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Klimawandel
05. April 2011 19:52; Akt: 05.04.2011 19:52 Print
Ozonschicht über Arktis wird immer dünner
von John Heilprin, AP - Die Ozonschicht schützt uns vor schädlichen ultravioletten Strahlen. Über der Arktis ist dieser Schutzschild so durchlässig wie nie zuvor geworden.

Durchschnittliche Ozonwerte im Monat März 2011 (Bild: KNMI)
Chemikalien und sehr niedrige Temperaturen haben der schützenden Ozonschicht enorm zugesetzt. Das teilte die Weltmeteorologieorganisation (WMO) am 5. April 2011 in Genf mit. Die Ozonschicht, die die Erde vor schädlichen ultravioletten Strahlen schützt, sei von Winterbeginn bis Ende März um bis zu 40 Prozent zurückgegangen – so stark wie nie zuvor, hiess es. Im vergangenen Jahr lag die Abnahme der Ozonschicht nach Angaben der WMO noch bei 30 Prozent.
Infografik KlimaerwärmungDie wichtigsten CO2-ProduzentenCO2-SpeicherungSolarenergieFür den Abbau der Ozonschicht sind nach WMO-Angaben Chemikalien verantwortlich, die häufig als Kühlmittel und Flammschutzmittel in verwendet wurden. Ausserdem hätten sehr niedrigere Temperaturen in der Stratosphäre zum Ozonabbau beigetragen.
Die Ozonwerte über der Arktis variieren wesentlich stärker als jene in der Nähe des Südpols. Aufgrund von Wetter- und Temperaturschwankungen gibt es in manchen arktischen Wintern keinen Abbau der Ozonschicht. Aussergewöhnlich kalte Winter können hingegen nach Angaben von UN-Forschern zu einem erheblichen Ozonabbau führen.
Ozonschädigende Stoffe führen zu weiterem Ozonabbau
Nach Angaben der UN wurde der jüngste Rückgang - der zwar beispiellos, aber nicht völlig unerwartet war - bei Messungen am Boden sowie von Wetterballonen und Satelliten über der Arktis gemessen. Die wegen der Erderwärmung beunruhigten Forscher beobachten vor allem die Arktis, weil vermutet wird, dass sich die Auswirkungen der Erderwärmung dort zuerst bemerkbar machen.
Nach Angaben der Ozon-Experten ist ein solcher signifikanter Ozonabbau in der Arktis nur im Fall eines kalten und stetigen stratosphärischen Winters möglich. Ein Rückgang der Ozonschicht tritt auf, wenn die Temperaturen unter -78 Grad Celsius fallen. «Die arktische Stratosphäre ist von einem weiteren Abbau der Ozonschicht bedroht, der durch ozonschädigende Substanzen ausgelöst wird», sagte WMO-Generalsekretär Michael Jarraud.
Abbau der ozonschädlichen Stoffe dauert zu lange
Verhindern sollte den Abbau der Ozonschicht unter anderem das Montrealer Protokoll, ein Abkommens der UN von 1987. In dem Montrealer Protokoll wurde eine Reduzierung von ozonschädlichen Chemikalien wie Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) und Halogene festgelegt, die in Kühlschränken, Klimaanlagen und Haarspray genutzt wurden. Der Vertrag fordert die Industrie auf, Ersatzchemikalien zu nutzen, die die Ozonschicht weniger schädigen.
Aber da die ozonschädlichen Verbindungen eine lange Lebensdauer in der Atmosphäre haben, dauert es Jahre bis die in dem Montrealer Protokoll festgelegten Grenzwerte erfüllt werden. Nach Angaben der UN wird es noch bis zu 30 Jahre dauern, um auf den festgelegten Wert von vor 1980 zu kommen.




























