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Kander-Drama
20. Juni 2008 14:52; Akt: 19.10.2009 14:47 Print
Luftwaffenchef muss zurücktreten: «Ich konnte mich nicht mehr auf ihn verlassen»
von Adrian Müller, Gregor Patorski - Armee-Chef Roland Nef informierte heute über die Konsequenzen aus dem Kander-Drama. Luftwaffenchef Walter Knutti muss die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Grund: Beförderungen in der Armee wurden nicht regelkonform durchgeführt.
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Kander-Drama
Grund für Knuttis Rücktritt als Luftwaffenchef seien «nicht vorschriftskonforme Abläufe in der Kaderselektion bei der Lufwaffe». Diese seien nach dem Bootsunglück im Berner Oberland bei internen Überprüfungen zu Tage getreten.
Armeechef Roland Nef machte Knutti den Vorwurf, er habe seine «Sorgfaltspflicht nicht beachtet». Dadurch sei das Vetrauensverhältnis schwer gestört worden. «Ich konnte mich nicht mehr auf Knutti verlassen», sagte der Armme-Chef, und auf dieser Stufe sei das Vertrauensverhältnis ausschlaggebend. Daher habe er Knutti zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Diesen hat Knutti heute zuhanden des Bundesrates eingereicht.
Korpskommandant Knutti wird interimistisch durch Divisionär Markus Gygax ersetzt.
Strittige Beförderungen werden jetzt unter die Lupe genommen
Bei der internen Überprüfung traten Unregelmässigkeiten zu Tage: So hat Knutti offenbar mehrere Vorschläge für einen Lehrgang für Generalstabsoffiziere nicht überprüft, wie Nef ausführte. Darunter war auch M., der Kommandant der vom Bootsunglück betroffenen Lufttransport-Sicherungskompanie 3.
Der Chef der Armee hatte M. aber noch vor dem verhängnisvollen Unfall zurückgestellt, weil er das Mindestalter für die Einberufung zum Generalstabslehrgang 1 nicht erfüllte. Gemäss Nef wurde dessen Dossier nach dem Unglück noch einmal überprüft, worauf die Vorschriftswidrigkeit ans Licht kam.
3 bis 5 weitere strittige Beförderungen werden jetzt nochmals unter die Lupe genommen. Die Selektionen fallen in die Zeit von 2005-2007 und damit unter die Verantwortlichkeit von Luftwaffenchef Knutti.
Vor der PK: Vorgesetzte Militärs geraten ins Visier
Laut Militärjustiz werden die Ermittlungen nach dem verhängnisvollen Bootsunglück auf der Kander auch auf Vorgesetzte des Unglückskommandanten M., der den Unfall verletzt überlebte, ausgeweitet. Weiter erklärte die Militärjustiz, dass die verhängnisvolle Flussfahrt nicht auf dem Tagesbefehl der Kompanie gestanden habe. Dies bedeute aber nicht, dass es sich um eine Einzelaktion handelte.
Wer genau von den Raftingplänen gewusst habe, sei weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen, sagte die Sprecherin der Militärjustiz, Silvia Schenker, auf Anfrage zu einer Meldung von Schweizer Radio DRS vom Freitag. Für alle Beteiligten gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung.
Aufgrund der sichergestellten Dokumente werde nun auch gegen weitere Personen ermittelt, sagte Schenker. Darunter seien Vorgesetzte des Kompaniekommandanten, der den Unfall verletzt überlebte. Weitere Angaben konnte Schenker mit Verweis auf das Untersuchungsgeheimnis nicht machen.
Die Suchtrupps konzentrieren sich jetzt aufs Kanderdelta
Am Donnerstag vor einer Woche kenterten auf der Kander zwei Armeeschlauchboote mit zehn Mann Besatzung. Vier Wehrmänner wurden bisher tot geborgen, einer wird noch vermisst. Fünf weitere Armeeangehörige wurden verletzt.
Die Suche nach dem Vermissten wurde mittlerweile auf das Kanderdelta im Thunersee konzentriert, wie Christoph Brunner, stellvertretender Armeesprecher, auf Anfrage sagte. Nach wie vor seien rund 150 Mann im Einsatz.


























