Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Briefe an den Cavaliere
25. Oktober 2011 11:35; Akt: 25.10.2011 12:07 Print
«Wo ist mein Freund Berlusconi?»
Muammar Gaddafi hat seinen ehemaligen Freund Silvio Berlusconi noch im August in einem Brief um Hilfe gebeten. Dieser rührte aber keinen Finger.
-
Das Ende des Despoten: Gaddafis Leiche in der Wüste vergraben
-
Schön gespart: Gaddafi, der reichste Mensch aller Zeiten
-
Gaddafis Tod: Ein Kopfschuss, eine Leiche und offene Fragen
-
Offizielle Befreiung: Libyen ist jetzt ein islamisch geprägter Staat
-
Libyen ohne Gaddafi: Am Sonntag ist das Land offiziell befreit
Der frühere libysche Machthaber Muammar Gaddafi hatte sich im vergangenen August offenbar in einem Brief an den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi gewandt und ihn um Hilfe gebeten.
Bildstrecken Muammar Gaddafi ist totPresseshow zum Tod von Gaddafi Kämpfer in Gaddafis StubeDer Kampf um Sirte. Infografik Libyen in der Ära GaddafiSenfgasDer Gaddafi-ClanWie aus dem Brief hervorgeht, der vom französischen Magazin «Paris Match» veröffentlicht wurde, übte Gaddafi Druck auf Berlusconi aus, damit dieser die Militärangriffe gegen sein Land zu stoppen versuche.
«Ich bitte dich, dich bei deinen westlichen Alliierten einzuschalten»
In seinem Schreiben erklärte sich Gaddafi über Italiens Teilnahme an der NATO-Mission überrascht. Er sei sich jedoch im Klaren darüber, dass Berlusconi mit dem Militärangriff gegen Libyen nicht einverstanden war.
«Ich glaube, dass du noch die Möglichkeit zur Kehrtwende hast. Daher bitte ich dich, dich bei deinen westlichen Alliierten einzuschalten, um die Bombardierung zu stoppen, die unsere libyschen Brüder und unsere Kinder tötet», hiess es im Schreiben.
Die ehemalige Kolonialmacht Italien war bis zum Beginn des Anti-Gaddafi-Aufstands Mitte Februar der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner des libyschen Regimes in Europa.
Im Jahr 2008 unterzeichneten beide Länder ein Freundschaftsabkommen, das die Stärkung der Beziehungen vorsah. Das Abkommen verbot die Nutzung italienischen Territoriums für Angriffe auf Libyen.
Berlusconi bezeichnete den «Colonello», wie Gaddafi in Italien genannt wird, als persönlichen Freund. Mehrmals wurde Gaddafi von Berlusconi als Ehrengast in Rom empfangen.
«Zwischen uns und Italien herrscht offener Krieg»
Gaddafi hatte Italien wegen seiner Teilnahme an der in Libyen aktiven Militärallianz unter NATO-Regie des Verrats beschuldigt: «Zwischen uns und Italien herrscht offener Krieg. Was ist mit dem Freundschaftsvertrag geschehen, den Italien mit Libyen unterzeichnet hatte? Wo ist mein Freund Berlusconi? Italien hat sich für die Kolonialzeit in Libyen entschuldigt. Warum beteiligt sich Italien jetzt mit seinen Kampfflugzeugen an der Invasion Libyens?», fragte Gaddafi noch im vergangenen Mai.
Berlusconi hatte sich von den Vorwürfen Gaddafis an Italien unbeeindruckt gezeigt.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 33 Kommentare





























Schweizer sind naiv
Berlusconi ist der einzige der weiss wie man mit solchen Diktatoren umgeht. Die Schweizer haben sich nur lächerlich gemacht.
Was hätte Berlusconi tun sollen?
Was hättet ihr getan an Berlusconis Stelle? Die ganze Welt ist gegen Gaddafi und er sollte ihm noch helfen? Das die Beziehung welche diese Leute «Freundschaft» nennen basiert sowieso nur auf Öl und Geld.
das zeigt nur...
...wie die sogenannten "Staatsoberhäupter" funktionieren und wie "glaubhaft" diese sind... wir wurden schon immer belogen und werden es auch heute noch, nichts neues und nicht nur Italien...