Anti-Minarett-Initiative

30. November 2009 09:02; Akt: 30.11.2009 13:52 Print

Tiefer Graben zwischen Stadt und LandTiefer Graben zwischen Stadt und Land

Bei der Anti-Minarett-Initiative hat das Land und die Städte sehr unterschiedlich abgestimmt. Dies zeigt ein Blick auf die Ergebnisse auf Kantons-, Bezirks- und Gemeindeebene. Auch das Verbot von Kriegsmaterial-Exporten wäre in Grosszentren fast angenommen worden.

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Die Volksinitiative für ein Verbot von Minaretten, die schweizweit auf 57,5 Prozent Ja-Stimmen kam, in ländlichen Gemeinden im Schnitt eine Zweidrittels-Mehrheit, wie aus Zahlen des Bundesamts für Statistik hervorgeht.

Auch Agglomerationsgemeinden von Grosszentren stimmten noch mit 56 Prozent Ja, mittelgrosse Zentren nur knapp mit 51 Prozent. Im Kanton Bern nahmen beispielsweise Biel, Thun und Langenthal die Initiative an.

Nein-Mehrheiten in Städten

Verworfen wurde die Initiative hauptsächlich in Grossstädten wie Zürich, Bern, Genf und Basel - dort erreichte sie im Schnitt nur knapp 39 Prozent Zustimmung. Während die Kantone Zürich und Bern der Vorlage mit 53 respektive 61 Prozent zustimmten, kam sie in den jeweiligen Städten nur auf rund 36 Prozent Ja. Auch in reichen Gemeinden wurde die Vorlage - knapp - verworfen.

Bezirke mit Nein-Mehrheiten gab es in Zürich und entlang der «Goldküste» (Meilen), in den Agglomerationen Bern und Freiburg, in Basel Stadt und einigen Regionen des Jurabogens bis Neuenburg, sowie entlang dem Genfersee von Genf bis Riviera/Pays d'Enhaut.

Auch einzelne Städte wie Frauenfeld, Winterthur, Solothurn und Aarau hoben sich mit ihren Nein-Mehrheiten von ihrem ländlichen Umfeld ab. In der Innerschweiz lehnten von den 167 Gemeinden nur gerade Zug, Luzern und, seltsamerweise, Realp UR die Anti-Minarett-Initiative ab.

Von den Orten, in denen Minarette bereits gebaut sind, stimmte Wangen bei Olten SO mit über 61 Prozent zu. In den Städten Genf, Zürich und Winterthur wurde die Initiative abgelehnt - in Zürich und Genf erzielte sie 36 Prozent Ja, in Winterthur 47 Prozent. In Langental BE, wo ein Minarett geplant ist, fand die Initiative eine 60,4 Prozent-Zustimmung.

Rekordergebnisse

Ein Rekordergebnis von 100 Prozent Ja wurde aus Pigniu in der Surselva GR gemeldet - alle 9 Stimmenden stimmten zu. Die bernischen Gemeinden Elay (Seehof) und Aeschlen sagten laut provisorischen Ergebnissen mit 96 respektive 95 Prozent Ja. Die 90 Prozent Marke überstiegen ferner Unteriberg SZ, Scheunen und Champoz BE sowie Zwischbergen VS.

Unerwartet tief war die Zustimmung in Madiswil und Ballmoos BE, wo laut den provisorischen Ergebnissen nur 19 respektive 25 Prozent Ja stimmten. Überraschend tief mit 30 bis 36 Prozent Ja waren auch die Ja-Anteile in Erschmatt VS, Blitzingen VS, Cevio TI, Sarn GR und Ennetbaden AG. Ansonsten gab es nur in grosstädtischen Gemeinden und am Genfersee eine so klare Ablehnung.

Röstigraben weniger akzentuiert

Weniger akzentuiert war der Röstigraben. Am klarsten wurde die Vorlage in der italienischen Schweiz mit 68 Prozent Ja angenommen, gefolgt von der deutschen Schweiz mit 59,7 Prozent. In der Romandie konnte sich aber nur eine starke Minderheit (48,3 Prozent) für die Volksinitiative begeistern. Drei Romand-Kantone (Genf, Waadt und Neuenburg) sowie Basel-Stadt haben sie verworfen.

In Städten der französischsprachigen Schweiz kam die Initiative nur auf 45 Prozent, in jenen der deutschsprachigen auf 56 und in der italienischen Schweiz auf knapp 68 Prozent.

Kriegsmaterial-Initiative beinahe angenommen in Städten

Deutlich war das Gefälle zwischen Stadt und Land auch bei der Kriegsmaterial-Initiative. Obschon die Ablehnung eines Exportverbots von Rüstungsgütern gesamtschweizerisch deutlich war, wäre es in Grosszentren mit 49,5 Prozent Zustimmung beinahe angenommen worden. Aus den BFS-Zahlen geht eine deutliche Tendenz hervor: je kleiner eine Gemeinde, desto weniger Ja-Stimmen wurden prozentual in die Urnen geworfen. In Mittelzentren stimmten dem Verbot noch 37,6 Prozent der Stimmberechtigten zu, in ländlichen Gemeinden fand die Vorlage hingegen lediglich bei einem Fünftel der Wählenden Zustimmung. Im Vergleich der Sprachregionen zeigte sich, dass die Ablehnung der Initiative in der Deutschschweiz mit 29,2 Prozent Ja-Stimmen wuchtiger ausfiel als in der Romandie und der italienischen Schweiz mit 39,1 beziehungsweise 37,5 Prozent Zustimmung.

Kaum nennenswerte Unterschiede wurden bei der Vorlage über die Spezialfinanzierung für Aufgaben im Luftverkehr registriert, die mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen wurde. Grössere Gemeinden tendierten eher stärker zu einem Ja als kleinere. Eine Ausnahme bildeten die einkommensstarken Orte; sie nahmen die Vorlage deutlich mit 72,8 Prozent an. Die Unterschiede bei den Sprachregionen bewegten sich im Rahmen von zwei Prozenten.

(sda/dapd)

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  • Eddy Keller am 16.12.2009 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Islam und Barbaren

    Wieviel mal haben die im namen des Islams die letzten 1000 Jhr. Europa überfallen?? Heute wird einfach unter dem Decknamen EU, Religionsfreiheit und Menschenrechte dieser Kontinent überfallen!

    • Deutscher Muslim am 25.12.2009 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      Islam und Barbaren meine Antwort

      Ich weiss nicht genau in welchen Geschichtsbüchern Sie etwas von Muslimen gelesen haben die Europa überfallen haben. Es waren keine Muslime die im Zuge der Kreuzzüge und der Kolonialisierung mehr als 50000000 Menschen ermordet haben und ausgebeutete Länder zurück liessen. Es waren keine Muslime die 1. und auch 2. Weltkrieg angezettelt haben. Es waren ebenfalls keine Muslime die mehr als 6000000 Juden in Konzentrationslager schickten und ermordet haben. Es waren auch keine Muslime die Vietnam überfallen haben. Und es waren keine Muslime die 1.bzw 2. Golfkrieg angezettelt haben.

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  • "Schweizer" am 08.12.2009 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    Islam oder Islam?

    Ich gebe offen zu ich habe bei der Initiative ein "Ja" in die Urne geworfen. Ein umstrittenes Ja weil, ich gerne weiterhin in der "Schweiz" leben möchte. und doch tolerant wäre um alle Religionen zu akzeptieren! Aber das Ja, das ich in die Urne gelegt habe ist aus dem Grund weil ich bedenken habe ob da der "richtige Islam" audgeübt würde?! Was heisst richtig,ja das ist die Frage! Kein Fanatismus und Extremismus!! Im Islam ist Mord und Selbst mord doch auch eine Todsünde? Oder liege ich da falsch? Sekten gibt es in jeder Glaubensrichtung.Ich gehe nie in die Kirche! Mein glaube ist im Herz.

  • David Neuhaus am 06.12.2009 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Islam?

    Ist den noch wirklich niemand darauf gekommen, dass eigentlich nicht gegen den Islam oder Minarete gestimmt wurde sondern gegen unsere Regierung? Denke die Mehrheit der Leute haben es langsam satt, dass den Minderheiten immer mehr Rechte eingeräumt und mehr Beachtung geschenkt wird als der Mehrheit der Bevölkerung.

    • Eddy Keller am 05.01.2010 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      Abstimmungen

      Ist immer wieder schön was die alles anhand einer Abstimmung sehen. Ich habe ja gestimmt und meinte damit nein zum Islam samt Bauten. Die kommen ja alle in die Schweiz weil Sie zuhause unterdrückt werden. Im übrigen, wenn in den Urlaub gehe lauf ich auch nicht einer Sennenkutte herum. Es heisst immer das Volk hat abgstimmt, aber der Durchschnitt von 15% Stimmbeteiligung in den letzten 50 Jhr. ist gigantisch.Dabei könnten wir wirklich bestimmen was laufen sollte. Aber wir haben ja laut Statistik welweit am meisten Analphabeten!

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