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Anti-Minarettsinitiative
08. Oktober 2009 15:56; Akt: 12.10.2009 11:20 Print
Vom Kirchturm zur Rakete
von Katharina Bracher, Amir Mustedanagic - Schweizweit vier Minarette auf der einen Seite, ein Plakat einer Burka-Trägerin vor gebetsturmähnlichen Geschossen auf der anderen Seite und in der Mitte eine Islam-Diskussion, wie damals, als die Türken vor den Toren Wiens standen. Zeit für den Versuch einer nüchternen Betrachtung.
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Anti-Minarett-Plakat
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Moscheen in der Schweiz
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Anti-Minarett Plakate
Das Anliegen der Anti-Minarettsinitiative ist schnell auf den Punkt gebracht: Der Bau von Minaretten soll verboten werden. Doch bislang haben Argumente für oder gegen ein Verbot nur vereinzelt den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Wie zahlreiche Kommentare von 20-Minuten-Online-Usern zur Diskussion um die Plakatkampagnen zeigen, sind die Meinungen um ein Bauverbot von Minaretten aber noch längst nicht gemacht. Zeit für einen Fakten-Check. Was sind die Argumente der Befürworter? Was ist Tatsache, was Meinung? 20 Minuten Online hat überprüfbare Fakten recherchiert.
Was sagen die Schweizer Regierung und die Rechtswissenschaft?Juristen sind sich zwar ausnahmsweise einig, dass ein Verbot des Minarettbaus gegen die Religionsfreiheit verstösst. Gleicher Meinung ist auch der Bundesrat. Die Befürwortet der Initiative sagen jedoch, dass die Religionsfreiheit durch ein Bauverbot nicht tangiert würde, da die freie Religionsausübung von muslimischen Menschen nicht beschränkt würde.
Was ändert sich nach Annahme der Initiative konkret?
Nicht viel. Angesichts der spärlichen Bauvorhaben und der tatsächlich in der Schweiz gebauten Minarette wird ein Bauverbot nur so viel ändern: Bewilligungen für den Bau von Minaretten würden nicht mehr behandelt. Die Gegner der Initiative befürchten aber einen negativen Einfluss auf den gesellschaftlichen Frieden.
Stichwort 1: «Es gibt immer mehr Moscheen in der Schweiz»
Moscheen im eigentlich Sinne gibt es zwei - in Zürich und Genf. Der Rest sind Gebetsstätten in Privathäusern oder Industriequartieren. Diese Gebetsräume gehören meist zu einem Zentrum von Muslimen mit bestimmter nationaler Herkunft. Hisham Maizar, Präsident der muslimischen Dachorganisationen in der Schweiz, schätzt die Zahl dieser Gebetsstätten schweizweit auf 40 bis 50, von denen manche nicht grösser als 15 oder 20 Quadratmeter seien. Die Schweizer Muslime bezeichnen diese Gebetsstätten selbst als Moscheen, da manche von ihnen dort zum Freitagsgebet gehen. In Wangen wurde eine solche Gebetsstätte mit einem vier Meter hohen Minarett ausgestattet.
Stichwort 2: «Es gibt immer mehr Minarette in der Schweiz»
Derzeit existieren vier Minarette in der Schweiz (siehe Bildstrecke). Das umstrittenste Minarett steht in Wangen bei Olten und wurde im Januar 2009 aufgestellt. Ein anderes Minarett in Winterthur wurde 2005 eingeweiht. Von geplanten Bauvorhaben der bewilligungspflichtigen Minarette weiss man bislang nur an zwei Orten: In Langenthal bei Bern und Wil SG. Während in Langenthal die Bewilligung des Bauvorhabens blockiert ist, wurde in Wil SG noch gar kein Baugesuch eingereicht. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kommentierte die tiefe Anzahl von Minaretten in der Nationalratsdebatte wie folgt: «Der Minarettbau in der Schweiz ist bis heute nicht ein wirklich grosses Problem.»
Stichwort 3: «Die Islamisierung der Schweiz schreitet fort»
1970 lebten in der Schweiz ca.
Knapp 90 Prozent aller Muslime in der Schweiz kommen ursprünglich aus laizisitischen Ländern wie Bosnien und Herzegowina, Kosovo oder der Türkei. In diesen Ländern sind Staat und Religion klar getrennt. Laut einem Bericht des EKR üben 10 bis 15 Prozent der in der Schweiz lebenden Muslime ihren Glauben auch wirklich aus, was etwa der gleichen Quote wie bei Schweizer Christen entspricht. Vor allem für die junge Generation ist die Religion oft gleichbedeutend mit Familientradition.
Stichwort 4: «Kein religiöses, sondern ein politisches Problem»
«Wir können auch ohne Minarette leben», sagt Hisham Maizar. Ein Bauverbot würde nichts daran ändern, dass die Muslime ihren Glauben frei praktizieren dürfen. Auch Fahrat Afshar, Präsident der Koordination der islamischen Organisationen Schweiz, der laut NZZ einen eher konservativen Islam vertritt, ist dieser Meinung. Die Diskussion um den Minarettbau angeheizt hat vor allem das Minarett in Wangen bei Olten. Wobei dort die Diskussion nicht durch den Minarettbau selbst geprägt war, sondern hauptsächlich durch die mutmassliche Nähe des Vereins zu türkischen Ultranationalisten, den sogenannten Grauen Wölfen. Letztlich stellten sie Anfang 2009 ein vier Meter hohes Minarett auf das Dach ihres Zentrums.
Stichwort 5: «Das Minarett hat keine religiöse Bedeutung für den Islam, sondern ist ein Machtsymbol. Das Minarett ist nicht im Koran erwähnt»
Tatsache ist: Über Minarette ist im Koran nichts zu lesen, wie auch Kirchtürme in der Bibel nicht erwähnt sind. Überhaupt haben das Minarett und die Kirchtürme vieles gemeinsam: Sie rufen die Gläubigen zum Gebet und haben eine starke Symbolwirkung. Beide Türme – Minarett und Kirchturm – können je nach Betrachter tatsächlich als Machtsymbol interpretiert und missbraucht werden.
Stichwort 6: «Die islamischen Gemeinschaften in der Schweiz wollen ihre Minarette mit Lautsprechern oder richtigen Muezzinen beschallen»
Die Moscheen in Genf und Zürich bestehen seit über 30 Jahren und verfügen beide über ein Minarett. Eine Beschallung war, ist und wird gemäss Hisham Maizar kein Thema sein. Für ihn ist die Behauptung nur ein Vorwand, um Angst zu schüren. «Eine Beschallung würde gar keinen Sinn mehr machen. Wem würde das heute noch nützen?» Die Beschallung der Minarette habe in islamischen Ländern den Sinn, die Gläubigen zum Gebet aufzurufen. «In der heutigen Zeit haben aber sogar die älteren Gläubigen ein Handy, mit dem sie die Gebetszeiten abrufen können.»
Stichwort 7: «Die Muslime in der Schweiz wollen eine Anerkennung als Landeskirche und wollen so Schweizer Staatsgelder für den Islam zum Fliessen bringen»
Tatsache ist: Einige wenige islamische Gemeinschaften in der Schweiz haben sich bislang für eine öffentlich-rechtliche Anerkennung ihrer Religion durch die jeweilige Kantonsregierung bemüht. Zuletzt geschah dies im Kanton Luzern. Eine Anerkennung würde bedeuten, dass die islamische Gemeinschaft die Möglichkeit hätte, über den Staat ihre Mitglieder – also jene, die sich zum Islam bekennen - zu besteuern. Mit diesen Steuern könnte die islamische Gemeinschaft Projekte wie Moschee- und Minarettbau finanzieren. Die Behauptung, die öffentlich-rechtliche Anerkennung würde Schweizer Staatsgelder zum Fliessen bringen, ist nicht korrekt.
Laut Kirchengesetz erhalten öffentlich-rechtlich anerkannte Glaubengemeinschaften nicht automatisch öffentliche Gelder. Ob der Kanton sich finanziell an Projekten beteiligen will, kann er selbst bestimmen. Bis jetzt hat noch kein Kanton die öffentlich-rechtliche Anerkennung islamischer Gemeinschaften unterstützt. Bei einer Abstimmung zu dieser Frage im Kanton Zürich verwarfen dies die Stimmbürger deutlich. Eine weitere Tatsache: Für Hisham Maizar, der oberste Sprecher der Schweizer Muslime, ist die öffentlich-rechtliche Anerkennung ein langer Prozess, der Vertrauen und Einvernahme voraussetzt - «so etwas kann man nicht erzwingen».
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Alle 342 Kommentare





























Papstschule in Istanbul....
wusstet ihr nicht he.... und es ist rund um die Uhr von der Türkischen Polizei bewacht. Ich selber wollte es gerne ansehen weil es einer der ältesten Bauten in Istanbul ist, aber hatte leider keine chance... und noch nebenbei, es hat nicht nur ein Kirchenturm da, es sind etwa 4 aktive türme....
papstschule in istanbul
terzi du hast recht. die papstschule habe ich auch gesehen und war überrascht.nicht nur in istanbul, im ganzen lande gibt es über 1000 kirchen mit türmen. die einheimischen stört es nicht
Paranoid 2
Es gibt heute 2Mrd Muslime auf der Welt!! Das entsprich 1/4 der Weltbevölkerung. Wenn diese allesamt danach trachten würden das Christentum auszulöschen -wie viele hier offenbar glauben- wäre die Welt wohl schon längst zugrunde gegangen!!
was???
2Mrd Muslime ??? sind das nicht einige zu viel ;-) und wenn es 2 wären würde es 1/3 der Weltbevölkerung sein... ansonsten hast du völlig recht
Paranoid
Vor was habt ihr eigentlich Angst?! Ich persönlich lasse von einem Minarett genauso wenig Macht auf mich ausüben wie von einem Kirchturm.