Ozonloch mit Rekordgrösse

07. April 2011 09:13; Akt: 07.04.2011 09:58 Print

Angst vor Sonnenbrand im AprilAngst vor Sonnenbrand im April

Das Ozonloch über dem Nordpol ist auf Rekordgrösse angewachsen. Schweizer Sonnenanbeter könnten eine rote Überraschung erleben – wenn sie sich nicht schützen.

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In der Frühlingssonne ist besondere Vorsicht geboten: Ein Schwinger ist gezeichnet - aber nicht vom Gegner. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

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Schuld sind ein eiskalter Winter und Schadstoffe in der Stratosphäre – der Schicht zwischen 15 und 50 Kilometern über der Erdoberfläche. Sie bewirken gemeinsam, dass die Ozonschicht zerstört wird. Normalerweise schirmt eine intakte Ozonschicht die Erde von ultravioletten Strahlen ab, die Sonnenbrand verursachen und Hautkrebs auslösen können.

Weil der Winter in diesen Schichten der Atmosphäre ausgesprochen kalt war, hat das Ozonloch über der Arktis Rekordgrösse erreicht: Die Ozonmenge direkt über dem Nordpol ist um etwa 40 Prozent zurückgegangen, wie die Weltwetterorganisation (WMO) mitteilte.

Gefahr Sonnenbaden

Je nach Wetterlage könnte das nun auch für hiesige Sonnenhungrige zum Problem werden. Denn das Ozonloch bleibt nicht einfach stationär über der Arktis. Gegenwärtig stehen die ozonarmen Luftschichten über Südskandinavien, was dort an sonnigen Tagen zu erhöhter ultravioletter Strahlung geführt hat. Nun zieht das Ozonloch weiter ostwärts, in Richtung Russland.

Es könne aber durchaus in den nächsten Tagen Richtung Mitteleuropa driften und sogar den Mittelmeerraum erreichen, wie der Atmosphärenphysiker Markus Rex vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) der Nachrichtenagentur sda sagte. Damit würde das Sonnenbaden auch in der Schweiz risikoreicher.

Die unter dem Ozonloch zu erwartende UV-Strahlung entspreche in etwa der normalen Belastung im Hochsommer, sagte Rex. «Das Problem ist, dass die meisten Menschen so früh im Jahr noch nicht mit einem schnell auftretenden Sonnenbrand rechnen.» Empfindliche Menschen könnten binnen weniger Minuten Sonnenbrand bekommen.

Auch die Hautärztin warnt

Dass das Ozonloch Richtung Schweiz wandern könnte, erstaunt die Hautärztin Dr. Daniela Kleeman aus Zürich. «Davon höre ich jetzt zum ersten Mal», sagt sie gegenüber 20 Minuten Online. «Doch im Frühling haben wir sowieso regelmässig viele Patienten mit schweren Sonnenbränden.» Weil der Körper nicht an die Sonneneinstrahlung gewöhnt sei und die Leute auch nicht damit rechnen würden, sich in der Frühlingssonne ernsthaft zu verbrennen, würden vor allem hellhäutige Menschen schon zu dieser Jahreszeit Opfer der UV-Strahlung. Kleeman ist deshalb dezidiert der Meinung, dass nun vermehrt Prävention betrieben werden müsse.

Diese müssten allerdings von offizieller Seite kommen. Gefragt sind also das Bundesamt für Gesundheit BAG oder die Krebsliga Schweiz. Ruth Barbezat, Programmleiterin Hautkrebs der Krebsliga, erzählt, dass sich die Krebsliga seit Jahren für die Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Sonnenschutz engagiere. «Wir sind heute schon an Sport und Musikveranstaltungen, aber auch mit unserem Sonnenmobil in Schulen und auf öffentlichen Plätzen präsent», sagt Barbezat. «Zudem veröffentlicht die Krebsliga ab dem 15. April unter www.hautkrebstag.ch eine Liste von Hautärzten, bei denen man anlässlich des Hautkrebstages am 9. Mai auffällige Muttermale kostenlos untersuchen lassen kann.» Das mache die Krebsliga allerdings jeden Frühling, eine spezielle Präventionskampagne sei für diesen Frühling nicht geplant – unter anderem wegen fehlender finanzieller Möglichkeiten.

BAG plant keine besondere Kampagne

Auch Beat Gerber, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Strahlenschutz des BAG, zeigt sich von der Ozonloch-Meldung überrascht. Er verweist darauf, dass das BAG beim Thema Prävention vor Sonneneinstrahlung nicht der einzige Akteur sei, es aber Organisationen wie beispielsweise der Krebsliga Schweiz zur Seite stehe – organisatorisch und auch finanziell. Man habe aber auf jeden Fall ein Auge auf die aktuelle Situation. «Es können saisonal auch in der Schweiz kleinere Ozonlöcher entstehen, sie sind aber normalerweise auch relativ schnell wieder vorbei», beschwichtigt er. «Sollte sich allerdings herausstellen, dass diese Situation länger als üblich anhalten könnte, würden wir die Bevölkerung informieren.»

Hautärztin Kleeman empfiehlt in jedem Fall Sonnencrème anzuwenden, auch wenn man das Gefühl habe, die Sonne scheine nicht besonders stark. Empfehlenswert gerade für Leute vom hellsten Hauttypus seien die stärksten erhältlichen Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50. Diese verlängern die Eigenschutzzeit der Haut angeblich um das 50-Fache. Bei Menschen mit dem Hauttypus I, die ohne Schutz nicht länger als fünf bis zehn Minuten an der Sonne verweilen dürfen, verlängert sich diese Zeitspanne mit Faktor 50 auf 250 bis 500 Minuten – also zwischen vier und rund acht Stunden.

(jam/sda)

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  • Lukas Meier am 07.04.2011 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wandel

    der Mond war bei uns immer wie bei einem D - die Sicher schön senkrecht und nun? wie bei einem U und fast 90° gedreht... aber in einer Welt voller Justin Bieber und Lilliana Matthäus interessiert das keinen mehr - und mehrere Wissenschaftler haben ja nach der Ursache der häufigen Beben gesucht und Simulationen durchgeführt - die Erde wächst und das ist überall ersichtlich zur Zeit!

  • Tinu Berger am 07.04.2011 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    80er look ?

    Warum will eigentlich jeder braun werden im Sommer ? Die Zeiten von Modern Talking sind vorbei. Ich bin stolz ein hellhäutiger Europäer zu sein und habe keine Lust mich übermässig grillen zu lassen. In ist das schon seit 20 Jahren nicht mehr.

  • Daniel am 07.04.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    USA kein Problem - CH gleich rot!

    Als ich in den USA in Kalifornien war, konnte ich 3 Monate lang nonstop immer in der Sonne sein und das ohne Sonnencreme. Dabei hatte ich nie einen Sonnenbrand sondern wurde schön braun. Hier in der Schweiz bin ich nach 2 Stunden Sonne schon rot!

    • jon jon am 07.04.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      schwierig zu vergleichen

      kalifornien ist in jedem Fall suedlicher, aber es haengt halt auch davon ab ob man in der Hoehe ist oder nicht. btw mir reichten 20min :) am Strand in Santa Monica und mein Ruecken war knallrot und das im Halbnebel also nicht pralle Sonne.

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