Stark degeneriert

28. November 2011 23:00; Akt: 29.11.2011 08:42 Print

Dem Boden ziehts die Füsse wegDem Boden ziehts die Füsse weg

von Nicole Winfield, AP - Erosion, Wasserverschmutzung, Verlust der Artenvielfalt: Ein Viertel der Landfläche ist am Serbeln. Doch die Nahrungsproduktion muss wachsen, sonst gibts noch mehr Hunger.

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Zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Durban in Südafrika hat die UN-Welternähungsorganisation FAO am Montag einen Bericht über die Entwicklung der Landflächen vorgestellt. Darin stellt sie eine deutliche Verschlechterung der Böden auf einem Viertel der Landfläche fest. Um auch im Jahr 2050 genug Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, müsse dieser Trend umgekehrt werden, mahnen die UN-Experten.

In der in Rom präsentierten Studie «Zustand der weltweiten Land- und Wasserressourcen für Nahrung und Landwirtschaft» stufen die Experten ein Viertel der weltweiten Landfläche als stark degeneriert ein. Ursachen für die Verschlechterung seien beispielsweise Erosion, Wasserverschmutzung oder ein Verlust der Artenvielfalt. Acht Prozent der Landfläche werden in dem Bericht als mittelschwer geschädigt und 36 Prozent als leicht geschädigt ausgewiesen. Lediglich auf zehn Prozent der Flächen habe es Verbesserungen gegeben.

Damit die bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen angewachsene Weltbevölkerung ausreichend ernährt werden könne, müsse die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis dahin um 70 Prozent wachsen, heisst es in dem Bericht. Konkret bedeute das: Die jährliche Produktion von Reis, Weizen und anderen Getreidesorten müsste um eine Milliarde Tonnen steigen, die jährliche Produktion von Fleisch und Fisch um 200 Millionen Tonnen. Damit dieses Ziel erreicht werde, müsse die Agrarproduktion auf den bestehenden Ackerflächen nachhaltig intensiviert werden, sagte die FAO.

Klimawandel bremst Grüne Revolution aus

In den Jahren der Grünen Revolution stieg die Agrarproduktion dank neuer Technologien, Pestiziden und der Einführung ertragreicher Pflanzenarten drastisch an. Während zwischen 1961 und 2009 die bewirtschafteten Landflächen nur um zwölf Prozent zunahmen, stiegen die Erträge um 150 Prozent. Inzwischen würden jedoch der Klimawandel und nachteilige Anbaumethoden die Produktivität senken, heisst es in dem Bericht. In weiten Teilen der Welt sei das Wachstum im Vergleich zu den guten Jahren der Grünen Revolution um die Hälfte zurückgegangen.

Als Problemgebiete weist der Bericht unter anderem Westeuropa aus. Dort habe intensive Landwirtschaft zu einer Verschmutzung der Böden und der Gewässer und damit zu einem Verlust der Artenvielfalt geführt. In den Hochgebieten des Himalaja, der Anden, der äthiopischen Hochebene und im südlichen Afrika seien vor allem Erosion und zunehmen starke Überschwemmungen problematisch.

Warnung vor Wasserknappheit

Auch Wasser werde zunehmend knapp, warnen die Autoren der Studie. Probleme seien vor allem die Versalzung und die Verunreinigung des Grundwassers durch Agrarabflüsse und Gifte. Um auch im Jahr 2050 die Wasserversorgung zu gewährleisten, werde eine effizientere Bewässerung notwendig. Aktuell würden die meisten Bewässerungssysteme unterhalb ihrer Leistungsgrenzen operieren.

Die FAO fordert Investitionen in neue Anbaumethoden, etwa integrierte Bewässerung oder Fischfarmen. Bis 2050 würde dafür etwa eine Billion Dollar allein für den Ausbau von Bewässerungssystemen in Entwicklungsländern notwendig. 160 Millionen Dollar sollten ausserdem für Bodenschutz und Wasserkontrollsysteme investiert werden.

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  • Hans Ulrich am 29.11.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nahrungsverteilung !!

    nicht die Produktion ist fragwürdig... viel eher ist die ungleichmässige Verteilung der Rohstoffe fraglich... wie kann es sein, dass in der Schweiz täglich Tonnen (!!) von Lebensmitteln entsorgt werden, da keiner sie gegessen hat und in Afrika verhungern tausende von Menschen weil Sie kein Stück Brot zwischen die Zähne bekommen?!!

  • muter erde am 29.11.2011 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    go veggie.

    "Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf dieser Erde so erhöhen wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Zitat Albert einstein. Weltweit gesehen, wird rund 40% der gesamten Getreideernte an Vieh verfüttert. Von der Getreidemenge, mit der man 100 Schlachtkühe ernährt, könnte man 2000 Menschen Nahrung bieten. Also ist es totaler Unsinn die Fleischproduktion auf sagenhafte 200 Millionen Tonnen steigern zu wollen!

  • broennimann marianne am 29.11.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Blumen, Blumen, Blumen pflanzen!

    Bitte viele Blumen pflanzen, Gemüse anbauen, nicht nur Rasenflächen, denn die Insekten können so nicht überleben und wir dann auch nicht mehr!