Calmy-Rey auf Al-Jazeera

11. Dezember 2009 20:24; Akt: 12.12.2009 09:04 Print

«Beim Minarett-Verbot nichts zu entschuldigen»«Beim Minarett-Verbot nichts zu entschuldigen»

Nachdem der Auftritt des SVP-Nationalrats Oskar Freysinger auf dem Sender Al-Jazeera ziemlich turbulent verlaufen war, erhält nun auch Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ihre Gelegenheit, den Volksentscheid zum Minarettverbot zu erklären.

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Calmy-Rey hat bekräftigt, dass es die Schweiz nach dem Ja zum Minarett-Verbot vom 29. November keinen Grund zur Entschuldigung gebe. Sie machte diese Aussage am Freitag nach der Aufzeichnung des Interviews in Paris. Es soll am Sonntagabend auf dem arabischen und englischsprachigen Kanal gesendet und voraussichtlich von 60 Millionen Menschen gesehen werden.

Zweck des Interviews sei es gewesen, zu erklären, dass die Muslime in der Schweiz gut integriert seien, sagte Calmy-Rey nach der Aufzeichnung gegenüber Medienvertretern. Sie räumte ein, dass das Votum für die Schweiz zum Risiko werden könnte, in Schwierigkeiten zu kommen.

Nicht leichter mache es der Umstand, dass das Abstimmungsresultat als eine gewisse Dosis der Abneigung gegen islamische Staaten wahrgenommen worden sei, sagte Calmy-Rey. Doch Volk und Stände hätten sich nicht gegen die muslimische Glaubensgemeinschaft im Allgemeinen geäussert. Aber es drücke auch Ängste vor islamischen Extremisten aus, die regelmässig am Fernsehen zu sehen seien.

Das Ja zum Minarett-Verbot stehe auch im Zusammenhang mit der Globalisierung. Ängste und Unsicherheiten dieser Art gebe es in anderen europäischen Ländern, namentlich in Frankreich auch, sagte Calmy-Rey.

Die Starmoderatorin Khadjia Ben Ganna, die das Interview geführt hatte, sagte gegenüber der Tagesschau des Schweizer Fernsehens, die Erläuterungen Calmy-Reys würden beim arabischen Publikum voraussichtlich gut ankommen.

(sda)