21. April 2008 11:35; Akt: 06.05.2009 12:17 Print

Kampusch «entsetzt» über neue EnthüllungenKampusch «entsetzt» über neue Enthüllungen

War Natascha Kampusch während ihrer Gefangenschaft schwanger? Gibt es unter dem Garten von Entführer Priklopil ein zweiten Verlies? Täglich werden neue «Enthüllungen» publik - und sorgen für rote Köpfe.

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«Welche schaurigen Geheimnisse schlummern noch in den Akten zum Fall Natascha Kampusch?» fragte sich die «Bild»-Zeitung am Montag. Seit Tagen werden ständig neue Meldungen über Natascha Kampuschs trauriges Schicksal während ihrer achtjährigen Entführung publik: Natascha Kampusch könnte schwanger gewesen sein, oder Natascha Kampusch habe freiwillig Sex mit ihrem Peiniger gehabt, ist im Wiener Gratis-Boulevardblatt «Heute» zu lesen, dem offenbar geheime Ermittlungsakten zugespielt wurden. Auch der «Blick» hält nicht zurück und lässt wieder die Spekulation über einer Mittäterschaft von Nataschas Mutter Brigitte Sirny aufkommen.

«Eindeutig eine Grenzüberschreitung»

Während diese neuen Geschichten um die Welt gehen, fragen sich die Staatsanwälte, wie es zu diesem Informationsleck kam: Die Kampusch-Akten sind Ende März einem Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments übergeben worden. Er sollte Hinweise auf Schlampereien in der Bearbeitung des Fall Kampusch im Wiener Innenministerium aufklären. Liegt also die undichte Stelle beim Parlament? Der Ausschuss-Vorsitzende Peter Fichtenbauer sowie Parlamentspräsidentin Barbara Prammer verneinen diese Anschuldigungen gemäss «Süddeutsche Zeitung» vehement.

Tatsache ist, dass einmal mehr die 20-jährige Kampusch die Leittragende ist. Sie reagierte empört auf die neuen Berichte: «Ich bin entsetzt, dass diese vertrauliche Akten an die Öffentlichkeit gelangen konnten», sagte sie den Medien. Ebenso entsetzt ist der Vorsitzende der Initiative «Qualität im Journalismus», Andreas Koller: Das sei «eindeutig eine Grenzüberschreitung».

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