Streit unter Feministinnen

25. November 2009 11:05; Akt: 25.11.2009 12:30 Print

Sind Minarette frauenfeindlich?Sind Minarette frauenfeindlich?

von Lukas Mäder - Minarette seien Symbole der männlichen Macht, findet Feministin Julia Onken. Und rief deshalb zu einem Ja zur Anti-Minarett-Initiative auf. Naiv sei diese Haltung, kontert nun Tanja Walliser von den Jungsozialisten. Ein Minarettverbot bringe keine Besserstellung von Musliminnen in der Schweiz.

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Ist ein Ja zur Anti-Minarett-Initiative ein Beitrag für die Gleichstellung von Frau und Mann? Ja, findet die Feministin und Bestseller-Autorin Julia Onken. Sie rief deshalb in einem Schreiben dazu auf, die Initiative für ein Minarettverbot aus feministischen Gründen zu unterstützen. Jetzt kommt harte Kritik von einer «modernen Feministin», wie sich Tanja Walliser selbst bezeichnet. Die Zentralsekretärin der Jungsozialisten (Juso) bezeichnet Onkens Haltung als Scheuklappenfeminismus. Eine Muslimin in der Schweiz werde nicht weniger unterdrückt, wenn es hierzulande keine Minarette gebe, schreibt Walliser in einem offenen Brief an Onken.

SVP wolle Frauen am Herd

Im Islam würden, wie in anderen Religionen auch, Frauen systematisch unterdrückt, gibt Walliser Onken Recht. Doch ein Minarettverbot ändere daran nichts, sondern fördere im Gegenteil Vorurteile gegenüber dem Islam und damit Parallelgesellschaften. Problematisch findet Walliser auch die Unterstützung einer Initiative aus dem Umfeld der SVP. Denn diese Partei wolle die Frauen am liebsten an den Herd zurückschicken, schreibt Walliser: «Oder haben Sie schon vergessen, dass es die SVP war, die sich gegen die Einführung des Frauenstimmrechts gewehrt hat?»

Julia Onken hatte vor zehn Tagen für Aufsehen gesorgt, als sie ein Schreiben publik machte, das die Betreiberin des Frauenseminars Bodensee an 4000 Adressen verschickt hatte. Darin hält sie sich mit Kritik nicht zurück: «Der Koran schreibt frauenfeindliche und Frauen verachtende Regeln vor.» Laut Onken sind das auch Zwangsheirat und Ehrenmord. Die Verbindung zur Anti-Minarett-Initiative stellt die Feministin her, indem sie Minarette als männliche Machtsymbole bezeichnet. Der Bau eines Minaretts setze «ein sichtbares Zeichen für die staatliche Akzeptanz der Unterdrückung der Frau».

Moderne Frau gegen Altfeministin

Die Kluft zwischen Onken und Walliser besteht nicht nur aus gegensätzlichen Ansichten zum Islam, sondern auch in der Generation. So sieht es zumindest Walliser. Sie bezeichnet Onken als Altfeministin mit eingeschränktem Blickwinkel. «Wir verstehen Feminismus nicht als Kampf der Frauen gegen die Männer, sondern als Zusammenarbeit der Geschlechter für eine gerechte und funktionierende Gesellschaft.» Die Altfeministinnen würden auf jedes Thema aufspringen, das sich als Befreiung der Frau verkaufe, sagt Walliser. «Bei einer SVP-Initiative ist das nur peinlich.» Julia Onken war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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  • r.d. am 27.11.2009 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Komasaufen

    Komasaufen wird zum beliebtesten Volkssport?

  • Ein Moslem am 26.11.2009 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz bitte

    Man weiss das und es muss jeder akzeptieren, dass Muslime in der heutigen Welt viel gläubiger sind als Christen. Die Kirchen stehen oft leer oder sind bereits geschlossen. Aber Muslime nutzen täglich die Moscheen. Theoretisch braucht es kein Minarett dazu, aber wieso muss das verboten werden? Ich denke, dass zuerst alle Kirchtürme abgebrochen werden sollte, oder Kirchen bevor man über Minarette zu sprechen kommt, aber dies wäre auch falsch, also Toleranz von allen Seiten!

    • brunner am 26.11.2009 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      toleranz?

      habt ihr bei der islamisierung der christlichen gebiete nicht die kirchtürme eingebrochen und moscheen daraus gemacht! ja natürlich habt ihr gibt genug beweise dafür.

    • Schweizerin am 26.11.2009 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich

      Wo leben wir in der CH oder in einem Islamischen Land, wir sind tolerant was die Islamischen Länder nicht sind!

    • säkular-christ am 30.11.2009 21:38 Report Diesen Beitrag melden

      toleranz bitte

      bisher war ich stolzer schweizer mit religionsfreiheit. jetzt bin ich nur noch schweizer und schäme mich dafür.

    • Ein Ungläubiger am 01.12.2009 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Wahre Toleranz

      Wahre Toleranz ist, intolleranz nicht zu tolerieren...

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  • Fragesteller am 26.11.2009 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Worin - ausser Kreuz und Hahn unter-

    scheiden sich sonst noch die Kirchtürme christlicher Religionen? Meines Erachtens durch nichts....

    • ERW am 30.11.2009 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      Christliche Leitkultur

      Nein, sie unterscheiden sich nicht. Es geht aber darum, dass die christlichen Kirchtürme das Zeichen einer mehr als tausendjährigen Leitkultur Europas sind und genau das kann der Islam nicht einfach aushebeln.

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