Kopenhagen

18. Dezember 2009 19:17; Akt: 18.12.2009 20:14 Print

Der Streit um die zwei GradDer Streit um die zwei Grad

Vor Abschluss der Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist das zentrale Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als zwei Grad offenbar gesichert. Noch wird aber heftig gefeilscht.

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Das viel beschworene sogenannte Zwei-Grad-Ziel stand am Freitagnachmittag in allen Entwürfen der Abschlusserklärung namens «The Copenhagen Accord». Nach Angaben aus Verhandlungskreisen ist das Zwei-Grad-Ziel kein Streitpunkt mehr. Allerdings gilt es erst als beschlossen, wenn das gesamte Papier abgesegnet ist.
Staats- und Regierungschefs führender Länder haben am Freitagabend beim Kopenhagener UNO-Klimagipfel Verhandlungen über konkrete Reduktionsziele und Finanzhilfen aufgenommen.

Die Verhandlungsgrundlage für die etwa 25 «Chefs» einer Kerngruppe sieht demnach vor, dass die Industrieländer bis 2050 ihren Kohlendioxid-Ausstoss um mindestens 80 Prozent reduzieren sollen. Das Papier erwähnt ausserdem «gemeinsame oder individuelle» Reduktionsziele bis 2020. Diese sollen bis dahin eine noch nicht bezifferte Gesamt-Verringerung ergeben, die sich auf die Basisjahre 1990 und 2005 bezieht.

Mit dem Referenzjahr 1990 würde der EU Rechnung getragen werden, deren CO2-Ausstoss in den 1990er Jahren gesunken ist. 2005 trüge unter anderem den USA und Japan Rechnung, deren Emissionen stiegen.

Für Bundesrat Moritz Leuenberger, der die Schweizer Delegation anführt, ist der Ausgang des Tauziehens offen. Der Gipfel schwanke zwischen «Hopenhagen und Flopenhagen» (zum Bericht).

Erst 30 dann 100 Milliarden für Entwicklungsländer

Das Dokument beziffert die Anschubfinanzierung für Klimamassnahmen in den Entwicklungsländern auf 30 Milliarden Dollar von 2010 bis 2012. Insgesamt sollten die Industriestaaten jährlich bis zu 100 Milliarden Dollar an Langfristfinanzierung aufbringen. Die Klimaziele grosser Schwellenländer wie China sollten auf nationaler Ebene überprüft werden.

Die Übereinkunft solle 2016 überprüft werden mit Blick auf die Möglichkeit, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dies hatten vor allem kleine Inselstaaten gefordert, die vom Anstieg der Meeresspiegel bedroht sind.

(sda/dapd)