06. April 2007 18:10; Akt: 07.04.2007 02:44 Print

Hier droht der Welt der KollapsHier droht der Welt der Kollaps

Der Klimawandel bedroht auf der ganzen Welt die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier, warnen Wissenschaftler im zweiten Teil des UNO-Klimaberichts. Bis 2080 werden 3,2 Milliarden Menschen rund um den Globus um das restliche Trinkwasser kämpfen.

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Treffen wird er vor allem die Ärmsten und Schwächsten, heisst es in der bislang dramatischsten Warnung der UNO vor den Folgen der Erderwärmung.

Neben der Gefahr von Trinkwassermangel werde durch den Klimawandel auch die Gefahr der Hungersnöte wachsen. Bis 2080 droht nach Einschätzung der internationalen Forscher 600 Millionen Menschen Mangelernährung.

Bildstrecke: Mutter Natur schlägt zurück

«Die armen Menschen sind die anfälligsten, und sie werden am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels getroffen», erklärte der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri.

Auch das Ausmass von Überschwemmungen wird laut IPCC wachsen. Den Prognosen zufolge würden jährlich zwei bis sieben Millionen Menschen mehr davon betroffen sein, insbesondere an den dicht besiedelten Küsten und Flussmündungen in Westafrika, in Asien und am Mississippi in den USA.

Der Bericht warnt vor einem dramatischen Artensterben: Bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten seien vom Aussterben bedroht, wenn die Temperaturen um 1,5 bis 2,5 Grad stiegen.

Auch in den Alpen spürbar

Auch in Europa dürfte der Klimawandel Folgen haben. In den Alpen rechnen die Experten mit einem massiven Rückgang der Gletscher und weniger Schnee im Winter. Insgesamt dürften die Alpen und damit auch die Schweiz eine Region sein, die von Hitzewellen und Dürren stärker betroffen sein wird.

Regierungsvertreter und Wissenschafter hatten seit Montag in Brüssel darum gerungen, wie die auf gut 1500 Seiten dargelegten wissenschaftlichen Klima-Erkenntnisse auf eine etwa 20-seitige «Zusammenfassung für politische Entscheider» verkürzt werden können (siehe Interaktiv-Box).

Die Bremser

Den grossen Luftverschmutzern USA, Russland und China sowie Saudi-Arabien gelang es nach Angaben aus Verhandlungskreisen, diesem Papier einige Zähne zu ziehen. So erreichten die USA die Streichung eines Abschnitts, der für Nordamerika dramatische Folgen voraussagte.

Die Feststellung eines «sehr erhöhten Risikos» für zahlreiche Öko-Systeme durch die Klimaveränderungen sei nicht wissenschaftlich belegt, konnte von China hingegen nicht aus dem Text gekippt werden.

Der IPCC-Vorsitzende Pachauri sprach von einem «guten Ergebnis». Auch für den WWF-Experten für Klimafragen, Martin Hiller, ist das Resultat des Ringens ein «starker Bericht».

Zufriedenheit auch bei Schweizern

Zufrieden zeigte sich auch der Leiter der Schweizer Delegation in Brüssel, José Romero. Die politische Absichtserklärung sei ein sehr nützliches Instrument für die politischen Entscheidungsträger. Die Schweiz und die ganze Welt müssten unverzüglich nach Antworten auf den Klimawandel suchen.

Den dritten und letzten Teil ihres Weltklimaberichts wollen die Forscher Anfang Mai präsentieren. Dann wollen sie Lösungsvorschläge unterbreiten, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Am 17. April wird auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York erstmals über den Klimawandel debattieren.

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(sda)