Kachelmann vor Gericht

06. September 2010 10:41; Akt: 07.09.2010 09:29 Print

Paukenschlag zum ProzessbeginnPaukenschlag zum Prozessbeginn

von Amir Mustedanagic, Mannheim - Nach fünf Minuten vertagte das Gericht den Prozess gegen Kachelmann. Für grosses Aufsehen sorgte der überraschende Auftritt des mutmasslichen Opfers.

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Am 7. Oktober ist es definitiv: Kachelmann ist freigesprochen. Staatsanwalt und Nebenklägerin zogen ihre Anträge auf Revision zurück. . Das Landgericht Mannheim hat den Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach Auffassung der Richter reichten die Indizien nicht für eine Verurteilung aus. Das Urteil wurde im Gerichtssaal mit Jubel aufgenommen. Es ging ein Aufschrei durch das Publikum. Schon Stunden vor dem Urteilsspruch hatten sich über hundert Menschen vor dem Gericht versammelt, um eingelassen zu werden. Die Verteidigung hatte im Plädoyer den Freispruch für Jörg Kachelmann gefordert. Das mutmassliche Opfer habe aus Rache und Hass gelogen, sagte die Rechtsanwältin Andrea Combé vor dem Landgericht Mannheim. Wegen fehlender objektiver Beweismittel stehe Aussage gegen Aussage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung der 38-jährige Radiomoderatorin Sabine W. gefordert. dem vorletzten Prozesstag, gibt die Staatsanwaltschaft intime Details über den Wettermoderator preis und hält ihn weiter für schuldig. Am 41. Prozesstag, am gab Kachelmann vor Gericht bekannt, dass er während des Prozesses die Studentin Mirjam geehelicht hat. Jörg Kachelmann hat das Steuer übernommen: Zur fuhr der Wettermoderator selbst vor. Die Schweizer Zeugin wurde in Zürich von der Staatsanwaltschaft I befragt. Die ehemalige Freundin von Kachelmann ist von vertreten worden. Über ihre Aussage wollte der Anwalt keine Auskunft geben. Die Befragung sei aber gesittet gewesen, so Landmann. Die deutschen Medien hatten die Frau zu einer Belastungszeugin für den Wettermoderator hochgeschrieben. «Diese Schilderungen waren teilweise falsch und verletzend für meine Mandantin», so Landmann vor den Medien. Der neue Mann an Jörg Kachelmanns Seite: für den Wettermoderator im Rampenlicht. Seine bisherigen Verteidiger Klaus Schroth und Reinhold Birkenstock wurden per sofort vom Mandat entbunden. war kurz und bündig: «Ich habe der 5. grossen Strafkammer des Landgerichts Mannheim heute angezeigt, dass ich nicht mehr Verteidiger von Herrn Kachelmann bin», schrieb er den Medien. Kachelmann hatte sich entschieden von Johann Schwenn zu vertreten zu werden. Mit Birkenstock musste auch Verteidiger Klaus Schrott gehen. mit ihrem Anwalt vorfuhr, hielt sie sich ein Buch vor das Gesicht. Titel: «Der Soziopath von nebenan». Die Suche nach Antworten einer verzweifelten Frau? Ein Zeichen an die Öffentlichkeit? Sicher ist: Vor der entscheidenden Phase des Prozesses kein Zufall. Runde 10 im Prozess gegen Jörg Kachelmann: der an Jörg Kachelmann ging und eine Zeugin versprach, die den Wettermoderator entlasten könnte. Jörg Kachelmann trifft am beim Bezirksgericht Mannheim ein. benutzt Kachemlmann (links) einen Hintereingang, um ins Gerichtsgebäude zu gelangen. Neben ihm sein Anwalt Ralf Höcker. Kachelmann am Landgericht Mannheim. Statt einer Verhandlung wurde gleich vertagt. Für Überraschung sorgte Kachelmanns mutmassliches Opfer. die Kachelmann schwere Vergewaltigung vorwirft, erschien ebenfalls vor Gericht. Aussagen muss sie aber erst später. Kachelmann und seine Verteidiger haben am ersten Prozesstag (6.9.2010) jedoch alle verblüfft: Zum Prozessauftakt haben sie einen gegen zwei Richter gestellt. Die Richter mussten die Sie wird nun am Montag, 13.9. weitergeführt. Mit dieser Entwicklung hatten am Montagmorgen, 6.9.2010, wohl nicht gerechnet, als sie kurz nach neun Uhr Platz nahmen. rechts neben den Richtern, kurz bevor der Befangenheitsantrag gestellt wurde. Der Prozess gegen Kachelmann war auch ein Medienprozess. nahmen am Prozess teil. die Verteidiger von Kachelmann. Zuvor war der Wettermoderator angereist. Der Prozess gegen den Wettermoderator war am ersten Prozesstag ein gewaltiges standen zahlreiche Schaulustige vor dem Landgericht Mannheim Schlange. Die war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie sind alle gekommen, um den Prozess gegen diesen Mann zu sehen: Jörg Kachelmann. Dieses Bild zeigt, wie er wurde. Dem 52-Jährigen wird besonders vorgeworfen. Nach seiner Verhaftung am Flughafen in Frankfurt am 20. März ... in der Dort hat er gemäss seinen eigenen Angaben auch gefunden. Bei seinem glaubte man noch, der Wettermoderator bleibe nur kurze Zeit in Haft. Schon damals betonte Kachelmann gegenüber den Medien:

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Es ist nicht der erwartet spektakuläre Prozessbeginn gewesen: Statt einer Aussage von Jörg Kachelmann legten seine Verteidiger Beschwerde wegen Befangenheit gegen zwei Richter ein. Grund: Richter Michael Seidling hatte im Vorfeld Sabine W. in einem Zeitungsartikel als «Opfer» und nicht als «mutmassliches Opfer» bezeichnet.

Der Auftritt von Sabine W.

Die Überraschung des Tages war aber nicht der Prozessunterbruch, sondern das Auftauchen von Sabine W. In schwarzem Sakko und violetten Hosen erschien das mutmassliche Opfer Sabine W. im Gerichtsaal. Kurz nach neun Uhr nahm die attraktive Blondine neben ihrem Anwalt Platz.

Die Verblüffung war gross: «Ist sie das?», zischte es mehrmals durch den Saal. Die 37-Jährige rang sichtlich um Fassung. Der Gesichtsausdruck war angestrengt und wirkte dadurch eigenartig starr. Kein Wunder: Es war die erste Konfrontation mit Jörg Kachelmann seit der verhängnisvollen Nacht im vergangenen Februar. Alice Schwarzer, die für «Bild» den Prozess wöchentlich kommentieren wird, war beeindruckt von der Tatsache, dass das mutmassliche Opfer im Saal sass. «Damit demonstriert sie: Hier bin ich, ich bin stark, ich verstecke mich nicht», so Schwarzer gegenüber der Boulevardzeitung.

Kachelmann mit blauer Weste

Der angeklagte Jörg Kachelmann überliess am ersten Prozesstag nichts dem Zufall: Frisch rasiert erschien er mit neuer Frisur und blauem Anzug vor dem Gericht. Unter Salven der Fotografen nahm der Wettermoderator neben seinem Verteidiger Platz. Mit ernster Mine sass er auf der Anklagebank. Die Anspannung war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Nur einmal huschte ein Höflichkeitslächeln über sein Gesicht, als er den Gutachter der Verteidigung, Bernd Brinkmann, begrüsste.

Gigantischer Druck auf Staatsanwaltschaft

Vor allem der Auftritt von Brinkmann machte deutlich, unter welchem Druck die Staatsanwalt und das Gericht stehen: Brinkmann sollte auf Wunsch der Verteidigung neben den restlichen vier Gutachtern vor Ort Platz nehmen, der Staatsanwalt legte allerdings dagegen sein Veto ein. «Der Gutachter gehört nicht zu den offiziellen Gutachtern des Gerichtes und deshalb nicht auf die Anklageseite.» Schliesslich platzierte ihn der Richter neben dem Opferanwalt. Das Schauspiel gab deutlich den Takt für die kommenden Prozesstage bekannt. Vor Gericht werden sich die Parteien nichts schenken.

Muss der Richter sein Pult räumen?

Nun gilt die Aufmerksamkeit aber zunächst der Ersatzkammer des Gerichts: Experten hatten im Vorfeld bereits einen Befangenheitsantrag für möglich gehalten, allerdings wurden die Erfolgschancen als gering eingestuft. Spätestens am Freitag sollte klar sein, ob der Richter ersetzt werden würde oder nicht.

Es ist nicht anzunehmen, dass der – wie das Gericht sagt - «noch nie da gewesene Ansturm» am kommenden Montag kleiner wird. Im Gegenteil, nachdem der erste Prozesstag so schnell beendet wurde, steigt die Spannung auf die weitere Strategie von Kachelmanns Verteidigern.

Der Opferanwalt Thomas Franz wollte sich zum Prozess nicht äussern: «Wir führen den Prozess nicht in den Medien, sondern ausschliesslich vor dem Gericht.» Ob seine Mandantin auch zum zweiten Tag erscheint, liess der Rechtsanwalt eben so offen. Man darf gespannt sein.

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(Quelle: infonetwork.de)

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  • Dani am 07.09.2010 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Das traurige ist, dass sich vermutlich nicht mal Kachelmann selbst klar ist, was da gespielt wird. Noch viel trauriger, die tausenden von Leute, die auf ein Schauspiel aufspringen, dass seines gleichen sucht. Ich bin auf alle Faelle gespannt ob irgendwann rauskommt, was Kachelmann ausversehen festgestellt hat oder eben nicht. Vielleicht erfahren wir es irgendwann. Aber da Kachelmann nun ruhig gestellt ist, sollte 20min vielleicht mal wieder ueber die Vergewaltigung von Assange berichten.

  • Woman am 07.09.2010 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    ungerecht

    ich frage mich auch warum die Klägerin "anonym" bleiben darf, während Kachelmann durch die Medien geschleift wird. DAs ist ungerecht. Ich wünsche ihm viel Glück für den Prozess

  • Wirth Jeannette am 07.09.2010 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich denke, es ist ein Racheakt. Schade dass es Hass gibt. Man sollte verzeihen können.Er hat seine Strafe schon bekommen, sein Leben ist für immer ruiniert. Auch die Anklägerin wird ihre Strafe bekommen.Er mag schon mehrere Frauen gehabt haben aber das muss er mit seinem Gewissen verantworten.