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Freigesprochen
31. März 2010 11:14; Akt: 31.03.2010 11:41 Print
Da war gar kein «Climagate»
von Raphael Satter, AP - Haben britische Klimaforscher Daten gefälscht, um den Klimawandel zu übertreiben? Nein, sagt ein Gericht. Doch einzelne Makel bleiben.
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Klima-Demo in Kopenhagen
Der Wissenschaftsausschuss des britischen Unterhauses hat Klimaforscher vom Vorwurf der Datenmanipulation freigesprochen. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass Wissenschaftler der Universität East Anglia Beweise für den von Menschen verursachten Klimawandel erfunden hätten, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Hacker hatten im November 2009 mehr als 1000 E-Mails von Forschern im Internet veröffentlicht, die von Klimaskeptikern als Beweis für umfangreiche Fälschungen und Übertreibungen gedeutet wurden.
Die Forscher sollen Beweise gegen den Klimawandel nicht preisgegeben haben.(Bild: Keystone)
Die gestohlenen E-Mails erweckten den Eindruck, die Wissenschaftler wollten die Prüfung ihrer Ergebnisse durch Kollegen aushebeln. Ausserdem diskutieren die Forscher darin angeblich Wege, wie sie es verhindern könnten, dass ihre Daten öffentlich zugänglich gemacht werden. Besonderes Aufsehen erregte eine E-Mail, in der von einem «Trick» die Rede ist, mit dem «fallende Temperaturen verheimlicht» werden sollen.
Die Untersuchung verwirft die meisten Anschuldigungen und angeblichen Beweise, die kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen all denjenigen Auftrieb gaben, die einen menschlichen Einfluss auf das Klima bestreiten. Manche sprachen gar von einem «Climategate» und versuchten, das Ansehen der gesamten Klimawissenschaft zu diskreditieren.
Forscher wollten Ergebnisse nicht öffentlich machen
Eindeutig entlastet wird der Chef der Klimaforschungsabteilung an der East Anglia Universität, Phil Jones, der wegen der Vorwürfe sein Amt ruhen liess. Allerdings hält der Bericht den Vorwurf aufrecht, dass die Wissenschaftler ihre Daten nicht mit anderen teilen wollten. Die Forscher hätten sich viele Probleme ersparen können, wenn sie ihre Daten öffentlich zugänglich gemacht hätten, heisst es. Für alle anderen Anschuldigungen fanden die Abgeordneten keine Belege.
Die Untersuchung der Parlamentarier ist nur eine von dreien, die nach dem Skandal angestossen wurden. Die zweite wird von einem ehemaligen Regierungsbeamten geleitet, die dritte erfolgt unter der Führung hochrangiger Wissenschaftler. Beide Untersuchungen wollen sich noch ausführlicher mit den Details der Vorwürfe beschäftigen als die Parlamentarier, die noch vor der in wenigen Wochen anstehenden britischen Unterhauswahl zu einem Ergebnis kommen wollten.


























