Verstärkung für Polizei

11. August 2011 13:33; Akt: 11.08.2011 15:57 Print

Cameron will notfalls Militär einsetzenCameron will notfalls Militär einsetzen

Der britische Premier David Cameron hat an der Sondersitzung des Parlaments die Gewalt auf den Strassen scharf verurteilt. Die Polizei soll bei Bedarf vom Militär unterstützt werden.

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Ein britischer Polizist verschafft sich gewaltsam Zugang zur Wohnung eines mutmasslichen Randalierers. (Bild: AFP)

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An der ausserordentlichen Sondersitzung des britischen Parlaments fand der britische Premierminister David Cameron klare Worte: «Es gibt dafür absolut keine Entschuldigung», sagte der Premier zu den Krawallen. Es gehe den Randalierern nicht um Protest oder politische Aussagen. «Es geht ihnen um Diebstahl», sagte Cameron.

Mehr als 1200 mutmassliche Randalierer seien bereits festgenommen worden. Viele weitere würden durch die Auswertung von Videoaufzeichnungen identifiziert und ebenfalls in Untersuchungshaft kommen.

Cameron räumte ein, dass es zu Beginn der Krawalle am vergangenen Wochenende Mängel bei der Reaktion der Sicherheitskräfte gab. Inzwischen werde aber längst hart durchgegriffen. «Wir lassen es nicht zu, dass auf unseren Strassen ein Klima der Angst herrscht», betonte der Premierminister.

Cameron will bei künftigen Krawallen notfalls auch die Armee einsetzen, um der Polizei den Rücken freizuhalten. Die Regierung werde einen Militäreinsatz im Landesinneren prüfen, damit die Polizei ihre Kräfte künftig verstärkt «an der Front» einsetzen könne.


Polizei mit mehr Spielraum

«Wir müssen ein Jahr vor den Olympischen Spielen zeigen, dass Grossbritannien nicht zerstört, sondern aufbaut», sagte Cameron. Die britische Polizei soll künftig bei Krawallen mehr Entscheidungsspielraum bekommen.

So soll Polizisten erlaubt werden, die Gesichtsmasken von vermummten Gewalttätern zu entfernen, sagte Cameron. Auch werde derzeit geprüft, wie die Menschen daran gehindert werden könnten, mithilfe sozialer Online-Netzwerke Krawalle vorzubereiten.

Sachschäden in Höhe von 242 Mio Franken

Der Sachschaden durch die Krawalle wird sich laut Cameron voraussichtlich auf bis zu 200 Millionen Pfund (242 Mio. Franken) belaufen. Er kündigte einen staatlichen Fonds für die betroffenen Gemeinden und Stadtteile an, aus dem Aufräum- und Reparaturarbeiten bezahlt werden sollen.

Cameron versprach zudem für die Besitzer von beschädigten Geschäften und Wohnungen eine rasche und unkomplizierte Entschädigung - auch wenn die Betroffenen keine Versicherung abgeschlossen hätten.

(sda)

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  • Expat am 12.08.2011 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie verteidigen!

    Lieber Hans. Beim arabischen Frühling ging es den Menschen um Freiheit und Demokratie, beides legitime Ziele, auf die jeder Mensch ein Recht hat. Bei den London Riots hingegen geht es um die Zerstörung genau jeder Freiheit und Demokratie. Der demokratische Staat hat die Verpflichtung jede ernste Bedrohung mit aller Gewalt abzuwehren (dazu sind Armeen eben genau da). Die Bedrohung durch die Riots ist viel grösser als die Bedrohung Grossbritanniens im Zweiten Weltkrieg. Ich lebte in UK!

  • S. Kunz am 12.08.2011 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Militär gegen Volk

    Andere deswegen bekämpfen aber selber machen ist erlaubt. Da sieht man das wahre Gesicht der herrschenden Oberschicht in Europa. Anstatt auf das Volk und die Probleme voraus zu schauen einfach Militär und Repression.

  • A. Narkey am 12.08.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Cameron, die "moralische Instanz"

    Er wird nicht müde, die Krawallmacher als Kriminelle zu brandmarken. Vielleicht kein Zufall, dass die Riots nur wenige Wochen nach der Murdoch-Affäre ausbrechen. Die Elite inkl. Premier hat vorgelebt, dass man in einem Land lebt, in dem Gesetze nicht gelten, sich der Stärkere nimmt, was er braucht und Gesetzesbrecher je nach dem straflos davonkommen.