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22. April 2008 15:04; Akt: 06.05.2009 12:19 Print
Fall Kampusch: «Die Geheimakte gehört noch nicht geschlossen»
Im Fall Natascha Kampusch meldet sich nun der Vorsitzende der Untersuchungskommission zu Wort: Er will dem Verdacht nachgehen, ob Natascha Kampusch die Mittäter kannte.
In einem Interview mit RTL gab der Kommissionsvorsitzende Ludwig Adamovich bekannt, dass er einen zweiten Bericht zu den Untersuchungen im Fall Kampusch plane. Dies aufgrund des derzeitigen Stands der Dinge: Die Spekulationen über mögliche Mittäter des Entführers Wolfgang Priklopil werden immer lauter.
Nach Meinung Adamovichs gehöre die «Geheimakte Natascha noch nicht geschlossen» und «Mittäter können nicht ausgeschlossen werden». Der ehemalige Richter spricht aus Erfahrung: Aufgrund seiner langen Karriere weiss er, dass «Opfer im ersten Moment meist die Wahrheit sagen» - und Natascha sprach bereits bei ihrer ersten Einvernahme nach der Flucht von Mittätern.
Heikel sei seiner Meinung nach auch ein früherer Vermerk einer Polizeibeamtin: Die Polizistin habe kurz nach der Befreiung mit Kampusch gesprochen. «Das war keine Einvernahme, sondern ein lockeres Gespräch», so der frühere Verfassungsgerichtshofpräsident. In der Aktennotiz hiess es, Kampusch könne bezüglich möglicher Mittäter «keine Namen nennen», sagte Adamovich. «Das ist kryptisch. Das kann man so oder so verstehen. Aber ganz ausschliessen kann man es nicht», erklärte der Jurist gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
Hoffnungen macht sich Adamovich insbesondere auf den am 15. Mai in Graz stattfindenden Zivilprozess, bei dem auch Natascha Kampusch selbst aussagen wird. Adamovich wird als Beobachter dem Prozess beiwohnen. «Dann müssen die Zeugen unter Wahrheitspflicht aussagen», erklärt er. Unter anderem soll die 20-Jährige gefragt werden, ob sie bereits als kleines Mädchen missbraucht wurde oder ob ihr Peiniger Komplizen hatte.


























