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Fall Kampusch
11. November 2009 12:34; Akt: 07.04.2011 12:31 Print
Ein komischer Vogel
Für die Staatsanwaltschaft ist er der neue «Kronzeuge». Für andere wirkt Thomas Vogel mit seinen Geschichten über Natascha Kampusch ganz und gar unglaubwürdig. Auch Nataschas Vater hält nicht viel von dem Mann, der im Internet Eier mit Marienerscheinung verkauft.
Es tut sich wieder was im Fall Kampusch: Deutsche Behörden durchsuchten am Wochenende das Haus eines möglichen Zeugen. Thomas Vogel aus dem baden-württembergischen Tengen will zwei Tage nach der Flucht Kampuschs aus ihrem Kellerverlies im August 2006 im Internet ein Kinderporno-Video von ihr und ihrem Entführer Wolfgang Priklopil gesehen haben. Ein Mitwisser müsste demnach gefilmt haben (20 Minuten Online).
Thomas Vogel verspricht seit 2007 seine Geheimakte zu senden - gekommen ist noch nichts.
Doch während der Staatsanwalt mit neuem Elan jede Spur überprüft – so abstrus sie auch sein mag – halten andere nicht viel vom neuen «Kronzeugen». Nataschas Anwalt, Gerald Ganzger, lobt im «Kurier» die Arbeit von Oberstaatsanwalt Mühlbacher, warnt jedoch davor, «Verschwörungstheoretikern ein Ohr zu leihen». «Kronzeuge» Vogel ist teilentmündigt, weiss der «Kurier». Der Deutsche wurde schon wegen des Verkaufs eines falschen Picasso-Gemäldes verurteilt. Auf Ebay sei er bereits wegen des Verkaufs eines Eies mit Marienerscheinung aufgefallen oder der Versteigerung des Kleids, das Kampusch zum Opernball anziehen wollte, aber nie getragen habe.
Vater Kampusch kennt Vogel
Nataschas Vater, Ludwig Koch, hält auch nicht viel vom mysteriösen Zeugen. Im Interview mit «oe24.at» behauptet er, den Deutschen zu kennen: «Ich habe mehrmals mit ihm telefoniert. Seine Unterlagen hat er mir nicht ausgehändigt.» Anwalt Ganzger habe ebenfalls von Vogel vor Jahren Bilder vom angeblichen Verlies-Video angeboten bekommen – auch bei ihm sei nichts angekommen.
Teilerfolg für Koch vor Gericht
Einen Grund zur Freude hat Ludwig Koch allerdings: Am Dienstag wurde seine bedingte Haftstrafe in eine teilbedingte Geldstrafe umgewandelt. Er hatte am Rande eines Prozesses im Vorjahr Ernst H., einen Freund von Entführer Wolfgang Priklopil, körperlich angegriffen (20 Minuten Online berichtete). Den Erfolg vor Gericht sieht Koch als Genugtuung. H. sei ihm immer suspekt gewesen: «Offenbar sieht ja jetzt auch die Kripo die Dinge so, wie ich sie immer gesehen habe. Wie ich höre, könnte er bald wegen Freiheitsentziehung meiner Tochter angeklagt werden. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Haft.»
(kle)




























