Klimagipfel

17. Dezember 2009 18:15; Akt: 18.12.2009 14:50 Print

«Die Zeit der Unschuld ist vorbei»«Die Zeit der Unschuld ist vorbei»

Angesichts der verfahrenen Lage am Umweltgipfel hat Bundesrat Moritz Leuenberger an die Weltgemeinschaft appelliert, in Kopenhagen ein verbindliches Abkommen abzuschliessen. Für den Klimawandel-Ausgleichsfonds will die Schweiz weitere 50 Millionen Franken bereitstellen.

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«Es geht um Wasser und Nahrung, um Krieg und Frieden, um Flüchtlinge und Elend, um Tod oder Leben», sagte Bundesrat Moritz Leuenberger an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen.

Der Schweizer Umweltminister hat am Donnerstag an der UN-Klimakonferenz die Weltgemeinschaft zum Handeln aufgerufen und verbindliche Reduktionsziele beim CO2-Ausstoss gefordert. «Die Zeit der Unschuld ist vorbei. Es ist die Stunde der Verantwortung, und ich rufe alle auf, diese Verantwortung wahrzunehmen», sagte er laut Redetext.

Es gehe nicht mehr um Symbolaktivismus, sondern um existenzielle Fragen: «Es geht um Wasser und Nahrung, um Krieg und Frieden, um Flüchtlinge und Elend, um Tod oder Leben», sagte der Umweltminister. Alle seien aufeinander angewiesen, um die Klimaerwärmung so einzudämmen, dass sie die Menschheit nicht existenziell bedrohe. Es brauche verbindliche kurzfristige und langfristige Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstosses, klare Vorgaben für die Umsetzung und die nötigen Mittel dazu.

Reduktion um mindestens 50 Prozent

Leuenberger verwies auf die Vorgabe der europäischen Länder, ihre Emissionen um 20 Prozent zu reduzieren. Man werde sie aber sogar um bis zu 30 Prozent senken, weil auch andere Industrie- und Schwellenländer sich dazu verpflichten würden.

Bis 2050 brauche es weltweit eine Reduktion um mindestens 50 Prozent und in den Industrieländern um mindestens 80 Prozent. Industrieländer und Entwicklungsländer müssten dabei solidarisch vorgehen. «Wir können die Klimaerwärmung stoppen, weil wir sie stoppen müssen, wir haben keine andere Wahl», sagte Leuenberger.

Mehr Geld für Ausgleich

Die Schweiz werde sich auch an der Finanzierung zugunsten der ärmsten Länder beteiligen. An einer Medienkonferenz versprach Leuenberger, dass die Schweiz ihren Beitrag von bisher 80 auf 130 Millionen aufstocken werde, sollte in Kopenhagen eine Vereinbarung gefunden werden.

Die gemachten Zusagen bedürfen dann noch der Zustimmung des Parlaments, wie Leuenberger schon bei früherer Gelegenheit festgestellt hatte.

Der Schweizer Umweltminister äusserte in der dänischen Hauptstadt die Hoffnung, dass am Freitag ein Abkommen vorliegt. Auf Spekulationen wollte er sich aber nicht einlassen. Entscheidend sei, ob die gemachten Zusagen verpflichtend seien oder nicht.

Und nun handeln

Vor dem Plenum rief er zum entsprechenden Handeln auf. «Es ist die Stunde der Verantwortung, und ich rufe uns alle auf, diese Verantwortung wahrzunehmen.»

«Wir können die Klimaerwärmung stoppen, weil wir sie stoppen müssen», sagte er weiter. Es handle sich um eine existenzielle Frage.

Industrieländer und Entwicklungsländer könnten dabei solidarisch vorgehen, «weil wir alle solidarisch vorgehen müssen», sagte der SP- Bundesrat beschwörend.


Video:
Greenpeace hat eine Rede von Moritz Leuenberger anlässlich des UNO-Klimagipfels im September in New York verfälscht und ins Internet gestellt:

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(sda/dapd)