wie im japanischen Fernsehen live zu sehen war. |
Die Lage am Mittwochmittag
Infografik Drohender Super-GAU in JapanStörfall im Atomkraftwerk Fukushima Hotline des BAGDas Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Experten-Hotline für Fragen zu den Reaktorunfällen in Japan eingerichtet (031 322 97 28). Das Angebot wird ergänzt mit einem Katalog der häufigsten Fragen und Antworten
auf der Internetseite des BAG. Sind gesundheitliche Konsequenzen in der Schweiz zu befürchten? Ist es sinnvoll, Jodtabletten einzunehmen? Diese beiden Fragen beschäftigten die Bevölkerung besonders, sagte BAG-Sprecher Daniel Dauwalder auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Auch wollten viele Menschen wissen, ob sie noch japanische Lebensmittel kaufen sollen.
Momentan seien keine direkten gesundheitlichen Konsequenzen in der Schweiz zu erwarten, hiess es am Mittwochmorgen auf der Internetseite des BAG. Deshalb gebe es auch keinen Grund, Jodtabletten einzunehmen. Im Notfall werde die Schweiz Jodtabletten an die Bevölkerung verteilen. (SDA)
Wegen zu starker radioaktiver Strahlung sind am Mittwoch die Arbeiten zur Kühlung der beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi vorübergehend eingestellt worden. Die Experten mussten abgezogen werden, weil das Gesundheitsrisiko zu gross wurde, wie der japanische Kabinettssekretär Yukio Edano mitteilte.
Später sanken die Strahlenwerte wieder und ein Sprecher des zuständigen Energieunternehmens erklärte, die Experten befänden sich rund 500 Meter von dem Komplex entfernt und bereiteten ihre Rückkehr zu den Reaktoren vor.
Die Behörden der Präfektur Ibaraki, südlich von Fukushima, teilten mit, die Strahlung habe am späten Morgen das 300-fache des Normalen betragen. Der Anstieg der Radioaktivität sei vermutlich auf das Ablassen von Druck und damit von Gasen und radioaktiven Elementen aus dem Reaktor 2 zurückzuführen.
Zuvor hatte der japanische Regierungssprecher Yukio Edano gesagt, von der Strahlung rund um das Kraftwerk gehe keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit aus. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, sie habe keine Hinweise darauf, dass sich Radioaktivität aus dem zerstörten AKW in bedeutsamem Ausmass über das Land hinaus ausbreite.
Löscheinsätze abgebrochen
Unterdessen stieg über dem Reaktorblock 3 wieder weisser Rauch auf. Löscheinsätze mit Helikoptern über den Reaktoren 3 und 4 mussten abgebrochen werden, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Die Helikopter hätten Wasser zur Kühlung der Reaktoren der Atomanlage ausschütten sollen. Sie hätten wegen der erhöhten Radioaktivität über der Anlage aber abgedreht.
Die Nachbarländer Japans erwarteten unterdessen keinen sofortigen Anstieg der Radioaktivität. Im Osten Russlands seien bislang keine erhöhten Strahlenwerte gemessen worden, teilte das russische Katastrophenschutzministerium am Dienstag mit. Auch Singapur meldete keine ungewöhnlichen Veränderungen des Strahlungsniveaus.
China ordnete verstärkte Radioaktivitätskontrollen bei Schiffsladungen an, die in chinesischen Häfen eintreffen. Auch in der Schweiz wurde erstmals ein aus Japan kommendes Flugzeug auf Radioaktivität getestet. Die Maschine der Swiss wies aber laut Angaben der Fluggesellschaft keinerlei Verstrahlung auf.
Kaiser spricht Japanern Mut zu
Der japanische Kaiser Akihito sprach den Opfern des verheerenden Erdbebens und des darauf folgenden Tsunamis sein Beileid aus und zeigte sich auch tief besorgt über die Krise in den Atomkraftwerken. Er rief die Japaner in einer im Fernsehen übertragenen Rede auf, nicht aufzugeben. «Wir wissen noch nicht genau die Zahl der Opfer, aber ich bete dafür, dass jeder Einzelne gerettet wird.»
Durch die Naturkatastrophe wurden Tausende Menschen getötet. Die offizielle Zahl der Toten stieg auf 4164, wie der TV-Sender NHK berichtete. Die Zahl der Vermissten geht nach wie vor in die Tausende - sie liege bei mindestens
Schweizer Retter kehren zurück
Die Rettungsarbeiten wurden durch heftigen Schneefall und kaltes Wetter im betroffenen Nordosten des Landes erschwert. Das Schweizer Rettungsteam schloss derweil seine Arbeiten ab. Japanische Teams übernehmen die Aufgaben, wie Toni Frisch, Leiter des Katastrophenhilfekorps, gegenüber Radio DRS erklärte.
Das 23 Mitglieder umfassende Schweizer Team, das über 9 Suchhunde verfügte, habe am Mittwoch noch gearbeitet, dann aber die Ortungsarbeiten eingestellt, erklärte Frisch. Die Übergabe der Aufgaben sei mit der UNO, den Japanern sowie den Rettungsteams aus Australien und Neuseeland abgesprochen worden.
(sda)



























