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Katastrophe in Japan
14. Mai 2011 08:12; Akt: 14.05.2011 16:33 Print
Weiterer AKW-Arbeiter gestorben
Das Gebiet in Japan, in dem sich im März ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsuami ereigneten, ist von einem neuen Beben erschüttert worden. Ein dritter AKW-Arbeiter ist in Fukushima gestorben.
Rund zwei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist ein dritter Arbeiter ums Leben gekommen. Dem Mann sei rund eine Stunde nach Arbeitsbeginn schlecht geworden, teilte AKW-Betreiber Tepco mit. Dann sei er bewusstlos geworden.
Bildstrecken Bilder aus der Todeszone Infografik Die schlimmsten Erdbeben der GeschichteStörfall im Atomkraftwerk Fukushima Mögliche Kernschmelze in FukushimaDie Betreiberfirma von AKW Fukushima, Tepco, erwähnte Möglichkeit einer Kernschmelze im Reaktordruckbehälter 1 infolge eines überraschenden Absinkens des Wasserstands. Sollte sich dies bewahrheiten, würde ein Einsatz im Reaktorgebäude weiter verzögert.
Tepco hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass der Wasserstand in dem Druckbehälter aufgrund eines Lecks so niedrig sei, dass die Brennstäbe nicht länger von Wasser bedeckt seien.
Es sei davon auszugehen, dass die Brennstäbe geschmolzen seien, dabei aber offenbar auf den Boden des Druckbehälters gefallen sind, so dass sie wieder im Wasser lägen. Dies würde nach Ansicht Tepcos erklären, dass sich die Aussentemperatur des Behälters nicht deutlich erhöht hat.
Im Spital habe nur noch sein Tod bestätigt werden können. Die Todesursache sei unklar. Der über 60-jährige Leiharbeiter habe erst am Vortag seine Arbeit im AKW aufgenommen, in seinem Körper sei keine gefährliche Belastung mit Radioaktivität gemessen worden.
Tepco-Sprecher Naoyuki Matsumoto sagte, der Mann habe in einem Entsorgungsgebäude gearbeitet. Er habe einen Strahlenschutzanzug, Handschuhe und Atemschutz getragen.
In dem Gebäude wird radioaktiv kontaminiertes Wasser gelagert, das nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März aus den Reaktoren des Atomkraftwerks ausgetreten war. Die Anlage Fukushima 1 ist schwer beschädigt und noch immer tritt aus ihr Radioaktivität aus.
Die Arbeitsbedingungen in Fukushima sind entsprechend schwierig. Erst seit wenigen Tagen sind wieder Menschen in dem AKW tätig. Sie kämpfen immer noch damit, den Meiler unter Kontrolle zu bringen. Bisher waren zwei Mitarbeiter ums Leben gekommen. Sie hatten das Gelände patrouilliert.
Neues Erdbeben
Rund 100 Kilometer von Fukushima entfernt ereignete sich am Samstag erneut ein Erdbeben. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 6,2 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu rund 60 Kilometer nordwestlich Stadt Iwaki entfernt. Iwaki liegt in der Präfektur Fukushima.
Angaben über mögliche Schäden lagen zunächst nicht vor. Die Behörden gaben keine Tsunami-Warnung aus. Das Beben fand gegen 8.35 Uhr Ortszeit (1.35 Uhr MESZ) statt.
AKW Hamaoka heruntergefahren
Das Atomkraftwerk Hamaoka wurde unterdessen vollständig vom Netz genommen worden. Die Abschaltung der Atomanlage sei abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Chubu am Samstag. Der Betrieb werde erst wieder aufgenommen, wenn neue Sicherheitsmassnahmen installiert seien.
Unter anderem soll eine riesige Schutzmauer gebaut werden, die die Anlage vor Tsunamis schützen soll. Die Arbeiten werden nach Angaben von Chubu mehrere Jahre dauern. Ministerpräsident Naoto Kan hatte die Abschaltung des AKW Hamaoka gefordert, bis weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind.
Hamaoka gilt als das am stärksten durch Erdbeben gefährdete AKW des Landes. Es liegt am Pazifik und befindet sich nahe einer tektonischen Erdplatte. Seismologen warnen, dass in der Region ein schweres Erdbeben überfällig sei.
Japanische Atomkraftgegner argumentieren seit langem, dass die seismisch aktive Gegend rund um Hamaoka das AKW zum gefährlichsten in ganz Japan mache.
(sda)



























