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Jugendgewalt
11. Mai 2009 11:45; Akt: 09.06.2009 16:01 Print
Junge Männer im Ausgang leben gefährlich
Jugendliche erleiden immer häufiger gewaltbedingte Verletzungen. Die Zahl aller Gewalt-Verletzungs-Fälle hat sich zwischen 1991 und 2006 fast verdoppelt. Diese Verletzungen kosten die Versicherungen besonders viel.
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Jugendkriminalität Schweiz
Das bestätigt eine neue Studie der Suva. Die Studie der Statistik der Unfallversicherung untersuchte die gemeldeten gewaltbedingten Verletzungen von Erwerbstätigen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren im Zeitraum von 1991 bis 2006. Nicht erfasst wurden Kinder, Schüler, Studierende, Hausfrauen und Rentner. Ein besonderer Fokus galt der Jugend-Gewalt.
Gewaltfälle fast verdoppelt
Insgesamt hat sich die Gesamtzahl der den Unfallversicherern gemeldeten Gewaltfälle zwischen 1991 und 2006 von jährlich rund 5000 auf 9300 Fälle nahezu verdoppelt. Zahlenmässig dominieren die Gewaltfälle bei den 15- bis 24-Jährigen.
Wurden 1991 noch 1,4 Personen pro 1000 Versicherte durch Gewalt verletzt, so waren es 2006 bereits 2,3 Personen. Dies entspricht einer Zunahme um zwei Drittel. Bei den jungen Männern hat sich das Risiko, durch Gewalt verletzt zu werden, im Untersuchungszeitraum gar verdreifacht.
Am häufigsten verletzten sich junge Männer an Wochenenden im Ausgang - im Freien oder in Lokalen. Frauen wurden am häufigsten in privater Umgebung gewaltbedingt verletzt.
In der Altersgruppe 35 bis 44 Jahre gingen knapp ein Viertel der Todesfälle von Frauen in der Nichtberufsunfallversicherung auf Gewalt zurück. Die Studie vermutet, dass Beziehungskonflikte der Auslöser der meisten Gewalttaten waren.
Junge Schweizer und junge Ausländer sind gemäss der Studie gleichermassen von gewaltbedingten Verletzungen betroffen. Bei den 15- bis 27-Jährigen waren es jährlich 7 von 1000. Allerdings erleben männliche junge Ausländer häufiger häusliche Gewalt als Schweizer.
Ausländische Frauen sind in allen Altersklassen stärker von gewaltbedingten Verletzungen betroffen als Schweizerinnen. Für Schweizerinnen wie für Ausländerinnen gilt: Jung verheiratete Frauen sind einem drei- bis viermal grösseren Risiko ausgesetzt als die noch ledigen Frauen.
Teure Gewaltunfälle
Die Folgen von Gewaltunfällen kosteten die Unfallversicherer im Jahr 2006 rund 65 Millionen Franken für Arzt- und Spitalkosten, Taggelder und Invalidenrenten. Dies sind 2,5 Prozent der jährlichen Gesamtkosten der Freizeitunfälle.
Ein gewaltbedingter Unfall ist rund 40 Prozent teurer als ein durchschnittlicher Freizeitunfall, nämlich 6700 Franken gegenüber 4800 Franken. Jährlich verletzen sich 30 Personen durch Gewalteinwirkung so schwer, dass dies zu einer Invalidenrente führt, in 24 Fällen endet die Gewalteinwirkung gar tödlich.
Nur eine Minderheit ist betroffen
Trotz der statistisch belegten Zunahme waren 2006 nur gerade 0,7 Prozent aller jungen Männer von gewaltbedingten Verletzungen betroffen. Allerdings ist mit einer erheblichen Dunkelziffer zu rechnen.
In einer Studie der Universität Zürich haben rund 70 Prozent der befragten Schüler angegeben, in den vergangenen 30 Monaten nie einer Gewalterfahrung ausgesetzt gewesen zu sein.
(sda)


























