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Klimawandel
29. November 2010 22:32; Akt: 29.11.2010 22:59 Print
UNO-Konferenz in Cancún eröffnet
Im mexikanischen Cancún hat die zwölftägige UNO-Klimakonferenz begonnen. Sie soll nach dem enttäuschenden Gipfel von Kopenhagen Lösungen gegen die Erderwärmung finden.

Die UNO-Klimakonferenz in Cancún hat begonnen. (Bild: AFP)
Mexikos Präsident Felipe Calderón eröffnete die Konferenz. Er forderte die
Im Zentrum der Verhandlungen in Cancún vom 29. November bis 10. Dezember stehen verpflichtende Massnahmen von Industrie- und Schwellenländern zur Verminderung des Treibhausgasausstosses. Ziel ist ein Nachfolgeabkommen für das sogenannte Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft.
Grundlage der Verhandlungen ist die nicht rechtsverbindliche Vereinbarung der Klimakonferenz von Kopenhagen 2009, die seither von der Mehrheit der Staaten angenommen wurde. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen, ohne aber konkrete Zahlen für eine CO2-Reduktion zu definieren.
Es wird erwartet, dass am Ende der 16. UNO-Weltklimakonferenz lediglich einzelne Vereinbarungen stehen werden, zum Beispiel in den Bereichen Klimaschutz-Finanzierung, Waldschutz oder Technologietransfer. Mit einem umfassenden, rechtlich verbindlichen Abkommen rechnet kaum jemand.
Der Gipfel dauert bis zum 10. Dezember. Als höchstrangige Schweizer Vertreterin reist Bundespräsidentin Doris Leuthard in der zweiten Woche nach Cancún.
Falls in Cancún nicht konkrete Fortschritte gelingen, könnten einige Teilnehmer die Geduld verlieren, sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard in Brüssel. «Die EU ist bereit, in Cancún einen ehrgeizigen globalen Klimaschutzrahmen zu vereinbaren», sagte die Dänin.
Die Europäer beharren vor dem Gipfel auf ihren Klimazielen. Demnach müssen andere Länder mitziehen, bevor die EU ihre Zusage, den Kohlendioxid-Ausstoss bis 2020 um 20 Prozent zu senken, auf die Marke von 30 Prozent nach oben schraubt.
China und USA verpflichten
Die freiwilligen Vereinbarungen von Kopenhagen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen hätten sich als besser herausgestellt, als er zunächst gedacht habe, sagte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen.
Nun gelte es, diese weiter festzuklopfen. Diese Vereinbarung allein werde aber nicht reichen, um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.
Dafür müssten auch China und die USA ins Boot geholt werden, die 40 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen. China unternehme auf nationaler Ebene beachtliche Anstrengungen, sagte Röttgen. Aber das Land sei «relativ zurückhaltend», internationale Verpflichtungen einzugehen.
China dürfte in Cancún zum besonders umworbenen Partner werden, während die USA seit der Niederlage für US-Präsident Barack Obama bei den Kongresswahlen als gelähmt gelten.
Teilerfolge erwartet
Experten halten Teilerfolge für den Klimaschutz für möglich, wie beim Waldschutz oder Klimahilfen für Entwicklungsländer. Es wird jedoch nicht damit gerechnet, dass ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zustande kommt, das einen verbindlichen Klimaschutz regelt.
Als besonders dringend gilt es, den Ausstoss von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) massiv zu reduzieren, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Dafür müssten aber auch die inzwischen von 140 Staaten mitgetragenen freiwilligen Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen festgeklopft werden.
(sda)



























