Umweltvignette

31. August 2010 09:54; Akt: 31.08.2010 11:33 Print

Dreckschleudern sollen künftig draussen bleibenDreckschleudern sollen künftig draussen bleiben

Der Bund will sogenannte Umweltzonen in Schweizer Städten einrichten. In denen dürfen nur saubere Autos fahren.

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Sauberere Städte dank Vignetten? (Bild: Keystone)

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Auch in Schweizer Städten sollen Umweltzonen zugelassen werden, die nur noch von «sauberen» Autos befahren werden dürfen. Der Bund hat am Dienstag die neue Verordnung in die Anhörung geschickt, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) mitteilte.

Was in zahlreichen europäischen Städten bereits Realität ist, soll künftig auch in der Schweiz möglich sein: die Schaffung von Zonen, die nur von Autos mit einem vergleichsweise geringen Schadstoffausstoss befahren werden dürfen. Damit soll die Luftqualität verbessert werden.

Mit diesem Vorstoss kommt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) dem Wunsch einzelner Kantone entgegen. Namentlich die Kantone Genf und Tessin sind daran interessiert, solche Zonen einzurichten.

Das ASTRA hat nun in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt die entsprechenden Verordnungsentwürfe ausgearbeitet und in die Anhörung geschickt. Diese dauert bis zum 26. November. Die Anhörung umfasst auch eine Änderung der Signalisationsverordnung. Neu wird ein Signal «Umweltzone» geschaffen.

Verschiedene Emissionskategorien

Kernstück der vorgesehenen Neuregelung ist die Einführung eines Vignettensystems, das die Motorfahrzeuge in verschiedene Emissionskategorien einteilt, wie das ASTRA schreibt. Damit können die kantonalen Behörden bestimmen, welche Fahrzeuge eine Umweltzone befahren dürfen und welche nicht. Autos mit übermässigem Ausstoss von Luftschadstoffen - vor allem Stickoxide und Feinstaub - können so aus diesen Zonen verbannt werden.

Es wird aber Ausnahmen geben. Polizeifahrzeuge zum Beispiel oder Ambulanzen auf dringlichen Dienstfahrten, Fahrzeuge der Armee oder des diplomatischen Corps sind von der neuen Regelung ausgenommen.

Für die Einrichtung von Umweltzonen sind gemäss Verordnungsentwurf die Kantone zuständig. Diese können entscheiden, ob und in welchem Umfang sie solche Gebiete ausscheiden möchten.

Preisfrage noch offen

Noch offen ist nach Auskunft des ASTRA die Frage des Vignetten- Preises. Es obliege den Kantonen festzulegen, ob und wieviel sie verlangen wollten, sagte eine ASTRA-Sprecherin.

Schon beziffert werden hingegen die Bussen. Mit mindestens 500 Franken muss rechnen, wer die Vignette an einem anderen Fahrzeug anbringt als an jenem, für welches die Vignette ausgestellt wurde. Wer ohne Vignette in einer Umweltzone unterwegs ist oder parkiert, muss mit bis zu 100 Franken Busse rechnen.

VCS erfreut - TCS nicht begeistert

Die Einführung von Umweltzonen war bereits früher vom Verkehrs- Club der Schweiz (VCS) gefordert worden. Dieser begrüsst den Vorstoss des Bundes denn auch, wie VCS-Sprecher Gerhard Tubandt auf Anfrage sagte.

«Sehr, sehr skeptisch» ist hingegen der Touring Club Schweiz (TCS). Der zu erwartende bürokratische Aufwand sei angesichts des Nutzens viel zu hoch, sagte TCS-Sprecher Stephan Müller. Die Einführung solcher Zonen sei unnötig, zumal der technischen Fortschritt bei den Fahrzeugen inzwischen solchermassen sei, dass die Luftverschmutzung kein Problem mehr sei.

(sda)

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  • Dr. Sinn Voll Grün am 25.11.2010 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz geht anders

    Wenn schon mehr Einnahmen generiert w. sollen, dann bitte ohne Vorwand. "Erfindet" einf. zur Autobahnvig.noch die Stadtvignette u. kaßiert. Dann habe ich aber als Bürger wenigst. den Vorteil, daß ich mit der Vign. alle Städte besuchen kann u. mir auch nicht vorgeschr. wird, mit w. Auto ich kommen darf. Sonst fahr ich ja für 2 Besorgungen aufm Land u. 1er in der Stadt zuerst zurück z. Auto wechseln, wasn Schwachsinn! Gründenker, laßt euch nicht veräppeln. Dreckschleudern gibts bei uns eh nur noch als Young- u. Oldtimer, also zahlenmässig unerheblich u. hübsche Abw. beim Höck im Straßsencafé.

  • Ernst Müller am 24.11.2010 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Problem gibt es da noch...

    ...Die vielen Politiker, welche solche Verordnungen fordern, aber selber mit den teuersten, protzigsten und grössten "Dreckschleudern" umherfahren müssten dann noch einen umweltfreundlichen Kleinwagen kaufen. Das ganze ist doch ein völliger Stumpfsinn.

  • alfred diezi am 19.10.2010 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    "Dreckschleudern" umrüsten auf Kompogas

    Ich habe ein Jeep und wäre bereit ihn auf zB.kompogas umrüsten zu lassen.... An einer Umweltenergie-Messe stellte ich meinen Wunsch vor, mit dem Resultat, dass mich der Experte wie folgt aufklärte: vergessen sie es, der Kostenaufwand lohnt sich nicht.... Dabei könnte man Landesweit x-tausend innert kürzester Zeit "sauber" machen, ev. mit Unterstützung eines Benzinrappens