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Kander Drama
15. Juni 2008 22:30; Akt: 19.10.2009 14:40 Print
Verbot unnötiger Übungen
Nach dem tödlichen Bootsunglück auf der Kander zieht die Armee Konsequenzen: Übungen ohne direkten Bezug zum Auftrag sind ab sofort verboten.
«Ich trauere mit Ihnen allen», sagte Armeechef Roland Nef gestern in Spiez. In der Ausbildung seien Risiken künftig auf das absolute Minimum zu beschränken. Übungen mit zu hohem Risiko und ohne direkten Bezug zum Kernauftrag seien ab sofort verboten, so Nef.
Soldaten haben eines der Boote gefunden, mit dem tags zuvor Kollegen tödlich verunglückt waren.(Bild: Keystone)
Die Suche nach dem letzten Vermissten lief gestern weiter auf Hochtouren. Gesucht wurde entlang der Kander, aber auch im Kanderdelta im Thunersee – weiterhin erfolglos. Derweil sind auch die Ermittlungen der Militärjustiz angelaufen. Laut «SonntagsZeitung» wusste die Armee mehr, als sie bisher zugab, denn Hauptmann M., der die tödliche Bootsfahrt leitete, hatte bereits mit dem Segen der Armee die ausserdienstliche Übung Tonus 08 organisiert, die auch eine Schlauchbootfahrt im Unterlauf der Kander beinhaltete.
Am Donnerstag waren auf der Kander bei Wimmis BE zwei Militärschlauchboote gekentert. Fünf Armeeangehörige wurden verletzt, vier wurden bisher tot geborgen. Besonders tragisch: Eine 27-jährige Kindergärtnerin aus dem Aargau erwartet ein Kind – ihr Mann (33) starb in den Fluten.
(nm)


























