Gaddafi ist tot

20. Oktober 2011 12:31; Akt: 21.10.2011 11:09 Print

So haben sich die Ereignisse überschlagenSo haben sich die Ereignisse überschlagen

Kämpfer des libyschen Übergangsrats haben Sirte eingenommen. Dabei wurde Muammar Gaddafi und mindestens einer seiner Söhne getötet. Die dramatischen Szenen im minutiösen Rückblick.

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Nach dem Tod Muammar Gaddafis berät der NATO-Rat morgen über eine Ende der siebenmonatigen Luftangriffe in Libyen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte, ein Ende des NATO-Einsatzes sei nun «sehr viel näher gerückt». Eine Entscheidung werde gemeinsam mit den UN und dem libyschen Nationalen Übergangsregierung gefällt.

Aus Diplomatenkreisen verlautete, beim Treffen am Freitag werde entschieden, wann und wie die Operation eingestellt werde. Wenn die NATO-Kommandeure befänden, dass eine Fortsetzung der Operation nicht länger vonnöten sei, könnten die Angriffe schon am Freitag oder Samstag eingestellt werden.
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Weiter ist unklar, ob Saif al Islam tot oder lebendig ist. Eine neue Meldung bestätigt jedoch seinen Tod.

Nach arabischen Medienberichten wurden die Leichen der drei Getöteten (Muammar, Muatassim, Saif) am Abend aus dem Spital in Misrata abtransportiert und an einen unbekannten Ort gebracht. Sie sollten noch in der Nacht beerdigt werden.
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Gaddafis Tod sei das «Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels», sagte US-Präsident Barack Obama in Washington. Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Libyer hätten aber auch eine «grosse Verantwortung», eine Regierung zu schaffen, die alle gesellschaftlichen Gruppen einschliesse.

Man dürfe sich keinen Illusionen hingeben, warnte der Präsident: «Libyen hat bis zur Demokratie eine lange und kurvenreiche Strecke vor sich.» Die USA und ihre Verbündeten stünden dem Land aber weiterhin mit Unterstützung zur Seite.
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Rachid Hamdani, der von Juli 2008 bis Februar 2010 in Libyen festgehalten wurde, ist erleichtert über den Tod des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. «Er hat dieses Ende verdient», sagte Hamdani am Donnerstag dem Westschweizer Radio (RSR).

Er habe unter einer Ungerechtigkeit gelitten, die von Gaddafi ausgegangen sei. «Sein Tod ist eine Erleichterung», sagte Hamdani. Dennoch hätte er es vorgezogen, wenn der Ex-Diktator vor ein Gericht gestellt worden wäre.
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Die Gerüchte, Gaddafi habe sich in einem Abwasserkanal bei Sirte versteckt, als er von den Rebellen entdeckt wurde hält sich hartnäckig. Er sei in seiner Uniform und lediglich mit seiner goldenen Pistole bewaffnet gefasst worden. Offenbar hat er noch gesagt: «Was geschieht jetzt mit mir?» Ein Rebell zeigt sich kurz danach heroisch mit der goldenen Waffe Gaddafis (Bild oben).

Der noch lebende Gaddafi wurde dann zu einem Auto gebracht (Video unten). Was dann passiert ist, ist nicht bekannt. Jetzt ist der Despot tot, tödlich verletzt von Schüssen in den Bauch und in den Kopf.
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Der Sohn des getöteten früheren libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, Saif al Islam, ist nach Angaben eines libyschen Minister verwundet worden und wird in einem Krankenhaus behandelt.
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Muammar Gaddafi ist offenbar lebend festgenommen worden. Arabische Fernsehsender strahlten am Donnerstag Aufnahmen aus, in denen zu sehen war, dass Gaddafi bei seiner Festnahme zwar verletzt, aber noch am Leben war.
18:39
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Die Epoche Gaddafi sei mit seinem Tod noch nicht abgeschlossen, warnt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Sein Tod wecke aber Hoffnung auf ein Ende von Folter und Unterdrückung in Libyen.

«Die Epoche Gaddafi wird so lange andauern, bis die Vergangenheit vollständig aufgearbeitet ist und die Menschenrechte ein fester Bestandteil des libyschen Staates geworden sind», wird Hassiba Hadj Sahraoui, Direktorin für Nordafrika und den Nahen Osten von Amnesty International, in einem Communiqué vom Donnerstag zitiert.

Amnesty International wies darauf hin, dass viele Mitarbeitende der libyschen Behörden unter Verdacht stünden, an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein. Diese müssten sich vor Gericht verantworten, fordert die Organisation.
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Nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar Gaddafi bereitet die NATO das Ende ihres Militäreinsatzes vor. Am Freitag kommt der NATO-Rat in Brüssel zusammen. Der Beschluss zur Einstellung der Operation sei dann möglich, verlautete aus Diplomatenkreisen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte mehrfach betont, das Bündnis stoppe die Luftangriffe auf die letzten Anhänger Gaddafis, sobald von ihnen keine Bedrohung mehr für die Zivilbevölkerung ausgehe. Mit weit mehr als Tausend Angriffen auf Stellungen und Waffenlager von Gaddafis Streitkräften hatte die Militärallianz den Sieg der Rebellen gegen das Regime ermöglicht.
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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar Gaddafi auf einen politischen Neuanfang für das Land. «Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi, es ist ein wichtiger Tag für die Libyer», sagte Merkel. «Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Gaddafi gegen sein eigenes Volk geführt hat.»

Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy sieht in Gaddafis Tod ein Meilenstein für ein freies Libyen. Der englische Premier David Cameron richtete den Fokus vor allem auf die britischen Lockerbie-Opfer: «Dies ist ein Tag, an dem man sich der Opfer des Gaddafi-Regimes erinnern muss.»
18:05
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Weitere Informationen zum Tod von Gaddafis Sohn Muatassim. Er ist laut Rebellen beim Kampf in Sirte gefallen. «Er hat noch versucht zu kämpfen,» sagt ein Rebellen-Vertreter, sei dann aber getroffen worden und später an seinen Verletzungen gestorben.
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Nach dem Tod des ehemaligen Diktators Muammar Gaddafi richtet sich die Aufmerksamkeit vorübergehend auf seine Familienangehörige. Regierungschef Jibril will Algerien dazu bewegen, die geflüchtete Ehefrau, sowie die Nachkommen Hannibal, Mohammed und Aisha, auszuliefern.
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Die Leiche von Muammar Gaddafi wurde mittlerweile in einer Moschee in Misrata untergebracht. Ein Zeuge, der die Leiche gesehen hat, sagt zur BBC: «Er ist es definitiv. Es sind seine Haare, sein Gesicht. Ich würde ihn überall erkennen, jeder Libyer würde das.»
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Saif al Islam ist nach neuesten Berichten nicht tot, sondern konnte im letzten Moment aus der Stadt Sirte entkommen. Er sei durch die Wüste geflüchtet und nun von seinen Verfolgern eingeholt worden. Zurzeit stehen er und seine Begleiter unter Beschuss durch die Rebellen, schreibt BBC.
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Die BBC berichtet über den NATO-Beschuss, der womöglich Muammar Gaddafi getötet haben könnte. Im Nordwesten Sirtes haben die Rebellen die letzten, verbliebenen Gaddafi-Truppen umzingelt. Ein Konvoi habe dann versucht, durch die Rebellen-Reihen durchzubrechen und sei von der NATO dann getroffen worden. Eine Verbindung zum Tod Gaddafis kann die BBC aber nicht herstellen.
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Der wohl bekannteste Sohn Gaddafis, Saif al Islam, ist offenbar auch tot. Er sei beim Beschuss der Stadt Bani Walid ums Leben gekommen sein, berichten englische Medien. Zuvor hat Al Jazeera vermeldet, er würde sich immer noch in der Wüste im Süden Libyens befinden.
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Laut dem rebellenfreundlichen Sender TV Libya ist die Leiche Gaddafis in Misrata eingetroffen.
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Der libysche Ministerpräsident hat den Tod des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bestätigt.
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Ein Reporter des Fernsehsenders Al Jazeera hat angeblich ein Video gesehen, dass Muammar Gaddafi lebend bei seiner Verhaftung zeigt.
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Al Jazeera hat ein Video ausgestrahlt, dass den toten Muammar Gaddafi auf einer Strasse liegend zeigt. Um ihn herrscht Geschrei, der Leichnam wird herumgeschleift.
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«Sic transit gloria mundi» - so vergeht der Ruhm der Welt: Mit diesen Worten reagierte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf die Berichte über den Tod seines einstigen Freundes Muammar al-Gaddafi.


Er fügte hinzu: «Jetzt ist der Krieg vorbei.» Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Aussenminister Franco Frattini bezeichnete Gaddafis Festnahme als «grossen Sieg für das libysche Volk».

Auch die Europäische Union sieht «ein Ende der Ära von Gewaltherrschaft und Unterdrückung, unter der das libysche Volk zu lange gelitten hat». In einer Erklärung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso heisst es: «Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen.»

Die politische EU-Spitze forderte den Nationalen Übergangsrat Libyens auf, einen «breit angelegten Prozess der Aussöhnung» einzuleiten. Dieser müsse sich an alle Libyer richten und einen «demokratischen, friedlichen und transparenten Übergang im Land ermöglichen».
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Al Jazeera hat ein Video ausgestrahlt, dass den toten Muammar Gaddafi auf einer Strasse liegend zeigt. Um ihn herrscht Geschrei, der Leichnam wird herumgeschleift.
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Noch ist immer noch nicht ganz geklärt, wie und wo Muammar Gaddafi getötet wurde. Zurzeit gibt es drei Gerüchte: 1. Er wurde bei einem Nato-Angriff auf einen aus Sirte fliehenden Konvoi getroffen und erlag den Verletzungen wenig später. 2. Der Konvoi habe lediglich als Ablenkungsmanöver gedient. Gaddafi habe auf einem anderen Weg versucht zu fliehen und sei in einem Schusswechsel ums Leben gekommen. Kurz vor seinem Tod habe er geschrien: «Nicht schiessen! Nicht schiessen!» 3. Es gibt Berichte, wonach Gaddafi in einem Erdloch entdeckt und verwundet wurde.
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Auch Muammar Gaddafis Sohn Mouatassim, soll tot sein. Er wurde laut AFP wie sein Vater in Sirte gefunden. Auch er sei laut einem Kommandanten der Rebellen mit einer Ambulanz nach Misrata gebracht worden.
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Der offizielle Sprecher des Übergangsrates, Abdel Hafez Ghoga, sagt: «Wir verkünden der Welt, dass Muammar Gaddafi tot und in den Händen der Rebellen ist. Das ist ein historischer Moment, es ist das Ende der Tyrannei und der Diktatur. Das Schicksal hat Gaddafi ereilt.»
15:25
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Die Agentur Reuters vermeldet, ein Militäroffizier des Nationalen Übergangsrats habe bestätigt, dass es sich beim Bild vom blutüberströmten Gaddafi wirklich um diesen handle. Der TV-Sender Al-Arabiya meldet, Gaddafis Leiche sei nach Misrata gebracht worden. Dort soll sie den Medien vorgeführt werden.
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Die NATO bestätigt, um etwa 8.30 Uhr morgens zwei Fahrzeuge in der Gegend von Sirte mit Flugzeugen bombardiert zu haben. Sie sagt aber laut AFP nichts dazu, ob sich Muammar Gaddafi in einem der Autos befunden hat. Laut Nato sei von dem beschossenen Konvoi aber eine «klare Bedrohung von Zivilpersonen ausgegangen.»
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Nun bestätigt auch der Nationale Übergangsrat, dass Muammar Gaddafi tot ist. Zuvor hatte es dazu widersprüchliche Informationen gegeben.
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Zwei Nato-Flugzeuge sollen laut dem Korrespondenten des «Guardian» die Fahrzeuge bombardiert haben, als diese aus Sirte flohen. Auch diese Informationen sind bislang nicht bestätigt, aber dies werde in Libyen berichtet.
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Die Nato sagte laut CNN, dass die Luftwaffe zwei Militär-Fahrzeuge in der Nähe von Sirte getroffen habe. Laut einem Korrespondenten von «The Guardian» gehe man davon aus, dass Gaddafi in einem Konvoi gereist sei, der von der Nato-Luftwaffe getroffen worden sei.
14:32
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Die britische Zeitung «The Guardian»
zitiert einen Sprecher des Übergansrats, wonach Gaddafis Leiche in den nächsten Minuten in Misrata eintreffen soll.
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Inzwischen ist ein Bild aufgetaucht, das den offenbar toten Muammar Gaddafi zeigen soll.
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Der Misrata-Militärrat, eine von vielen Milizen der Übergangsregierung, hatte erklärt, seine Kämpfer hätten Gaddafi in Sirte gefangengenommen. Ein anderer Kommandeur, Abdel Basit Harun, sagte, Gaddafi sei getötet worden, als die Wagenkolonne, mit der er fliehen wollte, aus der Luft angegriffen wurde.
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Ein Sprecher des libyschen Übergangsrates kündigte an, dass das Gremium in Kürze eine Erklärung dazu abgeben wolle. Er selbst könne den Tod Gaddafis «derzeit nicht bestätigen», sagte Mahmud Schamman am frühen Donnerstagnachmittag der BBC.
14:12
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Die Kämpfer des Nationalen Übergangsrats feiern auf den Strassen von Tripolis das Ende Gaddafis, sie blasen ins Horn und schiessen in die Luft. «Es ist ein grosser Sieg für das libysche Volk», sagt der libysche Informationsminister Mahmoud Shammam laut CNN.
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Der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi ist offenbar tot. Er erlag nach Angaben des Nationalen Übergangsrates und von Medien am Donnerstag seinen Verletzungen, die er sich bei der Festnahme nahe der Stadt Sirte zugezogen hatte.
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Stand der Ereignisse um 14 Uhr

Truppen des libyschen Übergangsrats haben am Donnerstag Sirte eingenommen, die Heimatstadt des gestürzten Machthabers Muammar Al Gaddafi. Die verbliebenen Bastionen der Gaddafi-treuen Kämpfer seien überrannt und der letzte Widerstand niedergeschlagen worden, berichteten Reporter. Kurz vor dem Angriff, der 90 Minuten dauerte, versuchten den Angaben zufolge Gaddafis Söldner mit fünf Lastwagen über die Küstenstrasse zu entfliehen. Sie wurden unter Feuer genommen. Es soll 20 Tote gegeben haben.

Bei der Aktion sei auch der frühere Machthaber Muammar Gaddafi gefasst worden, vermeldeten ein Militärkommandant des Übergangsrats sowie libysche Medien. Eine unabhängige Bestätigung liegt allerdings zurzeit nicht vor. Der Nationale Übergangsrat in Libyen hat die Medienberichte über eine Festnahme des früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi noch nicht bestätigt. Der Sprecher des Nationalen Übergangsrats, Dschalal el Gallal, und Militärsprecher Abdul Rahman Busin sagten der Nachrichtenagentur AP, ihnen seien die Berichte bekannt, sie seien aber noch nicht bestätigt.

Gemäss der Nachrichtenagentur Reuters und dem TV-Sender Al Jazzera soll Gaddafi getötet worden sein. Gaddafi sei schwer verletzt, atme aber noch, sagte dagegen Mohamed Leith, ein Kommandant im Westen der Stadt Sirte. Er habe Gaddafi mit eigenen Augen gesehen, versicherte er. Dieser habe ein kakifarbenes Kleid und einen Turban getragen.

Sass Gaddafi im Erdloch?

Der libysche Immigrationsminister Ali Errishi erklärte gegenüber Al Jazeera, er habe mit Kämpfern gesprochen, die ihm gesagt hätten, Gaddafi sei zusammen mit seinem Sprecher Moussa Ibrahim gefasst worden. Errishi, der sich zurzeit in Washington befindet, sagte dazu: «Ich vertraue meinen Quellen. Sie hätten mich sonst nicht frühmorgens aus Misrata aus aufgeweckt.»

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Kämpfer des libyschen Übergangsrats. Dieser behauptet, er habe die Festnahme Gaddafis gesehen. Der gestürzte Machthaber habe sich in einem Loch versteckt und gerufen: «Schiesst nicht, schiesst nicht.»

Der TV-Sender Al-Arabhija meldete zudem, in Sirte seien auch Gaddafis Sohn Mutassim und Abdullah al-Sanussi, ein enger Vertrauter des ehemaligen Machthabers festgenommen worden. Ein Sprecher der Übergangsregierung sagte: Hier in Tripolis

Hochburg eingenommen

«Die Stadt ist befreit», sagte Hassan Droua, ein Mitglied des libyschen Übergangsrates der Nachrichtenagentur AP. Nach der Schlacht durchsuchten Kämpfer die Häuser von Sirte nach verbliebenen Gaddafi-Loyalisten. 16 Menschen wurden gefangen genommen. Journalisten beobachteten, wie die Sieger die Gefangenen schlugen und Offiziere dazwischen gingen, um sie daran zu verhindern. Die Gaddafi-Gefolgsleute hatten Lastwagen voller Waffen und Munition.

Der stellvertretende Verteidigungsminister des Übergangsrats sagte der AP, Gaddafis Sohn Muatassim habe sich vermutlich in der Gegend von Sirte aufgehalten. Er sei jedoch nicht gefunden worden.

Zuvor war mit Bani Walid eine weitere Hochburg Gaddafis, erobert worden. Unklar blieb, ob die entkommenen Anhänger Gaddafis weiterkämpfen und einen Aufstand anzetteln werden. Sie verfügen über grosse Waffenarsenale, die in der südlichen Wüste vermutet werden.

(sda)

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  • Guido am 23.10.2011 01:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis für Lybier

    Ich habe vollstes Verständnis für die nun freien Lybier. Jahrelang hat Gaddafi Menschen nach Lust und Laune gefangengenommen und verschwinden lassen. Nun hat es ihn selber eingeholt und man hat ihn "verschwinden" lassen. Die Anschuldigungen in Den Haag hätten ihn sowieso "kalt" gelassen. Und zu allem Übel müsste er auch noch finanziert und beschützt werden. Ist wohl besser so wie es jetzt ist.

  • T. Tunk am 21.10.2011 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    und ein Gläubiger weniger für Europa...

  • J. Meyer am 21.10.2011 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz korrekte Haltung

    Wo war AI, als Ghaddafi Menschen ermorden lies? Wo ist AI in Syrien + wo war AI überall auf der Welt, als Diktatoren Zivilisten verscharrten? Jetzt, wo einige Opfer des Tyrannen Selbstjustiz begangen + ihn töteten, schreien diese Feiglinge am Lautesten. Finde das nicht korrekt, bei allem Respekt gegenüber AI. Sicher, es wäre besser gewesen, ihn nicht zu lynchen, ist aber nun mal geschehen. Und, in Den Haag wird ja keiner gehängt! So haben die Lybier eine Chance vertan, zu zeigen, das sie es besser machen als Ghaddafi. Ist aber nicht zu ändern, auch wenn man es doch irgendwie verstehen kann.

    • Volker Racho am 26.10.2011 01:31 Report Diesen Beitrag melden

      einspruch

      Ausgerechnet AI als Feiglinge zu beschimpfen (und dann auch noch aus der Anonymitaet des Internets) ist so was von fehl am Platz. Es wuerde mich interessieren, was sie dazu qualifiziert? Sind Sie ein Held?

    • Cyrill Jenni am 26.10.2011 22:35 Report Diesen Beitrag melden

      Konsequentes Handeln

      AI kritisiert jeden! der sich Verfehlungen leistet. Muss auch so sein, es geht ja ums Prinzip. Nicht so wie Amerika mit Guantanamo, wir verabscheuen Folter, aber benutzen sie gerne. Halt einfach nicht bei uns. Also, entweder wird jeder angeklagt, auch wenn man ihn versteht, oder niemand. Gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle.

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