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Revolutionsfeier
17. Februar 2012 17:22; Akt: 17.02.2012 18:15 Print
Libyer sollen sich stärker engagieren
Mit Feiern und Kundgebungen haben die Libyer an den Beginn des Aufstandes gegen Diktator Gaddafi vor einem Jahr erinnert. Im Vordergrund stand das Gedenken an die toten Revolutionäre.

Keine zu klein um an der Revolutionsfeier zu sein. Libyer gedenken dem Beginn des Aufstands gegen Gaddaffi vor einem Jahr. (Bild: Reuters)
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Singende und fahnenschwingende Menschen versammelten sich auf dem Märtyrer-Platz in der Hauptstadt Tripolis und dem Freiheitsplatz in Benghasi, wo die Erhebung gegen Gaddafi am 17. Februar 2011 ihren Ausgang genommen hatte. Wohnhäuser und Autos waren mit Fahnen in den Farben rot, schwarz grün geschmückt.
Infografik Libyen in der Ära GaddafiDer Gaddafi-Clan Video
Libyen-Experte zu Gaddafis Tod
Feiernde Libyer nach Gaddafis Tod
Vertreter von Regierung und Übergangsrat forderten ihre Landsleute auf, nach vorn zu blicken und sich beim Aufbau des neuen Staates zu engagieren. Überschattet wurde der Jahrestag am Freitag durch einen Konflikt zwischen den sogenannten Revolutionsbrigaden und der Übergangsregierung von Ministerpräsident Abdel Rahim al-Kib.
Brigaden wollen sich nicht auflösen
Die Regierung hatte den einstigen Kämpfern angeboten, sich bis zum 17. Februar für einen Job bei Armee oder Polizei registrieren zu lassen. Von diesem Angebot machten viele Kämpfer jedoch nicht Gebrauch.
Einige Brigaden erklärten, sie wollten sich nicht auflösen, sondern unter dem gleichen Kommando wie bisher unter dem Dach der Armee oder des Innenministeriums als intakte Einheit bestehenbleiben. Die Regierung will jedoch keine Milizen dulden, die einen bestimmten Stamm oder eine Region vertreten.
Lage hat sich verbessert
«Trotz aller Probleme im Land ist es ein toller Tag, den wir feiern wollen», zog die 22-jährige Ingenieurstudentin Sarah eine positive Bilanz der Revolution. In einem Jahr sei viel erreicht worden.
In der Tat hat sich die Lage für viele Libyer verbessert. Doch der Aufbau eines demokratischen Staates erweist sich als schwierig.
Schwacher Staat
Der Aufstand gegen Gaddafi hatte vor einem Jahr mit Protestkundgebungen in den östlichen Städte Bengasi und Al-Baidha begonnen. In der Hauptstadt Tripolis übernahmen die Revolutionstruppen im August die Macht. Die Rebellen, die Unterstützung durch Luftangriffe der NATO erhielten, töteten Gaddafi im Oktober in seiner Heimatstadt Sirte.
Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats (NTC), Mustafa Abdul Dschalil, sagte in einer Ansprache, die das libysche Fernsehen übertrug, die Strukturen des alten Staates seien schwach. Die Behörden seien durchsetzt von Korruption. Deshalb sei es wichtig, den Staat nach der für Juni geplanten Wahl auf ein neues Fundament zu stellen.
Die Bürger, die Regierungschef Al-Kib diese Woche während einer Reise durch die Städte des Ostens traf, forderten die Regierung auf, für Sicherheit zu sorgen und mehr für die Familien der Kriegsopfer zu tun.
«Fackel der Revolution»
In der östlichen Stadt Bengasi hatten die Feierlichkeiten nach Angaben der staatliche Nachrichtenagentur Lana bereits am Donnerstagabend begonnen. Die Organisatoren übergaben dem Bericht zufolge zuerst Mohammed Omar al-Muchtar die «Fackel der Revolution». Anschliessend wurde sie den Angehörigen des ehemaligen Innenminister Abdulfattah Junis überreicht.
Der 91-jährige Mohammed Omar al-Muchtar ist der Sohn des libyschen Freiheitskämpfers Omar al-Muchtar. Der «Löwe der Wüste» war 1931 von den italienischen Kolonialisten hingerichtet worden.
Abdulfattah Junis gehörte zu den ersten Funktionären des Gaddafi- Regimes, die sich im Frühjahr 2011 von dem Diktator lossagten. Er übernahm das Kommando der Revolutionstruppen. Im Juli 2011 geriet er in einen Hinterhalt und wurde getötet.
(sda)


























