Fall Kampusch

16. März 2010 10:18; Akt: 07.04.2011 12:40 Print

Priklopils Freund wird angeklagtPriklopils Freund wird angeklagt

Paukenschlag im Fall Kampusch: Ernst H., der Freund des Entführers von Natascha Kampusch, muss sich wegen Begünstigung vor Gericht verantworten.

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Die erste Klage im Fall Kampusch steht: Der ehemalige Geschäftspartner von Entführer Wolfgang Priklopil, Ernst H., wird wegen Begünstigung angeklagt. Wie «oe24.at» berichtet, wird H. vorgeworfen, er habe den Entführer am Tag von Natascha Kampuschs Flucht getroffen und ins Auto einsteigen lassen.

An jenem 23. August 2006, kurz nachdem Kampusch nach achteinhalbjähriger Gefangenschaft die Flucht aus dem Verlies im niederösterreichischen Strasshof gelungen war, habe Priklopil dem Deutschen bei einer Unterredung eine Lebensbeichte abgelegt.

H. half Priklopil zu fliehen

Jetzt muss sich der 45-jährige H. wegen Begünstigung vor Gericht verantworten. Er soll - so der Vorwurf - Priklopil «der Verfolgung (...) absichtlich ganz oder zum Teil entzogen haben», so der Gesetzestext. Die Anklage soll in den nächsten Tagen von der Staatsanwaltschaft eingebracht werden. H. drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Bei früheren Einvernahmen durch die Sonderkommission hatte Ernst H. zunächst angegeben, mit Priklopil nur über eine Alkohol-Kontrolle gesprochen zu haben. Laut «Presse» soll H. zunächst Signale von Behördenseite erhalten haben, wonach er keine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten habe. Eine Mittäterschaft bei der Entführung wird von den Behörden weiterhin ausgeschlossen.

(kle)