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Vernichtender Bericht
28. Mai 2010 10:04; Akt: 28.05.2010 13:00 Print
200 Missbräuche an Jesuiten-Schulen
Der Missbrauchsskandal an Jesuiten-Einrichtungen in Deutschland hat deutlich grössere Ausmasse als bislang angenommen. Insgesamt gehe es um 205 Kinder und Jugendliche, die Opfer von sexuellen Misshandlungen wurden.

Die Missbrauchs-Beauftragte der Jesuiten, Ursula Raue, links, gibt im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. Mai, den Abschlussbericht zu den Missbrauchsfällen an Schulen des Ordens bekannt. Rechts der Provinzial des Jesuiten Ordens, Pater Stefan Dartmann. (apn Photo/Uwe Lein)
Die Zahl der bekanntgewordenen Fälle von Missbrauch und Misshandlung in Einrichtungen der Jesuiten hat sich weiter erhöht. Bei der Vorlage ihres Abschlussberichts am Donnerstag in München sprach die Missbrauchsbeauftragte Ursula Raue am Donnerstag in München von 205 Opfern, die sich inzwischen bei ihr gemeldet hätten. Sie gehe aber davon aus, dass es noch mehr Betroffene gebe. «Wir können nicht davon ausgehen, dass wir bisher alles gehört haben. Im Gegenteil», sagte sie.
Derzeit gebe es elf Patres und einen Mitarbeiter, bei denen mehrere Personen von Übergriffen berichtet hätten. Sechs dieser Patres seien bereits verstorben. Jeweils einem Ordensmitglied und einem Mitarbeiter werde zudem vorgeworfen, von den Taten gewusst, aber nicht gehandelt zu haben. Zudem würden 32 Personen - Patres und Mitarbeiter - von jeweils einer Person konkreter Taten oder der Mitwisserschaft beschuldigt.
Unter anderem berichtete Raue davon, dass sich Kinder und Jugendliche bei Patres auf den Schoss setzen mussten und begrapscht, von ihnen eingeseift oder nackt fotografiert wurden. Ein Pater habe angeblich den Beinamen «Grabbelanton» gehabt.
Missbrauch im Beichtstuhl
Ein 2002 verstorbener Pater soll eine 14-Jährige während eines Ferienlagers zwei Wochen lang misshandelt uns missbraucht haben - teilweise unter den Augen des Personals. Einem 1987 gestorbenen Pater wird vorgeworfen, eine 14-Jährige vergewaltigt und eine Neunjährige im Beichtstuhl missbraucht zu haben.
Der Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Stefan Dartmann, bat die Opfer im Namen des Ordens erneut um Entschuldigung. «Das Ergebnis der Untersuchung von Frau Raue lässt eine skandalöse Wirklichkeit zutage treten, die unserem Orden zu Scham und Schande gereicht», sagte er.
(dapd)



























