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Klimaerwärmung
08. Juli 2009 19:18; Akt: 08.07.2009 23:57 Print
G-8 setzten «Zwei-Grad-Limit»
Die G-8-Staaten haben deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einem neuen Klimaabkommen erzielt: Die Gipfelteilnehmer einigen sich darauf, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Entscheidend dazu beigetragen hat der Gesinnungswandel der Regierung Obama.
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Top CO2-Produzenten
Bisher hatten sich nämlich die USA gegen eine solche Zielsetzung gewehrt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: «Es gibt eine Trendwende in den Vereinigten Staaten von Amerika.» Dies sei eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Das Ergebnis des Gipfeltreffens im italienischen L'Aquila zeige, dass die G-8 wirklich einen Erfolg der UN-Klimakonferenz von Kopenhagen wollten, sagte Merkel. Am Donnerstag wollen sich die Industrie- und Schwellenländer erstmals gemeinsam zu dem Zwei-Grad-Ziel bekennen. Konkrete Zahlen für die mittel- oder langfristige Reduzierung von Treibhausgasen werden aber voraussichtlich erneut nicht vereinbart.
Der Klimaschutz steht im Mittelpunkt des 35. G-8-Gipfels. Die führenden Industrienationen blieben am Mittwoch zum Auftakt im mittelitalienischen Erdbebengebiet zunächst unter sich. Am Donnerstag stossen die wichtigsten Schwellenländer, darunter China, Indien und Brasilien, zu den Beratungen hinzu. In dem gemeinsamen Dokument sol erstmals das Zwei-Grad-Ziel von allen grossen CO2-Produzenten anerkannt werden. Zu einer Festschreibung des Ziels, die CO2-Emissionen bis 2050 weltweit um 50 Prozent zu reduzieren, wird es dagegen wohl nicht kommen.
Industrieländer setzen sich ehrgeizige Ziele
Die Industriestaaten alleine wollen den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2050 um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 herunterfahren. Sollte ein Land ein späteres Bezugsjahr wählen, soll auch das Reduktionsziel höher liegen. Ein mittelfristiges Ziel bis 2020 oder 2030 ist aber auch in der G-8-Erklärung nicht enthalten.
Vorbereitung auf Kopenhagen
Das Treffen in L'Aquila gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember. Dabei will sich die Staatengemeinschaft auf ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verständigen, das 2012 ausläuft.
Merkel sagte zu Beginn des Gipfels, die Industrienationen wollten Vorreiter beim Klimaschutz bleiben. «Wir sind auch diejenigen, die als Industrienationen über die Finanzmärkte die Weltwirtschaftskrise mit verursacht haben. Deshalb erwartet die Welt von uns mit Recht, dass wir hier unseren ersten Beitrag leisten.»
In einem Dokument zur Wirtschaftslage verpflichten sich die Industriestaaten erstmals dazu, nach Strategien für den Ausstieg aus den staatlichen Konjunkturprogrammen zu suchen. Darauf hatte Merkel gedrungen.
«Yes we camp»
In L'Aquila kletterten Anwohner auf einen Hügel vor der Polizeikaserne, wo das G-8-Treffen stattfindet. Mit der Parole «Yes we camp» - einer Anspielung auf den berühmten Wahlkampfslogan von US-Präsident Barack Obama - machten sie darauf aufmerksam, dass noch immer tausende Menschen in Behelfsunterkünften leben.
Das G-8-Treffen ist das grösste seit Gründung des Verbundes 1975. Ursprünglich sollte es auf der Mittelmeerinsel La Maddalena bei Sardinien stattfinden. Nach dem Erdbeben verlegte Berlusconi das Treffen in die Katastrophenregion.
Hu Juntao abgereist
Der chinesische Präsident Hu Jintao nimmt wegen der Unruhen in der Region Xinjiang nicht teil. Er reiste nach China zurück und lässt sich vom stellvertretenden Aussenminister Dai Bingguo vertreten.
(Michael Fischer/dapd)


























